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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Einige Bemerkungen über Rouen im August 1885. 
mal sehr gewundenen Weges, hinauf und hinunter gehen können. In Quilleboeuf, 
Villequier und Duclair befinden sich Semaphorstationen, welche den jeweiligen 
Wasserstand der Seine angeben, und zwar am Tage vermittelst weißer Bälle 
und in der Nacht durch farbige Lichter. 
Die Kosten stellen sich in Rowen schr hoch, so zwar, dafs es einer der 
theuersten Häfen Europas ist. Für ein Segelschiff berechnen sich die Gesammt- 
kosten auf & sh. für die Registertonne und für ein Dampfschiff anf 3 sh. 6 d. 
für jede Registertonne des Nettoraumgehalts. 
Die Kosten für „Jupiter“, eine Bark von 901 Regt., welche 1276% Ton. 
ä 1000 kg Getreide auslieferte und einkommend 5,85 m (19,5 Fuß) tief ging, 
waren, wie folgt: 
Lotsengeld, einkommend und ausgehend 
Hafenlotsengeld „ . . 
Lukenbesichtigung .* # #2 
Protest und Verklarung . . . ; 
Der halbe Bugsirlohn, einkommend per Tonne 1 Fre. 
„ volle % ausgehend per Regt, 3% Fre. 
Maklergebühr, !%4 Fre. per Tome . . . 0. 
Ausgehend für Manifest und Pafs, . . 
Stempel und andere kleine Ausgaben 
Fres. 
61 
891,50 
12,25 
80,10 
25,55 
1276,30 
675,10 
638,00 
12,00 
10.00 
und ferner für die Entlöschung 75 Cts. und das Anschreiben der gelöschten 
Ladungs 15 Cte. per Tome. 
u den letzten Jahren hatten öfters tiefgehende, nach Rouen bestimmte 
Schiffe einen erheblichen Zeityerlust dadurch zu erleiden, dafs sie nicht sofort 
die Barre passiren konnten, sondern bis zur nächsten Springfluth warten mulfsten, 
In der Chartepartie findet sich zwar folgende scheinbar günstige Stelle: „to enter 
such port always at high water, or to the nearest safe anchorage and there 
lighten at neceivers expenses“; aber ein Schiff, welches in Havre einläult, 
weil es nicht die Barre passiren kann, und dort unter Protest lichtet (gutwillig 
wird kein Empfänger einen Theil der Ladung in Havre abnehmen), wird selber 
die dadurch verursachten Kosten zu tragen haben, denn in diesem Sinne hat 
die Handelskammer von Rowen in mehreren Fällen entschieden. Aus diesem 
Grunde dürfte es für ein tiefgehendes und nach Rowen bestimmtes Schiff am 
besten sein, so lange auf der Rhede von Havre zu ankern, oder, falls die 
Witterung dieses nicht gestattet, in der Nähe von Kap de ia Höve unter Segel 
zu halten, bis sich eine günstige Gelegenheit zum Passiren der Barre bietet. 
Die sogenannte Bore, welche in den Tagen des Mondwechsels auftritt, 
fühlen die in der Nähe von Quilleboeuf ankernden Schiffe am stärksten, und o8 
erfordert die schärfste Wachsamkeit und die gröfste Aufmerksamkeit seitens des 
Lotsen und der Schiffsmannschaft, das Schiff vor einem Unfall zu bewahren. 
Je weiter den Fluß aufwärts, desto schwächer tritt die Bore auf. In Rouen 
macht sie sich nur insoweit bemerkbar, als beim Gezeitenwechsel kein Still- 
wasser eintritt, sondern die Strömung plötzlich aus der einen Richtung in die 
entgegengesetzte übergeht, 
Schiffsführer, welche nach Roxen bestimmt sind, sollten darauf schen, 
dafs um die Zeit, wo sie den Platz erreichen, das Journal vollständig ist, 
weil dasselbe gleich bei Ankunft von den an Bord kommenden Zollbeamten 
versiegelt wird.
	        
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