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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Port Broughton, Wallaroo und Port Melbourne in Australien. 
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aus bis in die Mitte des hier schmalen Einganges zur Lagune reicht. Am 
Lande befindet sich in der Nähe der Pier, auf der einen Seite derselben ein 
Kaufmannshaus, welches zugleich Posthaus ist, und an der anderen Seite ein 
Hotel. Die beiden Häuser sind aus Steinen erbaut und mit Blech gedeckt. 
Gleich daneben wohnen die hier beschäftigten Arbeiter, sowie Schuster, 
Schlächter u. 8. w. Ferner ist kürzlich eine Dampfmühle errichtet, welche dem- 
nächst in Betrieb gesetzt werden wird. Diese Mühle ist das höchste Gebäude 
am Platz, weifßs angestrichen, und hat, aus der Ferne gesehen, Aehnlichkeit mit 
einem hohen Speicher. Es kann als eine gute Ansegelungsmarke dienen. 
Längs der Pier liegen die Schienen einer Pferdeeisenbahn, welche nach dem 
10 Sm entfernt liegenden Mundoora führt, woselbst der meiste Weizen wächst, 
der hier verschifft wird. Die Pier und die Pferdebahn sind KEigenthum des 
Staates. Der Weizen wird direkt aus den Eisenbahnwagen in die am Ende 
der Pier liegenden Leichterfahrzeuge verladen. Die Tiefe des Mundoora-Kanals 
varlirt zwischen 15m und 3,0m (5 bis 10 Fufs) bei niedrigem Wasser und ist 
daher nur für kleine Küstenfahrer passirbar. Der Hub des Wassers beträgt 
18 bis 2,7 m (6 bis 9 Fufs). Die Hafenzeit ist 6* 10”. Der Wasserstand ist 
indessen sehr von den herrschenden Winden abhängig und in den Monaten 
Juni und Juli, wenn westliche und nordwestliche Winde die Oberhand haben, 
höher als in den anderen Monaten. 
Die hier Jadenden Schiffe liegen etwa 1 bis 2 Sm von den äufsern Baken 
and 8 bis 9 Sm von Port Broughton entfernt, auf 8,1 bis 90m (4'% bis 5 Fad.) 
Tiefe über gut haltendem Ankergrund, der aus Sand besteht. Vom Ankerplatz 
des „Jupiter“ peilte Barn Hill mw. Ost, die Mühle in Port Broughton S020'/40 
und die äufserste schwarze Bake NOzO. Die Wassertiefe betrug daselbst 8,1 m 
‘4’ Fad.). 
/ Lotsen sind in Port Brougkhton nicht vorhanden. Von Süden kommend 
und nach dorthin bestimmt, halte man sich, wenn Tipara-Riff passirt ist, 3 bis 
4 Sm von der Küste entfernt und steuere NOzN bis NNO%/40. Bei klarem 
Wetter wird man schon in einer guten Entfernung die bei Port Broughton 
ankernden Schiffe sehen und seinen Kurs auf dieselben setzen können. Sollten 
zufällig keine Schiffe anwesend sein, so hat man auf die äußeren Baken und 
Tonnen zu achten, welche man auf einen Abstand von 4 Sm entdecken wird, 
worauf dann später über Webling Point hinweg die Häuser von Port Broughton 
in Sicht kommen werden. 15! Sm südwestlich von Webling Point mündet die 
Fiekera-Bai. In der Mitte dieser Bai hat die Küste eine röthliche Farbe. 
Webling Point überragt die nördlich daran grenzende Küste uud ist mit Ge- 
sträuch bewachsen. Eben nördlich von dieser Landspitze hat die Küste an 
der inneren Seite der Hamilton-Lagune wieder eine röthliche Färbung. - Aulser 
Barn Hill, der aber zu weit nach dem Innern des Landes liegt, sind die oben 
angeführten die besten Landmarken, welche in dieser Gegend vorhanden sind. 
Zwischen Webling Point und der gegenüberliegenden Küste des Spencer Golfs 
befindet sich die Middle-Bank, auf welcher 5,4 bis 8,1m (3 bis 4! Fad.) 
Wasser stehen. Kapt. Clair vom Regierungsdampfer „Gouverneur Musgrave“ 
beabsichtigte in den nächsten Tagen (März 1885) auf der flachsten Stelle dieser 
Bank eine hölzerne Bake aufzurichten, welche mit einer Kugel versehen werden 
und einen schwarz und rothen Anstrich erhalten wird. Die Höhe der Bake 
soll 4,8 m (16 Fuß) über Hochwasser betragen, und wird dieselbe bei klarem 
Wetter 4 Sm weit sichtbar sein, Ob aber diese Bake (ein einfacher Holzpfahl, 
der 3 bis 3,5m tief in den Boden eingerammt wird) den Winterstürmen wider- 
stehen kann, mufs die Zukunft lebren, 
Der Ballast wird einfach über Bord geworfen, doch hat man zu diesem 
Zweck von der Rhede und weiter landabwärts zu segeln. Sandbhallast darf in 
siner Tiefe von 12,6 m (7 Fad.), Steinballast aber erst auf 18 m (10 Fad.) aus- 
geworfen werden. Wünscht man, um dem Schiffe die nöthige Steifheit zu be- 
lassen, bevor man allen Ballast löscht, etwas Ladung einzunehmen, so hat man 
für jeden Sack Weizen, der zu diesem Zweck nach dem Ballastplatz hinaus- 
gebracht wird, 1 d. Unkosten, wenngleich in der Charter bestimmt ist, dafs die 
Ladung frei längsseits gebracht werden mufs. 
Wenn ein Schiff geankert hat, kommt gewöhnlich der Hafenmeister an 
Bord, der gleichzeitig das Zollwesen verwaltet und auch Besichtiger ist. Es 
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