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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

316 Segelanweisung für die Fahrt von Port Jackson nach Finsch-Hafen. 
Jahren wieder zahlreich vermehrt haben werden. Fische und Schildkröten 
kommen hier in ansehnlichen Mengen vor; letztere sind jedoch schwierig 
zu fangen. | | 
In der Regenzeit, von Mai bis Oktober, sollen im Golf von Nicoya stets 
Land- und Secbriese regelmäfsig mit einander abwechseln, nur durch einzelne 
Schauer unterbrochen. In der trockenen Jahreszeit, von November bis April, 
wird die Seebriese aber oft durch Landwind aufgehoben, so dafs also am Tage, 
von 12° Mittags bis 7* p.m., der Wind veränderlich ist. Während unseres 
Aufenthaltes, vom 19. November 1884 bis 18, Januar 1885, war der Wind vor- 
herrschend aus NW bis NE, und nur zuweilen kam gegen 4* p.m. schlanke 
Seebriese aus ESE durch, die aber von Anfang Januar an in Chira nicht mehr 
beobachtet wurde, Dahingegen traten von. jetzt an in ganz unregelmäfsigen 
Zwischenräumen heftige Nordwinde auf. Das Weiter war schr heiß. An 
manchen Tagen stieg die Temperatur der Luft im Schatten bis auf 30°, Ja 
sogar 35° C. 
Segelanweisung für die Fahrt von Port Jackson nach Finsch-Hafen. 
Kaiser Wilhelms-Land. Neu-Guinea. 
Von der „Neu-Guinea Compagnie“ zu Berlin ist dem Hydrographischen 
Amte eine von dem Führer des dieser Gesellschaft gehörenden Dampfera 
„Samoa“, Kapt. Dallmann, für das von Sydney nach Finsch-Hafen bestimmte 
Segelschif „Norma“ aufgestellte Segelanweisung übermittelt worden, deren 
Inhalt nachstehend zur weiteren Kenntnifs gebracht wird. . 
Der „Samoa“ steuerte, Port Jackson verlassend, bis 20° S-Br NNO, 
passirte dabei westlich von den Riffen Bellona, Chesterfield und Bampton und 
östlich von der Insel Cato und den Riffen Wreck und Kenn;!) von hier nord- 
wärts steuernd, wurde zwischen dem Pocklington-Riffe und dem Ostende der 
Louvisiaden passirt und dann nordwärts der Inseln Laughlan und Woodlark 
direkt auf die Cretin-Inseln zugesteuert, 
Da man jedoch mit einem Segelschiffe sich nach dem Winde zu richten 
hat, so kann man auch die östliche nach Java und Indien bestimmte Route bis 
nördlich von den Laughlan- und Woodlark-Inseln benutzen und von dort auf 
die Cretin-Inseln steuern. 
Bis zu den Laughlan- und Woodiark-Inseln findet man gemeinhin den in 
den Karten angegebenen Strom. Von Sydney ausgehend zunächst den bekannten 
nach Süden längs der Küste setzenden Strom von 1% bis 2% Sm Stärke; 
später innerhalb des Passates und mehr nach der Torres-Strafse zu beinahe 
stets einen NW-Strom von !/ bis 1’ Sm Stärke. Kapt. Pfeiffer will jedoch 
bei dem Osprey-Riff einen nach SE setzenden Strom gehabt haben, wodurch er 
Neu-Quinex wieder aufser Sicht verloren hat, 
Von den Laughlan» und Woodlark - Inseln, und besonders von den 
Trobriand-Inseln ab, hat Kapt, Dallmann stets einen starken Strom in west- 
südwestlicher und später nordwestlicher Richtung augetroffen; derselbe setzte 
das Schiff stark nach der Südküste von Neu-Guinea hinüber und später nach 
der Dampier-Strafso zu. 
Bei einer Fahrt von Finsch-Hafen nach Mioko verliels der „Samoa“ am 
19. November 1885 Morgens 6 Uhr Finsch-Hafen und nahm die Route südlich 
von Neu-Pommern, Am folgenden Tage Mittags, also 30 Stunden nachdem 
Finsch-Hafen verlassen und 180 Sm zurückgelegt waren, wurde nach guten 
%) Vgl. „Ausiralia Directory“, Vol. IL, 1879, 8. 461. 566 und 586, und „South Pacific 
Directory“ von Findlay, 1884, S. 906.
	        
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