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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Örkan vom 14. Mai in Crossen und Umgebung. 
Rand, noch zwischen NW und SE-Ende des Nestes liefs sich ein durchgreifender 
Unterschied bemerken, überall walteten, auch unter den nicht gemessenen 
Stämmen, bei den oberen Stämmen die südwestliche, bei den unteren die süd- 
östliche Richtung vor, an mehreren Punkten des Terrains fächerförmig konver- 
yirend, als ob sie von einer Hand in emmen Bündel gefafst wären, die oberen 
Stämme zum Theil (ob nur durch die Stütze an den unteren?) nicht mehr 
geworfen, sondern nur geneigt oder (dünnere) laubenartig übergebogen. 
Dieses Konvergiren nach mehreren Punkten des Nestes, so dafs das 
ganze Nest wie aus mehreren Fächern und Kinzelstäben zusammengesetzt 
erscheint, habe ich an mehreren Stellen gesehen, obwohl an keiner so auffallend 
ausgeprägt, wie an dieser. 
Nach Angabe der Arbeiter im Walde findet sich nördlich und nordöstlich 
von dieser Stelle nirgends irgendwie erheblicher Windschaden mehr. Jun Niede- 
witz ist nach übereinstimmenden Nachrichten wohl Gewitter, aber weder Hagel 
noch Windschaden vorgekommen, ebensowenig in Cunersdorf. In Ulbersdorf, 
welches ich selbst besuchte, sind zwar ganz vereinzelt einige Bäume gefallen 
’aus welcher Richtung lief sich nicht mehr feststellen), aber Schaden hat nur der 
Hagel gethan, und zwar nur auf dem westlichen Theile der Gemarkung (bis zu 
/s, ebenso in Blankenfeld), östlich vom Dorfe nicht mehr. Sturm und Schlossen 
kamen hier aus SW; letztere waren wie saure Kirschen, die gröfseren wie Hasel- 
nüsse grofs. Nördlich, in Seeläsgen, das auf der geraden Fortsetzung des Zer- 
störungsstreifens liegt, gab es wohl Schlossen, aber wenig Schaden, und soll 
Windschaden sogar überhaupt nicht vorgekommen sein. Südlich von Ulbersdorf 
301l in Sawische etwas Hagelschaden und Windbruch sein, beide nach Allem, 
was ich auf viele Anfragen erfuhr, jedenfalls nur unbedeutend. Crdämersborn, 
gleich Griesel Frau Regierungsräthin Krause gehörend, hat weder Hagel- noch 
Windschaden gehabt. Selbst in Rädnitz, wo die Häuser während des Wind- 
atofses eigenthümlich gezittert haben sollen, hat es keinen irgend erheblichen 
Schaden gegeben, 
Oestlich von Übersdorf war es in Schwiebus am Nachmittage des 14. 
nur Schwül und finster, aber nicht einmal das Gewitter erreichte den Ort, man 
sah es nur im Westen dunkel liegen und hörte nach 3*p.m. fernen Donner, 
ohne Blitze zu sehen; man wollte kaum den Bauern aus Ülbersdorf glauben, 
dafs dort Hagel gewesen sei und in Griesel Sturm. 
Es bleibt uns noch übrig, vom Verlauf des Wetters und vom Hagelfall 
im Innern und an der NW-Grenze des letzten Drittels des Zerstörungsgebietes 
zu berichten, 
In Griesel selbst und an der dortigen Oberförsterei ist der Hagel nicht 
unbedeutend gewesen, die Kisstücke von verschiedener Form, manche linsen- 
Jörmig von Markgröfse, mit mehreren Schichten; die grofsen waren nur ver. 
einzelt unter kleineren; recht viele waren wie ein kleines Taubenei gro(s, 
Der Hagel begann etwas vor dem Wind und nicht gleich ganz heftig, 
so dafs die Rollläden an der Südseite des Schlosses noch herabgelassen werden 
konnten und dann erst der Stofßs kam; und zwar soll dieses kurz vor 4 Uhr 
geschehen sein; der schwere Hagel dauerte etwa 6 Minuten. Die Augenzeugen 
unter den Bauern schildern den Vorgang so, dafs eine hohe, spitze, oben weilßse 
Wolke, deren unterer Theil durch die vorliegenden Höhen verdeckt war, mit 
angewöhnlicher Schnelligkeit aus SW aufstieg, nachdem schon etwas Regen aus 
den vorhergehenden schwarzen Wolken gefallen war; wie die weiße Wolke 
heraufkam, sah es darunter wie heller wirbelnder Rauch aus, als ob ganz 
Beutnitz oder Glembach bremne; einer der Erzähler holte schnell den Schlüssel 
vom Küster und stieg auf den Thurm, um nach dem Feuer auszuschauen; er 
hatte noch Zeit, herunter und nach Hause zu kommen, bis der Sturm losbrach,. 
Sowohl an der Grieseler „Mittelmühle“, als an der güdlichsten dieser 
drei, der „Papiermühle“, wurden viele Scheiben vom Hagel zerschlagen, der 
aus S-Richtung fiel, In der „Mittelmühle“ flogen die Schlossen durch die 
Fenster unter ca 20° bis 30° Winkel mit dem Horizont, bis in die Mitte der 
grofsen niedrigen Zimmer. 
Im Vorwerk Wassine fielen grolse eckige Eisstücke von strahligem Bau 
mit hellen und dunklen Schichten, die gröfsten davon mit Zacken; am Morgen 
schon hörte der Besitzer bei drückendem Wetter und heiterem Himmel fernen
	        
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