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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

A 
Forschungen an der Nordküste von Neu-Guiner. 
{nseln Blosseville und Garnot, letztere von der ersteren verdeckt, peilen den 
Flufs Süd. An demselben wurden Eingeborene gesehen. Die Küste westlich 
von Kap della Torre trägt einen sehr gleichmäfsigen Charakter: Flachland mit 
dichten Kasuarinen und Nipapalmen, welche beide auf sumpfiges Terrain 
schliefsen lassen;  Kokospalmen und Menschen waren nicht zu sehen; weiter 
binnenlands eine Hügelkette, 40 Sm westlich von Kap della Torre liegt eine 
tiefere Bucht, Krauel-Bucht, deren westliche Hälfte von 100 bis 140m hohen 
dicht bewaldeten Hügeln begrenzt ist, und deren westlichste Ecke ein leicht 
kenntliches Kap bildet, welches den Namen Kap Dallmann erhielt. Die östlich 
von demselben sich zeigenden tieferen Einschnitte erwiesen sich als nicht zu- 
gänglich. In der Bucht wurde ca 1 Sm von der Küste auf 16 m Wasser und 
andgrund in 3° 45‘ S-Br und 143° 57° O-Lg geankert. Die in Kanoes 
herankommenden Eingeborenen boten Speisen (Sago, Taro) freiwillig zum Ge- 
schenk an und waren stille ruhige Leute. Sie kamen an Bord und überreichten 
Herrn Dr. Finsch ein Kokosblatt, in welches sie einen Knoten schlugen als 
Friedenszeichen. 
Von dieser Bucht an wechselte das Aussehen der Küste und ging in 
Hügel- bis Gebirgsland über, das sich ununterbrochen bis zur Humboldt- 
Bai hinzog. 
Oestlich vom Kap Dallmann hat die 100 bis 200 m hohe, steil abfallende, 
dicht bewaldete Küste drei Einbuchtungen, die jedoch keine Anker- und Hafen- 
plätze bieten. Mit dem Passiren des Kaps sieht man die Insel d’Urville als 
achen langgestreckten Bergrücken mit einem anscheinend niedrigen dichtbe- 
waldeten Vorland, welches letztere sich aber als die Insel Gressien ergab. 
Westlich vom Kap Dallmann liegen mehrere grofse Buchten, die von 100 bis 
140 m hohen dicht bewaldeten Hügeln begrenzt werden, hier und da aber auch 
Vorland zu besitzen scheinen. Der Wald bestand durchgehends aus Laubbäumen, 
nicht mehr aus Kasuarinen. Hinter den Uferhügeln erheben sich anschnlich 
höhere Gebirge. Oestlich vom Kap Pomone und südlich von der Ostspitze 
der Insel Gressien wurde eine kleine Insel gefunden, welche den Namen Meta 
erhielt.!) Westlich von derselben öffnete sich eine Bucht, welche sich bei näherer 
Untersuchung als sehr guter Hafen erwies und Dallmann - Hafen getauft wurde. 
Er ist im Osten von Meta, im Norden von Gressien geschlossen, Die „Samoa“ 
ankerte in dem Hafen auf 18m Wasser und Sandgrund. Die Strafe zwischen 
den Inseln Gressien und Meta ist Dallmann-Strafse benannt. Die Eingeborenen, 
welche hier sofort nach dem Ankern des Dampfers in Kanoes längsseits kamen, 
sind nach Dr. Finsch’s Urtheil die freundlichsten, welche er in ganz Melanesien 
angetroffen hat, Sie begleiteten ihn in grofser Menge auf einer Landexkursion, 
%ihrten ihn zu einem grofsen schönen Dorfe, Rabu, und nahmen ihn mit grofser 
Gastfreundschaft auf, Das Land zeigte hier schöne Flächen mit Gras und 
gutem schwarzem Boden. Die geologische Formation besteht, wie auch auf 
den anderen besuchten Küstenpunkten New-Gwuineas aus Korallenboden, der in 
Verwitterung übergegangen war. Die Eingeborenen waren reichlich mit Lebens- 
mitteln. versehen, besaßen gut gepflegte Plantagen und kultivirten u. A. einen 
secht passabel scheinenden Tabak, Kap Pomone der Karte ist ähnlich wie Kap 
della Torre eine flache, mit hohen Kasuarinen bestandene Ecke, aber nicht mit 
Sicherheit auszumachen. Die Küste zwischen beiden Kaps ist Hansemann- Küste 
genannt worden; sie verläuft in fast gerader Linio und nicht in einer so tiefen 
Bucht, wie auf der Karte gezeichnet ist. Schlechten Wetters wegen ging die 
„Samoa“ bei der östlich von der Insel Paris in der Karte ohne Namen ver- 
zeichneten Insel zu Anker, Diese Insel wird von Eingeborenen „G'uap“ genannt, 
während sie Paris „Aarsu“ und die westlich von Paris liegende kleine 
Insel „Unei“ nennen; weiter heifst d’Urville bei den Eingeborenen „Kairu“, 
Gressien „Muschu“ und die Spitze Sapa „Karawap“. Guap ist reich- 
lich bevölkert, und die Eingeborenen kamen zahlreich in Kanoes an Bord, um 
zu handeln, und brachten u. A. guten Yams mit. Sie führten eine Menge Bogen 
und Pfeile mit sich, betrugen sich aber ruhig und anständig. Aarsw oder Paris 
ist dicht bewaldet, ohne Kokospalmen und wenig bevölkert; Uner ist unbewohnt; 
] Auf der Engl, Adm.-Karte (2764, Tit. XII, No. 261) ist diese Insel nicht verzeichnet.
	        
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