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Port Broughton, Wallaroo und Port Melbourne in Australien.
Die Seiten des Flusses sind, soweit dieselben als Anlegestellen für Schiffe dienen,
mit Kajen versehen, welche theils von Holz, theils von Steinen gebaut sind.
An diesen Kajen beträgt die Wassertiefe bie zu den Anlegeplätzen der Post-
Jampfer, in der Nähe der Stadt 5,4 bis 6,0m (18 bis 20 Fufs). Die sogenannte
Oldtown-Pier in Port Melbourne ist kürzlich verlängert worden, und es können
jetzt an derselben, ebenso wie an der Razlway-Pier, He 12 Schiffe
liegen. Von der Oldtown-Pier und den Kajen am Ufer des Yarra Yarra werden
alle Wasren vermittelst Wagen, von der Railway-Pier ab nur mit der Eisen-
bahn nach Melbourne und weiter befördert. An der letztgenannten Pier liegen
fast nur Schiffe, welche mit Stückgütern von Europa, an der Oldtiown-Pier
aber fast nur gröfsere Schiffe, mit Holzladungen oder solche, welche mit
Stückgütern von Amerika kommen, Alle an der Ratlway-Pier löschenden
Schiffe müssen einen Stauer und Leute vom Lande nehmen, während man diese
Arbeit an der Oldtown-Pier, woselbst Dampfwinden zu miethen sind, mit der
zigenen Mannschaft verrichten kann. Es ist indefs nicht möglich, Arbeiter vom
Lande zu erhalten, welche gemeinsam mit der Schiffsmannschaft arbeiten, weil die
Statuten eines seit einigen Jahren in Port Melbourne bestehenden Arbeiterver-
bandes dieses nicht gestatten. Schiffe, die in dem Flusse Yarra Yarra liegen,
können jedoch bis jetzt noch solche Aushülfsarbeiter bekommen. Für die Ent-
löschung durch Stauer wird, ebenso wie früher, 1 sh. die Tonne von 40 Kubik-
fußls Raum oder 2240 Pfund Gewicht und für das Uebernehmen und Verstauen
son Weizen 1 sh. 6 d. die Tonne berechnet. Der Steinballast kostet frei
längsseits etwa 5 sh., der Sandballast 2 sh. 9 d. und für das Uebernehmen
6 d. pro Tonne extra. An der Railway-Pier ist aber nicht immer Stein-
ballast zu bekommen. Für Schiffe, die im Yarra Yarra liegen, stellt sich der
Preis des Ballastes etwas höher.
Im Ganzen geht das Löschen und Abnehmen der Ladung hier nicht so
rasch von statten als in Sydney, was theils an der kürzeren Arbeitszeit, theils
an anderen Hafenusancen liegt.
Auf den beiden Pieren in Port Melbourne ist die Wasserleitung bis an
die Enden derselben ausgeführt, um die Schife mit Trinkwasser zu versorgen,
von welchem 1000 Gallonen 6 sh. kosten. .
Williamstown, an der SW-Seite der Hobson-Bai, besitzt drei Pieren,
welche von den hier ladenden Schiffen viel benutzt werden und Raum für
12 Schiffe bieten. In letzter Zeit legen hier auch die einkommenden Post-
Aampfer an, um Post, Passagiere und Güter zu landen, welche vermittelst Extra-
zug nach Melbourne befördert werden.
Auf der au der Südseite des Yarra Yarra belegenen Werfte „Sowthwharf“
ist ein dem Fiskus gohörender Dampfkrahn vorhanden, welcher im Stande ist,
Lasten bis zu 50 Tonnen zu heben. Au derselben Seite des Flusses, nahe bei
dem Krahn, ist das Trockendock der Herren Duke & Son, ein doppeltes Dock,
mit Holz ausgeschlagen, welches gleichzeitig zwei Schiffen (eines von 2000 und
das andere bis zu 600 Tonnen-Gröfse) Raum gewährt. Neben diesem befindet
sich das Trockendock der Herren Wright, Orr & Co., welches Schiffe bis zu
einer Größe von 2000 Tonnen aufnehmen kann. In Wülliamstown ist das der
Regierung gehörende Alfred Graving Dock, zugänglich für die gröfsten Kriegs-
and Handelsschiffe, sowie ein Patentslip, ebenfalls Eigenthum der Regierung,
welches von Schiffen bis zu einer Gröfßse von 2000 Tonnen benutzt werden
kann. Aufserdem befindet sich hier das Schwimmdock der Herren Deane & Co,,
welches Schiffen bis zu einer Größe von 600 Tonnen Raum gewährt, und der
Patentslip der Herrn Wright, Orr & Co. Für das Einholen in die Trocken-
docks und das Auslassen aus denselben, sowie für das Aufziehen und Herunter-
lassen der Schiffe auf die, bezw. von den Patentslips der Privateigenthümer ist
l sh. pro Reg.-Tonne zu zahlen und für die Dauer der Benutzung dieser Ein-
richtungen täglich 6 d. für die Reg.-Tonne. Für die Benutzung des Alfred
Graving Docks hat ein Schiff bis zu 600 Tonnen Größe täglich 7 d. für die
Reg.-Tonne zu entrichten, worauf der Tarif bei zunehmender Gröfse der Schiffe
allmählich abnimmt, so dafs für ein solches von über 2500 Tonnen der Satz
31% d. pro Tag und Tonne beträgt. Der Tagelohn der Zimmerleute beläuft
sich für achtstündige Arbeit auf 14 sh. Es sind in Port Melbourne mehrere
Maschinenwerkstätten und Eisengiefßsereien vorhanden, auch Reepschlägereien, und