Kleine Notizen.
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3. Ueber die Häufigkeit der Cyklonen in verschiedenen Meeren,
Der Direktor des Observatoriums zu Hongkong, Herr W. Doberck, veröffent-
licht in einem Anhang der „Observations and Researches made at the Hongkong
Observatory in the year 1884“ folgende Zusammenstellung über die relative
Häufigkeit der Cyklonen in verschiedenen Meeren,
Java-See China-See Havana
363
855
Arabisches Golf von Südl. Indischer
Meer Bengalen Ocean
234 139 40
70 115 53
Zahl der Jahre ,
Zahl der Cyklonen .
85
214
Dezember . =
Januar + + x
Februar. .
März. = x
April.
Mai + +
Juni » + «on
Juli + + +
August . » «
September, ,
Oktober. +
November .
x
6
N”
3%
x
3
bh
14
27
16
x
1 2,
16 17
$ 5
v
3
Seine Gewährsmänner sind für das Arabische Meer Chambers, für den
Golf von Bengalen Blanford, für den südlichen Indischen Ocean und die
Java-See Piddington, für die China-See Schück, für Havana Poey. Die
Tabelle enthält für jeden Monat des Jahres die Zahl gefahrbringender atmo-
sphärischer Wirbel, in Procenten der mittleren Jahressumme ausgedrückt, In
die Augen fallend ist die Aehnlichkeit der Jährlichen Periode der Taifune in
der Chinesischen See und der Cyklonen in Westindien. Die ersteren erreichen
im September ihr Maximum, im Februar ihr Minimum, während die westindischen
Orkane im August ihr Maximum und im Januar ihr Minimum haben, Fast die
Hälfte aller Taifune und westindischen Orkane fällt in den August und Sep-
tomber; dagegen ist die relative Häufigkeit der ersteren im Mai und November
etwas gröfser als diejenige der letzteren. Die Cyklonen des südlichen Indischen
Oceans sind in entsprechender Weise über das Jahr vertheilt, ibr Maximum
liegt im Februar, ibr Minimum im Juli, Die Häufigkeit der Cyklonen im Golf
von Bengalen und im Arabischen Meere hat entsprechend dem Wechsel der
Monsune zwei Maxima, im Mai und im Oktober, |
4. (D. 8.) Das Einsetzen von Land- und Seebriese in Rio de
Janeiro. Kapt. E. Büschen von der Deutschen Schonerbrigg „Amor“ be-
richtet in seinem meteorologischen Journal, wie folgt: „Auf unserer Reise von
Hamburg nach Rio de Janeiro segelten wir am Morgen des 30, August 1884
in Sicht der Küste von Brasilien, passirten um 9* a.m, das Fort Santa Cruz
und gelangten um 11% a.m. in der Frangwia zu Anker, Unser Aufenthalt in
Rio de Janeiro dehnte sich bis zum 22, Oktober aus,
Im Monat September wechselten Land- und Socbriese ganz regelmäfsig
mit einander ab. KErstere wehte gewöhnlich von Abends 8 Uhr bis zum
nächsten Morgen um 6 Uhr. Darauf folgte gewöhnlich bis 9* a, m. Windestille,
Dann setzte die Seebriese ein, welche den ganzen Tag bis gegen 6° p. m. frisch
wehte und dann allmählich abflaute.
Im Monat Oktober war die Seebriese manchmal einige Tage hinter-
einander ganz aufgehoben, so dafs die Schiffe auf der Barre umhertrieben und
nicht einsegeln konnten,
Zur Zeit des Neu- und Vollmondes wehte in Rio de Janeiro steifer
züdwestlicher Wind, der mehrere Tage andauerte und anhaltenden Regen mit
sich führte.“
5. Die Ankerplätze in der Manda- Bucht. Nach dem Berichte
S, M. Kr. „Möwe“, Kommandant Kapt. z. Soe Hoffmann.) Die Manda-Bucht
ist von Schiffen jeden Tiefganges an der Hand der vorhandenen gehr guten
‘} Siehe auch diese Annalen 1886, S. 224.
„Africa Pilot“, Part III, 1884, S. 375.
Findlay’s „Indian Ocean“, 188392, 8. 650,