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Forschungen an der Nordküste von Neu-Guiner.
{nseln Blosseville und Garnot, letztere von der ersteren verdeckt, peilen den
Flufs Süd. An demselben wurden Eingeborene gesehen. Die Küste westlich
von Kap della Torre trägt einen sehr gleichmäfsigen Charakter: Flachland mit
dichten Kasuarinen und Nipapalmen, welche beide auf sumpfiges Terrain
schliefsen lassen; Kokospalmen und Menschen waren nicht zu sehen; weiter
binnenlands eine Hügelkette, 40 Sm westlich von Kap della Torre liegt eine
tiefere Bucht, Krauel-Bucht, deren westliche Hälfte von 100 bis 140m hohen
dicht bewaldeten Hügeln begrenzt ist, und deren westlichste Ecke ein leicht
kenntliches Kap bildet, welches den Namen Kap Dallmann erhielt. Die östlich
von demselben sich zeigenden tieferen Einschnitte erwiesen sich als nicht zu-
gänglich. In der Bucht wurde ca 1 Sm von der Küste auf 16 m Wasser und
andgrund in 3° 45‘ S-Br und 143° 57° O-Lg geankert. Die in Kanoes
herankommenden Eingeborenen boten Speisen (Sago, Taro) freiwillig zum Ge-
schenk an und waren stille ruhige Leute. Sie kamen an Bord und überreichten
Herrn Dr. Finsch ein Kokosblatt, in welches sie einen Knoten schlugen als
Friedenszeichen.
Von dieser Bucht an wechselte das Aussehen der Küste und ging in
Hügel- bis Gebirgsland über, das sich ununterbrochen bis zur Humboldt-
Bai hinzog.
Oestlich vom Kap Dallmann hat die 100 bis 200 m hohe, steil abfallende,
dicht bewaldete Küste drei Einbuchtungen, die jedoch keine Anker- und Hafen-
plätze bieten. Mit dem Passiren des Kaps sieht man die Insel d’Urville als
achen langgestreckten Bergrücken mit einem anscheinend niedrigen dichtbe-
waldeten Vorland, welches letztere sich aber als die Insel Gressien ergab.
Westlich vom Kap Dallmann liegen mehrere grofse Buchten, die von 100 bis
140 m hohen dicht bewaldeten Hügeln begrenzt werden, hier und da aber auch
Vorland zu besitzen scheinen. Der Wald bestand durchgehends aus Laubbäumen,
nicht mehr aus Kasuarinen. Hinter den Uferhügeln erheben sich anschnlich
höhere Gebirge. Oestlich vom Kap Pomone und südlich von der Ostspitze
der Insel Gressien wurde eine kleine Insel gefunden, welche den Namen Meta
erhielt.!) Westlich von derselben öffnete sich eine Bucht, welche sich bei näherer
Untersuchung als sehr guter Hafen erwies und Dallmann - Hafen getauft wurde.
Er ist im Osten von Meta, im Norden von Gressien geschlossen, Die „Samoa“
ankerte in dem Hafen auf 18m Wasser und Sandgrund. Die Strafe zwischen
den Inseln Gressien und Meta ist Dallmann-Strafse benannt. Die Eingeborenen,
welche hier sofort nach dem Ankern des Dampfers in Kanoes längsseits kamen,
sind nach Dr. Finsch’s Urtheil die freundlichsten, welche er in ganz Melanesien
angetroffen hat, Sie begleiteten ihn in grofser Menge auf einer Landexkursion,
%ihrten ihn zu einem grofsen schönen Dorfe, Rabu, und nahmen ihn mit grofser
Gastfreundschaft auf, Das Land zeigte hier schöne Flächen mit Gras und
gutem schwarzem Boden. Die geologische Formation besteht, wie auch auf
den anderen besuchten Küstenpunkten New-Gwuineas aus Korallenboden, der in
Verwitterung übergegangen war. Die Eingeborenen waren reichlich mit Lebens-
mitteln. versehen, besaßen gut gepflegte Plantagen und kultivirten u. A. einen
secht passabel scheinenden Tabak, Kap Pomone der Karte ist ähnlich wie Kap
della Torre eine flache, mit hohen Kasuarinen bestandene Ecke, aber nicht mit
Sicherheit auszumachen. Die Küste zwischen beiden Kaps ist Hansemann- Küste
genannt worden; sie verläuft in fast gerader Linio und nicht in einer so tiefen
Bucht, wie auf der Karte gezeichnet ist. Schlechten Wetters wegen ging die
„Samoa“ bei der östlich von der Insel Paris in der Karte ohne Namen ver-
zeichneten Insel zu Anker, Diese Insel wird von Eingeborenen „G'uap“ genannt,
während sie Paris „Aarsu“ und die westlich von Paris liegende kleine
Insel „Unei“ nennen; weiter heifst d’Urville bei den Eingeborenen „Kairu“,
Gressien „Muschu“ und die Spitze Sapa „Karawap“. Guap ist reich-
lich bevölkert, und die Eingeborenen kamen zahlreich in Kanoes an Bord, um
zu handeln, und brachten u. A. guten Yams mit. Sie führten eine Menge Bogen
und Pfeile mit sich, betrugen sich aber ruhig und anständig. Aarsw oder Paris
ist dicht bewaldet, ohne Kokospalmen und wenig bevölkert; Uner ist unbewohnt;
] Auf der Engl, Adm.-Karte (2764, Tit. XII, No. 261) ist diese Insel nicht verzeichnet.