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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Vergleichende Uebersicht etc., Juli 1884. 
weder aus südöstlicher oder nordnordöstlicher Richtung wehten, nicht ganz 
ungünstig waren. Da indessen später auf der ganzen Fahrt über den Ocean 
durchstehende Westwinde gar nicht angetroffen wurden, vielmehr auch östlich 
von 180° Länge das Auftreten von Ostwind ein sehr häufiges war, konnte die 
Reise unmöglich in rascher Weise ausgeführt werden. Erst am 17. Mai, 70 Tage 
später als /lowo verlassen worden war, konnte der „Kaiser“ die Rhede von 
San Francisco erreichen, Während der Reise dahin war: 20° N-Br in 120,4° 
O-Lg am 20. März, 30° N-Br in 133,4° O-Lg am 31. März, 40° N-Br in 138,6° 
W-Lg am 9, Mai und 120° O-Lg in 18,3° N-Br am 18. März, 150° O-Lg in 
37° N-Br am 9. April, 180° Länge in 39,1° N-Br am 24. April, wie 150° W-Lg 
in 39° N-Br am 3. Mai gekreuzt worden. 
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats Juli 1884 
in Nordamerika und GCentraleuropa. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
‚Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington 
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung 
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats 
Juli 1884 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber. 
Nordamerika. Centraleuropa. 
1. Die bedeutende Anzahl (12 statt 1. Die Seltenheit umfangreicher 
9, wie normal) barometrischer De- und gut ausgebildeter Depressionen, 
pressionen, wovon die Mehrzahl längs namentlich in der ersten Dekade, in 
der Nordgrenze der Union ostwärts welcher barometrische Maxima über 
achritt; dieselben waren zwar wenig Nordeuropa lagerten. 
ausgebildet, hatten aber doch mehr- 
fach starke Stürme im Gefolge; baro- 
metrische Maxima von einiger Ent- 
wickelung fehlten fast ganz. 
2, Der im allgemeinen etwas zu 
niedrige mittlere Luftdruck des Mo- 
nats, dessen Minima, wie gewöhnlich 
im Sommer, in der südlichen Plateau- 
region und an der Mündung des 
St. Lorenz, dessen Maxima auf dem 
Golf und an der Mündung des Oregon 
lagen. Die monatliche Barometer- 
schwankung war meist etwas unter 
normal. 
3. Ziemlich normale Windverhält- 
nisse — südliche Winde längs dem 
Meridian 100° West, westliche im 
Nordosten — und beträchtliche An- 
zahl von Böen und 'Tornados mit 
zerstörenden Wirkungen, besonders 
in der Nordhälfte des Gebiets am 4, 
und am 22.—925. 
4. Die von wenigen lokalen Aus- 
nahmen unterbrochene relative oder 
absolute Regenarmuth des südlichen 
Theiles vom Gebiet, während in Neu 
2. Eine mittlere Luftdruck -Ver- 
theilung, welche mit der normalen 
nahezu übereinstimmt, während die 
absolute Höhe des Luftdrucks im öst- 
lichen Centraleuropa über, in West- 
europa unter der normalen lag. Die 
Monatsschwankung des Barometers 
war erheblich kleiner als normal. 
3. Das ausgesprochene Vorwalten 
der Winde aus Süd bis Nordwest, 
indem Ostwinde nur in der ersten 
Dekade das WVUebergewicht hatten. 
Stürmische Winde kamen fast gar 
nicht vor. 
4. Die grofßse Regenmenge des 
Monats, welche im Norden um "/s, 
im Süden um !/s die normale über- 
traf, Die gröfsten Tagessummen des
	        
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