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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Die Insel St. Thomas, Westindien. 
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genau auf denselben Platz ausgelegt werden.) Die übrigen, Privatgesellschaften 
angehörigen Tonnen werden von diesen nach Bedarf verlegt. 
3. Im Westen des Hafens, nördlich von der Werft der Hamburger Ge- 
ölecha ist ein neues Kohlen-Etablissement (Firma Bröndstedt & Co.) 
angelegt. 
5 % Tafel 9 enthält eine durch Personal S. M. Kr.-Freg. „Stein“ auf. 
yrenommene Skizze des kleinen, den Hafen mit dem Gregerie Channel verbinden- 
den Kanals. 
Der Kanal, wie in den Segelanweisungen angegeben, ist ausgesprengt 
worden, um einen Spülstrom, namentlich für die NW-Ecke des Hafens, zu 
erzeugen, 
Dieses ist durchaus gelungen, und das Resultat — wenn die Behauptung 
zuverlässig ist, da(s nämlich die NW-Ecke des Hafens, früher ein specieller 
Gelbfeberherd und den der dortigen Werften bedürftigen Schiffen somit be- 
zonders unheilvoll, jetzt fieberfrei geworden sei — jedenfalls ein glänzendes, 
Der Strom in dem Kanal ist abhängig von der Gezeitenströmung im Hafen und 
unregelmäßig, wie diese selbst; die Stärke beträgt bis 3—4 Ku. 
Als Verkehrsstrafse nach dem Gregerie Channel ist der Kanal ebenfalls 
nützlich, die Benutzung bei Dünung und bewegter See jedoch gefährlich, da 
Boote dann leicht auf das Felsenriff gesetzt werden. Bei ruhigem Wetter und 
am Tage ist die Passage einfach und für alle Kriegsschiffsboote durchaus 
praktikabel. Bei nicht zu dunkler Nacht, in der man das Felsenriff auf der 
Gregerie-Seite noch weit sicht, kann man auch passiren. Man hüte sich dann 
nur vor dem OÖst-Riff, welches unter Wasser schräge vorspringt (siehe die 
Skizze), und steuere dicht an die Spitze des West-Riffs heran mit Kurs eben 
frei von der nächsten flachen Landzunge; beim Passiren nach dem Gregerie 
Channel zu hüte man sich vor dem Ausläufer der niedrigen Landzunge. 
Bezüglich des Gregerie Channels ist das Nachstehende zu bemerken: 
Der hemne! wird jetzt fast niemals ala Ankerplatz von Schiffen gewählt, 
Früher hatte die West India Mail-Linie in der Biegung des Kanals ein Kohlen- 
schiff verankert, siehe Karte Titel VII, No. 283. Von derselben Kompagnie 
war auch die in den Segelanweisungen „West India Pilot“, S. 153, und „Mer 
des Antilles“, S. 329, und in der obigen Karte angegebene Tonne an der Süd- 
ecke der Gregerie-Bank ausgelegt worden. Beide, Kohlenschiff und Tonne, liegen 
nicht mehr aus, Ferner ist das in der Karte zwischen Sandy Pt. und 
Karoline Pt. verzeichnete Wrack nicht mehr vorhanden, es liegen von dem- 
selben nur einzelne Stücke auf dem Strande, 
Das in der Karte eingetragene Pulvermagazin existirt nicht mehr, die 
Häuser Caroline Lyst sind zerfallen und markiren sich wenig. 
Die kleine N inbuchtung auf der Nordseite der Insel, die Great North 
Side-Bucht, wird von Schiffen fast nie besucht. Wenn sie allerdings auch bei 
nicht zu nördlichem Passate ruhiges Wasser und guten Ankerplatz für kleinere 
Schiffe bietet, so ist sie doch vornehmlich der von Norden oder NW laufenden 
Grundsee ausgesetzt und bei mehr nördlichem Passat keineswegs gut geschützt. 
An Proviantgegenständen ist dort nichts zu erhalten. Für von Norden 
kommende schutzsuchende Schiffe werden die Aukerplätze im Sound östlich 
von St, Thomas empfohlen. 
Die Gezeitenströmungen bei St. Thomas sind namentlich in ihrer 
Zeitdauer sehr unregelmäfsig, und kann eine richtige Hafenzeit deshalb nicht 
angegeben werden. Die Angaben der Segelanweisung — MHafonzeit == 7 bis 
9 Stunden -— sind nach Aussage des jetzigen Hafenmeisters ohne Begründung; 
die Gezeitenströmung sei nach seiner Beobachtung bis zu 17 Stunden denselben 
Weg gelaufen, Der betreffende Beamte hat während dreier Jahre, 1873—1875, 
mit einem ihn von dem „United States Coast Survey Office“ übersandten selbst- 
registrirenden Fluthmesser Beobachtungen über Höhendifferenzen von Hoch- 
und Niedrigwasser angestellt, Aus denselben geht zunächst hervor, dafs die 
Höhe von Hoch- über Niedrigwasser bei Springzeiten ca 1 Fuls (0,3m) beträgt, 
wie dies auch in der Segelanweisung bemerkt ist. Die höchste Differenz, welche 
der betreffende Hafenmeister beobachtet haben will, soll 17“ Engl. = 0,4m 
sein. Die Gezeitenströämung wird deshalb, da für die Schiffahrt zunächst ohne 
Kinflufs, auch nicht weiter beobachtet. 
dnn. 4 Hyar. ele., 1956, Haft TIH.
	        
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