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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Allgemeines und physikalische Beobachtungen in Bezug auf Temperatur und Salzgehalt. 287 
werden. Ein Vergleich der Beobachtungen (redueirt auf 17,5° © auf Station EX 
von Anfang Juli, Ende Juli und Mitte August zeigt folgende Schwankungen: 
Salzgehalt auf Station EEE, 
4.—5. Juli 24,—25, Juli 14.—15. August. 
Oberfläche 3,45 3,46 3,50 
Grund 40 m 3,47 3,48 3,50 
Es ist nothwendig, dies hier voranzuschicken, damit man den richtigen 
Mafsstab zu gewinnen vermag für Vergleichungen zeitlich auseinander liegender 
Beobachtungen. Andererseits erhält man bei einer Fahrt quer dnrch die Nord- 
3e@ aus den zusammenhängenden Beobachtungsreihen, deren cinzelne Stationen 
nur wenige Tage auseinander liegen, €in anschauliches Bild der relativen Dichtig- 
keits- und Temperatur- Verhältnisse zu einer gewissen Epoche, aus welchem 
weitere Schlufsfolgerungen zu ziehen daher als zulässig angesehon werden darf. 
Beovor wir zur Betrachtung der physikalischen Beobachtungen übergehen, 
sei bemerkt, dafs Tafel A die Tiefenverhältnisse der Nordsee und die einzelnen 
Beobachtungsstationen, Tafel B die Vertheilung des Salzgehalts und zwar BI 
an der Oberfläche, B2 in 30m Tiefe, B3 am Boden, Tafel C die Vertheilung 
des Wassers nach seiner Dichtigkeit (absolutes specifisches Gewicht in loco) 
and wiederum Tafel C 1 an der Oberfläche, C 2 in 30m Tiefe, C3 am Boden 
giebt. Wo die Meerestiefe weniger als 30m betrug oder sonstige Umstäude 
die Messung in 30m Tiefe nicht zulicfsen, sondern nur in einer nahe gelegeuen 
frestatteten, ist die Beobachtungstiofe in Parenthese dem Beobachtungsorte bei- 
gefügt. Dasselbe ist bei den Grundbeobachtungen auf Tafel B3 und C3 all- 
gemein geschehen. Bei den ausgezogenen Kurven dieser Tafeln sind, soweit 
dies nothwendig für die Betrachtung schien, die zu einer andern Jahreszeit 
angestellten Beobachtungen der „Pommerania“ reducirt gedacht, entsprechend 
der Differenz, welche sich bei den beiderseitigen Beobachtungen au ein und 
demselben oder an einem ganz nahe gelegenen Ort ergab, 
Die Tafeln D1 und D2 enthalten den Sauerstoffprovontsatz des Wassers 
an der Oberfläche und in der Nähe des Grundes, während die Diagramme 
Tafeln X bis IV Temperaturdurchschnitte resp. Kurven der Temperatur und 
des Salzgehaltes aufweisen, und endlich die Tafeln V und VI auf die Strom- 
beobachtungen Bezug haben. 
In Tabelle I sind sodann die in 1882 und 1884 angestellten physikalischen 
Beobachtungen, in den Tabellen IIa bis IIh die 1881 und 1882 gemachten 
Strombeobachtungen, in Tabelle IIX bis VI die Resultate der chemischen Unter- 
suchungen sowohl für die Nordsee, wie für frühere Deutsche Expeditionen, 
nämlich auf „Pommerania* in der Ostsee und auf „(7azelle“ in verschiedenen 
Oceanen zusammengestellt, endlich ist in Tabelle VII eine summarische Ueber- 
sicht der bei der Expedition des „Drache“ 1882 gefischten Organismen der 
wirbellosen Mecresfauna gegeben. 
Die Nordsee ist, wie Tafel A erkennen läfst, cin Becken von sohr varliren- 
den Tiefenverhältnissen, welches an drei Stellen in Zusammenhang steht mit 
Meeren von sehr verschiedenen physischen Eigenschaften. Müssen schon diese 
Umstände eine Komplikation in dem physikalischen Verhalten des Wassers er- 
zeugen, so wird dies noch in höherem Mafse herbeigeführt durch den Einfufs 
der — wenigstens in den Theilen mit geringen und mittleren Tiefen -— bis 
auf den Meeresboden reichenden Gezeitenströme, ferner infolge der Unregel- 
mäfßsigkeit der Winde durch den ungleich vertheilten Zuflufs bedeutender Süls- 
wassermassen. und endlich durch die grofsen Schwankungen der atmosphärischen 
Temperatur in den verschiedenen Jahreszeiten. 
Es ist unter diesen Umständen nur natürlich, dafs das allmählich zu- 
sammengebrachte, verhältnifsmäfßsig reiche Beobachtungsmaterial uns doch nur 
ein ungefähres Bild von den Bewegungsvorgängen dieses Meeres liefert, und 
dafs manche der zu ziehenden Schlüsse mehr oder weniger hypothetischer Natur
	        
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