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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Reisebericht des Kapt. F. Reiners vom Schiffe „Aeohus“, 
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mit Guaymas und La Paz, ferner dreimal im Monat mit San Francisco und 
zweimal mit Panamd, Dio rascheste Postbeförderung nach Europa ist die über 
Guaymas und New- York, man behauptet, dafs sie nur 21 Tage in Anspruch nimmt. 
Das Zollwesen wird in Mazatlan in derselben Weise und ebenso strenge 
gehandhabt, wie in Acapulco. Das Entlöschen der Schiffe geht indefs besser 
and rascher; Stückgüter werden bis 2* p. m, Holz, Eisen und Kohlen bis 3*p. m. 
gelöscht. Seit der Zeit, dafs Gwaymae eine Kisenbahnverbindung nach dem 
Innern des Landes und mit den Vereinigten Staaten hat, ist in Mazatlan eine 
Abnahme der Ein- und Ausfuhr eingetreten; man erwartet jedoch eine Besserung 
infolge der Entdeckung und Bearbeitung der neuen Silberminen, 
Während unserer Anwesenheit in Mazatlarn, von Mitte März bis Mitte 
April 1884, hatte der Wind am Tage fast nur eine nordwestliche Richtung. 
Er hielt bis 2° a.m. an und erlangte zur Zeit des Neu- und Vollmondes die 
Stärke 6 bis 7. Landwinde traten nur selten auf und waren sehr leicht. An 
einigen Tagen herrschten Windstillen, wobei die Temperatur der Luft sehr 
koch war, In den Nächten thaute es sehr stark. An einem Morgen herrschte 
dichter Nebel, der erst gegen 10* a. m., als nordwestlicher Wind durchkam, 
verschwand. 
Carmen, Von Mazatlan versegelte „Aeolus“ nach der Iusel Carmen im 
Golf von Kalifornien, um daselbst eine Ladung Salz für Portland (Oregon) zu 
laden. Vorher aber mußte zum Zweck des Ausklarirens La Paz angelaufen 
werden. Mit frischem nordwestlichem Winde traten wir am 14. April unsere 
Reise dorthin an. Es war zunächst unser Bestreben, die Kalifornische Küste 
zu erreichen, um unter derselben aufzuarbeiten. Am 20. April ankerten wir in 
La Paz, und nachdem das Schiff ausklarirt war, wurde am 21. die Reise weiter 
fortgesetzt. Eine frische Landbhriese brachte uns an diesem Tage ein gutes 
Stück voran. An den beiden folgenden Tagen ging dagegen die Reise bei 
leichten südlichen, durch Stillen unterbrochenen Winden nur langsam vorwärts, 
Am 24. April liefsen wir in der Bai der Insel Carmen den Anker fallen. 
Die Rhede von Carmen ist, aufsor gegen SE-, gegen alle Winde geschützt, 
und nur zur Zeit, wenn einer der berüchtigten „Cordonazos“ weht, kann Gefahr 
für ein Schiff vorhanden sein. In der Regel wehen die Winde mit einer geringen 
Stärke, und der Ankergrund hält gut. Man kann sich keine bessere Rhede 
wünschen, Seegang kommt in die Bai nur gelegentlich während der Regenzeit, 
von Juni bis November, Man ankert auf einer Wassertiefe von 7,2m (4 Fad.), 
das weiße Haus am Lande in mw. NzO. Wenn nicht gleichzeitig zu viele Schiffe 
im Hafen, die Leichterfahrzeuge in Ordnung und genügend Arbeitsleute vor- 
handon sind, so geht die Beladung der Schiffe rasch von statten, In der guten 
Jahreszeit können dann täglich 80 bis 100 Tonnen Salz geliefert werden, 
Manchmal aber sind die Et Bedingungen nicht erfüllt, und wenn dann 
eine gröfsere Anzahl von Schiffen ankommt, die nach der Reihe beladen werden, 
so hat das letzte Schiff oft sehr langen Aufenthalt. Es ist daher ‚gut, in der 
Chartepartie festzustellen, dafs täglich mindestens ein bestimmtes Quantum, 
sage 50 Tönnen Salz, geliefert werden soll. Der Gebrauch ist freilich, dafs 
ar keine Chartepartie ausgefertigt wird; dem Kapitän wird einfach nur ein 
Schreiben an den Vorsteher der Salzwerke in Carmen mitgegeben. Man sollte 
sich aber, wie gesagt, damit nicht zufrieden geben und sich nicht auf die schönen 
Worte der Kaufleute in La Paz und Mazatlan verlassen, sondern ein biudendes, 
gültiges Dokument zu erhalten suchen, denn ohne ein solches mufs man sich 
irgend welches Verfahren in Carmen gefallen lassen. Die Kaufleute sind nur 
zu oft nicht in der Lage, ihr Versprechen halten zu können. 
Bei meiner Anwesenheit in Carmen lag daselbst in einem Hügel ein 
Quautum von 18000 Tonnen Salz angehäuft. Das Salzlager der Insel scheint 
anerschöpflich zu sein. Bei einem Versuch, die Mächtigkeit desselben zu 
messen, fand man in einer Tiefe von 3m (10 Fufs) noch Salz, und dazu hat 
das Lager einen Flächeninhalt von einer Englischen Quadratmeile. Obwohl 
bereits Tausende Tonnen Salz gewonnen worden sind, läfst sich doch kaum 
eine Abnahme erkennen, indem in ‚den gemachten Vertiefungen fortwährend 
noues Salz sich bildet. Die Saline ist vom Meere durch einen Sandrücken 
getrennt, ‚muß aber unterirdisch mit demselben in Verbindung stehen, da das 
asser in der Salzlache, ebenso wie :draufsen, mit den Gezeiten steigt und
	        
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