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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Reisebericht des Kapt, F. Reiners vom Schiffe „Acolus“, 
yon Häfen am Puget Sound und Yaquina River zur Ausführung gelangen sollte, 
dürfte Portland viel an seiner Bedeutung verlieren. Für hölzerne Segelschiffe, 
welche auf der Barre leicht leck stofsen können und deshalb gegen eiserne bei 
der. Befrachtung sehr zurückstehen, ist Portland schon jetzt kein suchenswerther 
Platz, Die Regierung ech indessen mit dem Plane um, die Mündung des 
Columbia-Flusses durch Dämme einzuengen, um auf diese Weise das Fahrwasser 
im Flusse und auf der Barre zu vertiefen, so dafs dann auch die hölzernen 
Schiffe letztere mit einer gröfseren Sicherheit als bislang passiren können, 
In den Monaten April bis Ende Juli ist auf dem Columbia-Flusse die 
Hauptfangzeit des Lachses, In diesem Jahre (1884) sind 2000 Boote mit dem 
Fischfang beschäftigt, und die Zahl derselben nimmt noch beständig zu. In 
1883 betheiligten sich nur 1700 Boote. Dieselben lieferten einen Ertrag von 
531 558 Kisten konservirten Lachses, jede mit einem Inhalt von vier Dutzend 
Büchsen, die das Stück % kg schwer waren, Aufserdem wurden viele Fische 
gzesalzen und in Barrel eingepackt versandt, Gewöhnlich kostet der Lachs hier 
am Ort 50 bis 75 Cts. das Stück bei einem Gewicht von 7'/% bis 20kg. Am 
Ende des Monats Juli werden die Fische aber in solchen Massen gefangen, 
dafs man nur die besten Theile derselben benutzt; ja es ist schon vorgekommen, 
dafs eine Fabrik, die das Konserviren der Fische betreibt, an einem Tage, da 
sie das eingelieferte Quantum nicht bewältigen konnte, 200 Lachse weggeworfen 
hat. Störe, welche in die Netze gerathen, tödtet man und läßt sie dann einfach 
treiben. Leider verlieren viele Menschen beim Fischfang vor dem Columbia- 
Flusse ihr Leben, indem die Boote sich zur Ebbezeit zu weit auf die Barre, 
woselbst der Lachs besonders massenhaft angetroffen wird, hinauswagen und 
dann durch die hohe See, die auf der Barre mit der eintretenden Fluth ent- 
steht, umgeschlagen werden, 
Panama.) Am 5. August 1884 ging „Aeolus“ mit einer Ladung Holz 
vom Columbia-Flusse nach Paramd in See und ankerte im letztgenannten Hafen 
nach einer raschen Reise von 40 Tagen am 14. September, 
Die Einsegelung in die Bai von Panama ist in den Monaten Dezember 
bis Mai, zu einer Zeit, in der nördliche Winde und Windstillen vorherrschen, 
manchmal schr schwierig. An der Westküste der Bai setzt zugleich der Strom 
beständig nach S, weshalb man bestrebt sein mufß, die Küste beim Kap 
Corrientes zu machen und dann an der Ostseite der Bai, woselbst Fluth und 
Abbe regelmäßig mit einander abwechseln und das Schiff wegen der verhältnifs- 
mäfßsig geringen Wassertiefen bequem anukern kann, aufzuarbeiten. Während 
der Regenzeit, in unseren Sommermonaten, wenn Oftmals mehrere Tage hinter- 
einander südliche und südwestliche Winde wehen, kann man ohne Mühe auch 
an der Westseite der Bai einsegeln. 
Während unseres Aufenthaltes, vom 14. September bis 30. Oktober 1884, 
iraten in Panamd viele schwere Gewitter auf. Dieselben kamen in der Nacht 
von NNW bis W_herüber und waren von sirömendem Regen begleitet; die 
Windstärke ging nicht über 6. Am Tage kamen sio dagegen aus einer Öst- 
lichen Richtung, waren nur von kurzer Dauer, aber hatten stürmische Winde 
bis Stärke 10 im Gefolge. Durchweg war der Wind in den Böen und Schauern 
am Tage stärker als in der Nacht, 
Die Rhede ron Panamd ist eben nördlich von der Insel Jlenao ganz ge- 
schützt, aber näher der Siadt steht häußg bei südlichem Winde eine hohe 
Dünusg, die die Entlöschung der Schiffe manchmal sehr erschwert, Der beste 
Ankerplatz jst mw. NzO von der Ostspitze der Insel Zlenao. Der Grund hält 
überall sehr gut, Das Löschen der Ladung geht in der Regel nur langsam, 
denn gewöhnlich mangelt es an Leichterfahrzeugen; zudem ist die Entfernung 
von der Stadt recht groß, und wird auch die Arbeit, wie schon bemerkt, durch 
die hobe See unterbrochen. 
Auf der Insel Taboga?) befindet sich ein Gridiron (Rost), ‚auf welchem 
selbst grofse Schiffe Reparaturen ausführen können. Gewöhnlich aber holen 
die Schiffe, um den Boden zu reinigen und nachzusehen, an der Insel Perico 
auf den Strand. Die Gelegenheit dazu ist hier recht günstig, denn das Wasser 
ı) Siehe diese Annalen, Jahrgang 1885, Seite 560 ff. 
%) Siehe diese Annalen, Jahrgang 1881, Seite 696.
	        
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