366 Längenbestimmungen durch Beobachtung des Auf- oder Untergangs einsa Gestirns,
m dz +
int d Voostg—eintd’
co0S Vı — 0588
eine kurze Umwandlung des Nenners führt zur obigen Schlufsgleichung. Io der
neu erschienenen Anleitung der Methode ist für dieselbe eine etwas andere
Form gewählt, nämlich ı
2 dt = m zz fdz
V cos (p-+0) cos (g—0) )
welche Gleichung sich durch eine entsprechend andere Umwandlung des Nonners
Veos? gp — sind
argiebt. Der Koöfficient von dz, also
1
vn EU f
Vcos (+0) cos (@—0)
ist nun für die Breite bis 60° und eine Deklination bis 38° von Grad zu Grad
berechnet und in einer Tafel (VII) zusammengestellt.
Der Unterschied dz der Höhen beim scheinbaren und wahren Auf- resp.
Untergang setzt sich zusammen aus der Refraktion, der Kimmtiefe, bei der
Soune und den Planeten der Horizontalparallaxe, und weun ein Gestirnsrand
beobachtet ist, wenn also die berechnete Zeit (des wahren Auf- uud Unter-
ganges des Gestirnsmittelpunktes) reducirt werden mufßs auf den scheinbaren
Auf- oder Untergang eines Gestirnsrandes, auch noch aus dem Halbmesser des
Gestirns, Bezeichnet man diese Größen der Reihe nach mit @, x, x und r, so
wird dz = 0+x— mx 4, —r wenn der untere, + r wenu der obere Rand
oeobachtet worden ist,
Die genaue, den atmosphärischen Verhältnissen bei der Beobachtung
entsprechende Refraktion wird nach der Formel .
e — ut 0A + BAT
berechnet. oO. ist die mittlere Refraktion für eine Temperatur von 10°C, und
einen auf 0° redncirten Luftdruck von 760mm; im Seehorizont ist dieselbe
wach Bacyer 33‘ 21“; hiervon ausgehend sind ihre Werthe für eine scheinbare
Zenithdistanz von 90° bis 90° 10% q, h, also bis 10“ unter dem Horizont, von
Minute zu Minute, in einer Tafel ID, zusammengestellt. Von den Koeffcienten
A, B und T drückt der erstere den Einflufs von Luftdruck und Temperatur aus,
B dagegen nur den des Luftdrucks und T nur den der Temperatur, Wenn
b den auf 0°C, reducirten Luftdruck in Millimetern und t die äulsere Tempe-
‚atur in Graden Celsius bedeutet, so ist (nach Ivory’s Annahmen):
_— b— (731,5 -+- 2,85 t) — u —_ ne
eingesetzt giebt:
di
Die Koefficienten A, B und T. können aus Tafeln (III, IV und V) ent-
vommen werden, Aufserdem ist aber der gröfseron Einfachheit wegen noch die
auf die mittlere Refraktion anzuwendende Gesammtkorrektion — 0A + BAT
— für die mittlere Augeshöhe von 8m berechnet und in einer besonderen
Tabelle (VI) nach den Argumenten Luftdruck (auf 0° reducirt) und äufsero
Temperatur (in °C.) verzeichnet, welche für praktische Zwecke, wenigstens bei
Augeshöhen von 6—10m, hinreicht.
Die Kimmtiefe ist in Bogensekunden für eine Augeshöhe von 1 bis 32m
in Tafel I angegeben.
Als Parallaxe ist stets die Horizontalparallaxe anzuwenden, bei der Sonne
also 9”; bei Beobachtung von Mond und Planeten muß sie aus dem „Nautischen
Jahrbuch“ oder anderen Tafeln entnommen, bei ersterem auch noch für die
Abplattung der Erde verbessert werden.
Der Halbmesser ist nicht für Verkürzung zu verbessern, sondern es ist
stets der wahre Halbmesser anzuwenden,