26 Tieflothungen zwischen Nen-Caledonien und der Ostküste Australiens.
„Juuggesellenhaus“, sind mit vielen Schnitzereiev, wahren Kunstbauten des Stein-
zeitalters versehen.
Auf der Rückreise berührte die „Samoa“ die Schouten-Inseln und fuhr
den südwestlich von Kap della Torre bis zur Astrolabe-Bai reichenden Theil
Aer Küste Neu-Guineas ab.
Die Insel Blosseville, ein 300 bis 360 m hoher steiler bewaldeter Krater,
zeichnet sich durch grofse hübsche Dörfer am Rande des Kraters und viele
zrofse und schöne Plantagen aus. Der Einfluls des Kaiserin Augusta- Flusses
auf die schmutzige lehmige Farbe des Wassers erstreckt sich beinahe bis zur
Insel Lesson, bis auf eine Entfernung von 15 Sm von der Küste. Nordwestlich
ron den Lagoarant-Inseln wurden zwei neue kleine Inseln, Nielsen-Inseln, ent-
deckt, und ca 5 Sm südöstlich eine Bucht, vor welcher zwei Inseln lagen, welche
in Verbindung mit Riffen einen hübschen kleinen Hafen bilden; derselbe wurde
Hatzfeldt-Hafen genannt, und ging die „Samoa“ in demselben auf 16 m Wasser
and Schlickgrund zu Anker; seine geographische Position wurde zu 4° 24‘ S-Br
and 145° 9‘ O-Lg bestimmt. Das Land an dem Hafen bietet viel Sandboden,
aber auch ausgedehntes Grasland mit Plantagen der Eingeborenen, die weiter
östlich vom Hafen ein größeres Dorf haben. Kleine Flüsse und Bäche münden
in den Hafen, und hat er bis dicht an Land guten Ankergrund. Die Einge-
borenen zeigten sich durchaus freundlich. Oestlich vom Hatzfeldt-Hafen traten
an die Stelle der bisherigen grünen Hügel höhere dicht bewaldete Uferberge,
hinter welchen sich eine 900 bis 1200 m hohe ee erhebt. Ungefähr
5 Sm von dem Hafen springt eine Ecke, Samoa-Huk, vor, mit der wieder
grüne Gras-Uferberge beginnen, die sich bis Kap Gowrdon, welches aus einem
zanft ansteigenden Grashügel besteht, fortsetzen. Die Franklin-Bai schneidet
nicht so tief ein, wie es auf der Englischen Karte angegeben ist; an derselben
verschwinden die grünen Grashügel mehr, es treten niedrigere dichter bewaldete
jafür ein; es kamen noch einzelne Dörfer und Kokoshaine zum Vorschein, aber
jas Land war bei Weitem nicht 80 schön, wie bei Samoa-Huk und Kap Gourdon.
Weiter ostwärts verliert die Küste noch mehr von ihrem Ansehen; von der
Spitze Neptun an sind Siedelungen und Kokospalmen kaum noch zu sehen. Das
Ufer besteht aus dichtbewaldeten Bergen, hinter denen sich zuweilen noch die
Hochgebirgskette weiter im Innern zeigt. Längs der Küste scheint ein schmaler
Riffstreif zu liegen.
Die bei der Astrolabe-Bai auf der Karte mit „extensive plains“ bezeichneten
Ebenen existiren nicht. Die Spitze Juno der Karte ist eine Insel, bei welcher
sich muthmafslich die Einfahrt zu einem bisher noch unbekannten Hafen befindet.
Von hier bis Friedrich- Wilhelm-Hafen zieht sich ununterbrochen eine Reihe
ron Inseln hin, die von Weitem wie Küste aussehen. Der Friedrich- Wilhelm-
Hafen ist anscheinend ringsum von dichtem Urwald umgeben, aber nicht weit
oinnenlands erhebt sich eine 300 bis 450m hohe Bergkette mit vielen und
grofsen Plantagen der Eingeborenen und mehreren sehr hervorragenden Kuppen
and Spitzen, unter denen der Hansemann-Berg besonders in die Augen fällt.
Tieflothungen
zwischen Neu-Caledonien und der Ostküste Australiens.
Aufser drei kürzeren Lothungslinien an der SO-Küste Neu-Caledoniens
hat der Französische Aviso „Bruat“ unter Kommando des Schiffs-Lieutenant
Marquis im Herbst 1884 ausgedehniere Lothungen zwischen der Nordwest-
küste Neu-Caledoniens und Kap Sandy an der Ostküste Australiens ausgeführt,
Die Arbeiten und ihre Resultate nebst Skizzen der Lothungslinien und Be-
schreibung der dazu benutzten Thomson’schen Lothmaschine werden in den
„Annales hydrographiques“, 2. serie, 1. semestre 1885, veröffentlicht. Zwischen
der Südostspitze Neu-Caledoniens, Kap Ndoua und der im Südwesten der Insel