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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Reise 8, M. S, .„Moltke“ nsch Island. 
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Reise S., M. S. „Moltke“* nach Island, 
Aus dem Berichte des Kommandanten 8. M. S. „Moltke*, Kapt, z. See Stubenrauch, 
(Hierzu Tafel 7.) 
Schiffe, welche von Kap Lindesnaes resp. von der Ostküste Norwegens 
nach Island segeln, thun im Allgemeinen gut, ihren Kurs nördlich um die 
Shettland-Inseln zu wählen, um alsdann so viel wie möglich West zu gewinnen, 
da die vorherrschenden SW- und NW-Winde bei einem Kurse nördlich um die 
Faröer-Inseln leicht eine Verzögerung der Reise und ein Abweichen vom Kurse 
nach Norden bedingen, was allein schon der unbeständigen Witterung und der 
Temperaturverhältnisse wegen nicht wünschenswerth sein kann, auch sind die 
Stromverhältnisse in der Passage zwischen den Shettland- und Faröer-Inseln 
keine so ungünstigen, während nördlich und westlich der letzteren Inselgruppe 
sine stärkere Versetzung nach NO zu erwarten ist. Diesseits wurde auf dem 
westlichen Kurse zwischen den beiden Inselgruppen in 24 Stunden nur eine 
Stromversetzung von ca 5,0 Sm in nordöstlicher Richtung bemerkt. 
Handelt es sich nun darum, die Südost- oder Ostküste Zelands anzulaufen, 
so empfichlt es sich, nachdem die Faröer-Inseln südlich passirt sind, unter 
EEE, einer täglichen Stromversetzung nach NO von 10 bis 12 Sm 
die Isländische Küste mit einem Kurse auf das Kap Westerhorn anzusteuern, 
Die Formation der Küste ist hier sehr merkirt und erleichtert die weitere 
Orientirung, auch sind derselben hier Klippen nicht vorgelagert, 80 dafs man 
sich selbst bei unsichtigem Wetter bis auf wenige Secmeilen dem Kap nähern 
kann. Das Loth giebt gleichfalls hier einen Anhalt, doch sollte man sich der 
Küste bei dickem Wetter nicht unter einer Wassertiefe von 60m nähern. 
Kap Westerhorn wurde diesseits bereits auf 50 Sm Entfernung in nord- 
wöstlicher Richtung gesehen, als sich nach nebeligem und unbeständigem Wetter 
gegen Abend der Horizont in dieser Richtung aufklärte. Skizze I auf Tafel 7 
enthält die z. Zt. aufgenommene Vertonung. 
Die Fahrt bis hierher war bei stürmischen WSW- bia WNW-Winden mit 
vielfachen Regenböen, die jede eine Veränderung der Windrichtung um einige 
Striche brachte, und bei hoher See zurückgelegt worden, Der Barometeratand 
verhielt sich sehr schwankend zwischen 742 und 7556 mm. 
Westlich von Kap Westerhorn war der schneebedeckte Oraefa Jökel in 
Sicht, dagegen konnte der erwartete Snaefell-Berg wegen der über dem Lande 
lagernden Wolkenmassen nicht gesehen werden. 
Will man einen der an der Südost- resp. Ostküste gelegenen Fjorde an- 
steuern, so empfiehlt es sich, dies nur bei einigermafßfsen sichtigem Wetter zu 
thun und zu diesem Zweck zunächst das Kap Westerhorn mit rw. nordwestlichem 
Kurse bis auf eine EEE von ca 25 A anzulaufen, um aladann den Kurs 
auf die Klippeninsel Hval zu richten. Dieselbe ist von tiefem Wasser um- 
geben, aber sehr niedrig, und kommt bei klarem Wetter und 8m Augeshöhe 
auf ca 8—9 Sm als niedriger schwarzer Fels, über welchen zum Theil schwere 
Brecher fortgehen, in Sicht, Sobald man bei klarem Wetter bis zu diesem 
Punkte (Hralsbak ca NNO140 rw. 9 Sm ab) gelangt ist, wird sich die ganze 
SO-Küste Zslande, wie in der Vertonung Ils angOgeben, vor dem Auge aus- 
breiten, und kann man nuumehr mit Kurs NAW rw. in die nn 
Gerpirkuk— Hornnaes gehen und nordwärts steuern, indem man Huglsbak auf 
diese Weise ca 4—5 Sn an St-B. passirt. 
Von diesem Kurse aus sind dann die einzelnen Häfen vom Berufjord bis 
zum Rödefjord sicher nufzufinden und anzusteuern. S,M.S. „Moltke“ lief den 
Berufjord und den Faskrudfjord an. 
Die Haupthandelastelle der Ostküste beündet sich aber an einer Zweig- 
bucht des Rödefjords, dem Eskefjord, . 
Zum Einsegeln in den Berufjord, dem mehrfach niedrige Scheeren und 
blinde Klippen vorgelagert sind, ging S, M.S. „Moltke“ auf dem vorerwähnten 
Kurse in die Linie Hvalsbak— Bulandesfjeld und steuerte alsdann rw. W!/N, das 
aiedrige Vorland des Nordufers des Fjordes an den nördlichen Fuls des sehr 
mnarkirten und einer regelmäfsigen Pyramide ähnlichen Bulands-Berges haltend,
	        
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