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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Segelanweisung für die Fahrt von Port Jackson nach Finsch-Hafen. 317 
Beobachtungen fostgestellt, dafs der „Samoa“ 60 Sm nach Nord versetzt worden 
war. Jedenfalls hatte das Schiff den vollen Strom aus der Dampier-Strafso 
gehabt, Am nächsten Tage wurde an der Südküste von New-Pommern, bei der 
Fahrt von der Spitze Beecher nach Mioko, ein Strom nach ENE und NE von 
1 Sm Stärke beobachtet.!) 
Auf der einige Tage später stattfindenden Rückreise von Mioko nach 
Finsch-Hafen wurden dieselben Strömungen beobachtet. 
Die Brigg „Lübken“, Kapt. Inhülsen, war einen Tag früher, am 18, No- 
vember 1885, von Finsch-Hafen nach Mioko in See gegangen und hatte ihre 
Route nördlich von Neu-Pommern genommen. Dieselbe war zwischen den Inseln 
Rook und Lottin in Windstille hindurchgetrieben und erreichte Mioko am 
24. November. In der Dampier-Straßse hatte sie einen NW-Strom von beinahe 
3 Sm Stärke gehabt, dagegen aber an der NW-Seite von Neu-Pommern beinahe 
gar keinen Strom angetroffen. Erst im St. George-Kanal war wieder N W-Strom 
beobachtet worden; da der Kapt. Inhülsen sich jedoch von Kap Lambert ab 
möglichst nahe an der Nordküste von Neu- Pommern gehalten hatte, so konnte 
der nach NW setzende Strom ihm nicht viel schaden. 
Dieser NW-Strom scheint an der Küste von Neu-Guinea das ganze Jahr 
hindurch dieselbe Richtung zu haben, nur dafs er in der Stärke etwas varlirt, 
was besonders bei frischen und steifen nordwestlichen Winden zu bemerken ist. 
Aus diesem Grunde ist beim Anlaufen von Finsch-Hafen Vorsicht noth- 
wendig, denn hat wan den Hafen nach NW zu passirt, so ist eine Umkehr 
schwer auszuführen; in solchem Falle muls man sich ganz dicht unter der 
Küste halten, um Nachts möglicherweise eine frische westliche Landbriese be- 
nutzen zu können. 
Ungefähr 4 Sm südlich von Finsch-Hafen befindet sich eine andero tiefe 
Bucht, welche Langemak benannt ist;?) in derselben ist jedoch kein Ankergrund 
und auch kein Schutz, wie überhaupt längs der Küste von Kap Cretin bis zur 
Spitze Bredow am Eingange in den Finsch-Hafen. Bei SE-Wind mufs man 
dicht um die Spitze Bredow etwa in 1 Kablig. Abstand herumsteuern und, 8o- 
bald diese passirt ist, dicht am Winde so weit als möglich in den Hafen 
hineinliegen, um aus der NW-Strömung herauszukommen. Gewöhnlich kommt 
man dabei so weit in den Hafen, dafs man ankern kann, und kann man dann 
bei Windstille weiter in den Hafon hineinholen. Nach der Karte des Hafons 
ist es ersichtlich, daß dieser bis auf eine kleine Untiefe, Reef Patch bei der 
Holz-Insel, vollständig rein ist. Wegen dieser Untiefe thut man gut, aulserhalb 
dergelben zu ankern. | 
Die Küste von Neu-Guinea, vom Kap Cretin bis Finsch-Hafen und weiter 
bis zur Astrolabe-Bucht, ist ganz rein, so daß man mit einem Dampfer fast 
allenthalben bis auf eine Steinwurfs-Länge Abstand ohne Gefahr hinanlaufen 
kann. Die einzige Gefahr liegt in dem Strom und darin, dafs man bei Wind- 
stille vorbeitreiben kann. 
Die Winde sind daselbst gewöhnlich am Tage frisch aus SE, und diese 
fauen gegen Abend ab, so dafs oft in der Nacht Windstille herrscht oder eine 
schwache westliche Landbriese einsetzt, die letztere jedoch nur dicht unter 
Land. Der SE-Wind beginnt in der Nähe der Küste gewöhnlich wieder zwischen 
8 und 10 Uhr Vormittags. 
'y Vgl. Annalen 1886, 5. 225. 
#) Vgl. Annalen 1885, S. 205,
	        
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