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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Hydrographische Notizen für den Zanzibar-Kanal bis zum Kilife-Flufs. 
Hydrographische Notizen für den Zanzibar-Kanal 
bis zum Kilife-Fluls, 
Aus dem Bericht S, M. Kr. „Möwe“, Kommandant Kapt, z. See Hoffmann. 
Die Englischen Karten und Sogelanweisungon sind durchaus korrekt bis 
Pangari, wo die Neuvermessung im Jahre 1878 abgebrochen ist.!} 
1. Für die Navigirung des Zanzibar-Kanals ist das elektrische Licht 
von Zanzibar sehr nützlich, namentlich zur Bestimmung der nord-südlichen 
Stromversetizung, welche hier so oft wechselt. Leider wird das elektrische 
Licht bei Vollmond nicht angezündet. Im nördlichen Theil des Kanals waren 
bei klarer Nacht die Feuer von Rus Nungwe und selbst das Feuer von Mungo- 
part 12 Sm weit sichtbar, Die Insel Maziwi vor Fangant ist mit ihren hohen 
Kasuarinen ein sehr gutes Orientirungsmark an der Festlandseite, beim Ansteuern 
von Pangani oder wenn man von Norden in den Zanzıbar-Kanal einsegelt, 
2. Im Pemba-Kanal*) wurde bei frischem NE-Wind eine Stromversetzung 
von 1 Sm in der Stunde nach NNE festgestellt. Dieser Strom soll zu allen 
Jahreszeiten, nur mit wechselnder Geschwindigkeit, herrschen. 
3. Zwischen Pangani und Tanga sind die Peilungsobjekte unzuverlässig. 
Der gut kenntliche Tongwe-Pik®) liegt als KEinsegelungsmarke für Pangani 
richtig, nach genauer Peilung von der Insel Yambe muß er aber auf der in 
der Karte eingetragenen Linie (NW*/4W) um 2 Sm näher an die Küste ver- 
schoben werden, Er ist dann auch für die Einsegelung nach Tanga nützlich 
zu verwerthen. 
4. Für Schiffe unter 5m Tiefgang ist für die Einsegelung nach Tanga,*) 
wenn man von Süden kommt, die Passage zwischen Yambe und dem ANiıule-Riff 
zu empfehlen, da man dort bessere und nähere Peilungsobjekte hat, wie in dem 
„Ship channel“, Der Sandfleck auf Nivle-Riff ist ein gutos Ansegelungsmark. 
Auf dem Außenriff vor Tanga ist das Wasser schr klar, der Grund war auf 
20m Tiefe deutlich sichtbar. Innerhalb wird das Wasser schnell dunkelgrün, 
80 dafs die inneren Riffe (Ulenge etc.) schlecht sichtbar sind. 
5. Die gegenseitige Lage der kleinen Inseln aüdlich von Wasin (Waseen) 
einschliefslich Sü und der nördlich davon scharf abgegrenzten Berge (Wasin- 
Berge) ist auf der Karte nicht korrekt eingetragen. Für die Einsegelung nach 
Wasin genügen jedoch die Anleitungen des „Africa Pilot“, 
6. Für die Küstenstrecke Wasin bis zur Chala-Bucht®) (Gasi) mulßs das 
Loth dauernd in Gebrauch bleiben. Die nicht in der Karte verzeichneten Riffe 
treten mindestens 1,5 Sın weit hinaus mit ungleichmäfsigen Tiefen außerhalb 
derselben. . 
Für die Ansegelung der Chala-Bai von Süden ergab sich folgende An- 
leitung (guter Ausguck vom Topp ist dabei nothwendig), 
Das vorspringende Küstenriff an der Südöffnung der Bai wird am Lande 
markirt durch dunkle Klippen, wolche einen hellen Sandstrand nach Norden 
zu begrenzen, Auf diese mit Kurs NzW'4W zusteuernd, nähert man sich der 
Brandung auf 2—3 Kabllg. und steuert dann NNO mitten in die Bucht hinein. 
Die Tiefen nehmen dann ganz allmälig ab, „Die Insel Chale offen von Chala Pt,“ 
giebt einen guten Ankerplatz in 10m Wasser (weiter nördlich, Südspitze der 
Aala-Insel in 0%4N 8m Wasser), Der Ort Cast (Gaza) liegt im NW der 
Chala-Bai an der rechten Seite der Flußmündung. 
7. Für das nicht in der Küstenkarte verzeichnete Takaungu ist eine 
Karte neuerdings veröffentlicht, auf welcher Alles verzeichnet ist, was über die 
Einsegelung gesagt werden kann. 
Y Vgl. „Africa Pilot“ 
a, a. O., pag. 359. 
3a a ©, pag. 329. 
4) 8. a. O., pag. 360. 
5) 8. 8. O., pag. 362. 
Part IIL 1884, pagı 344, 348, 353.
	        
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