Bemerkungen über Port Darwin und Jones Kslandı
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Peilungen, die genommen wurden, haben sich die Kompasse stets zuverlässig
gezeigt, auch hat sich nachträglich eine Aenderung der Deviation der Kompasse,
welche letztere beim Verlassen der Norwegischen Küste nochmals bestimmt
war, nicht ergeben, Die neueren Dänischen Seekarten zeigten sich, 80 weit
dies konstatirt werden konnte, zuverlässig, doch wurde von Lotsen gesagt,
dafs sie hinsichtlich der dicht an der Küste liegenden vielen kleinen Een
und Klippen nicht so ganz zuverlässig seien. Beim Kinsteuern in die einzelnen
Häfen scheint die Vorsicht daher im Allgemeinen goboten, daß man sich in
den Hauptfahrwassern hält.
Reykjavik hat sich in den letzten Jahren etwas vergrößert, doch sind
größere Vorräthe an Schiffsproviant uud Kohlen nicht vorhanden, da hier eine
Ausrüstung der anlaufenden Schiffe im Allgemeinen nicht stattfindet, Infolge
der schlechten Ueberwinterung des Viehes konnte auch hier frisches Fleisch
für die Mannsebaft nicht beschafft werden, Die Bäckerei in Reikjavik kann
täglich ca 1500 kg gutes Brot zum Preise von 55—75 Oere pro kg liefern.
In der Stadt befinden sich zwei Brunnen, welche gutes Trinkwasser ent-
halten, aber ca 5 Minuten von der Landungsstolle entfernt sind. Gegen eine
Abgabe von 5 Kronen pro Tag kann von den Schiffen aus diesen Brumen
Wasser, doch nur mit eigenen Mitteln, geholt werden, da ea hier Wasserfahr-
zeuge nicht giebt. Da ferner auch das Wasserholen aus dem ca 3 Sm vom
Hafen entfernten Flusse Ellidadr mit Schwierigkeiten verbunden ist und das
gute Wasser dort mit Pützen auch wenigstens 5 Minuten weit über Land in
ie eigenen Boote getragen werden muß, 80 empfiehlt os sich, den Wasser-
bedarf hierselbst zu destilliren.
Das Schiefsen im Hafen und an der Küste war auch hier streng unter-
sagt, um die sehr geschonten. Seevögel nicht zu stören, und lehnte selbat der
Gouverneur von /sland bei seinem Besuch an Bord einen Salıt für sich aus
diesem Grunde dankend ab.
Bemerkungen über Port Darwin und Jones Island an der Nordküste
von Australien.
Aus dem Reisebericht des Kapt, F. 6 Moyarhoine, Führer der Deutschen Bark
„uU
(Mittheilung von. der Deutschen Seewarle.)
Palmerston oder Port Darwin ist zur Zeit (Juni 1884) noch ein kleiner
Ort von etwa 1500 Einwohnern und hat als Hafen augenblicklich ein höheres
Interesse nur für Perlenfischer, da andere Schiffe nur selten, aufser für Order
und in Nothfällen nach hier kommen. Postdampfer laufen hier ungefähr einmal
alle vier Wachen an. PFProviant ist gar nicht, Trinkwasser nur ic kleinen
Massen zu erhalten.
Beim Einsegeln hat man auf eine seichte Stelle zu achten, die über 2 Sm
vom Lande entfernt Kegt, 2,7 m (1,5 Fad.) Wasser hat und sich nicht durch die
Färbung der Oberfläche desselben erkennbar macht. Um diese Untiefe zu vor-
meiden, sollte man Point Emery in mw, SSO bringen, dann darauf zu steuern,
bis der Obelisk auf Point Charles WNW peilt und nun auf Südkurs in den
Hafen hinein steuern. Ist man diesem nahe geung gekommen, so erscheint der
Hafenmeister an Bord und bringt das Schiff zu Anker. Ungefähr '/a Sm von
Emery Point erstreckt sich eine Bank in recht nördlicher Richtung ungefähr
1,5 Sm weit hinaus, die aber leicht durch die Kabbelung, die darauf steht,
zu erkennen ist. Schiffe, die außerhalb von Point Emery ihren Anker fallen
lassen, sind von allen Hafenabgaben befreit. '
Des Morgens, zur Zeit des Sonnennufgangs, ist der Wind hier östlich,
m gegen 10 Uhr Vorm. südöstlich und im Laufo des Nachmittags gewöhnlich
Bordöstlich.