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Cyklone im Golf von Aden inı Anfang Juni 1885.
ein B-B.-Rettungsboot total zertrümmert wurde, Von 6 Uhr bis 10 Uhr Abends
wehte ein voller Orkan aus ENE. Um Mitternacht nahmen wir vier voll-
ständig erschöpfite Araber auf, deren Schiff mit dem gröfsten Theile der Maun-
schaft in dem Sturm gesunken war.
16. „City of Venice“, Während die bisher gegebenen Schiffsberichte
fast alle von ostwärts bestimmten, dem Orkan entgegen fahrenden Schiffen her-
rühren, geben wir in nebenstehender Tabelle den Journalauszug eines Dampfers,
der „City af Venice“, welcher ebenso wie der „Peshawur“ westwärts mit der Cyklone
in derselben Richtung lief, dabei aber das Glück hatte, vom Orkan nicht eipgeholt
zu werden. Das Schiff konnte, mit reichlich 10 Ku Fahrt laufend, mit dem
Orkan gleichen Schritt halten; aber das Unwetter folgte ihm mehrere Tage
hindurch, sozusagen immer hart auf den Fersen. Schon von etwa 55° O-Lg,
wo sich das Schiff am 31. Mai befand, waren hinteraus beständig die drohenden
Anzeichen zu sehen, und sie verschwanden erst, als am 4. Juni im Rothen Meer
die Breite der Zebayier-Inseln erreicht war, In der Karte Tafel 6 ist die
Route dieses Dampfers „City of Venice“ ebenfalls mit verzeichnet. Es ergiebt
sich daraus, dafs derselbe bei seiner Fahrt durch den Golf von Aden sich in
etwa 150 Sın Abstand vor dem Centrum des Orkans hielt.
17. In Obock, an welchem Orte das Centrum der Cyklone das Afrika-
nische Festland betrat und die letztere unseren Blicken entschwindet, wurden
nach dem Berichte des Kapitäns des Französischen Schiffes „Domkali“ am Abend
des 3. Juni alle Häuser, mit Ausnahme eines, zerstört und dio Bäumo gröfsten-
‘heils entwurzelt. Der Dampfer „Carlton Tower“, der in Obock Kohlen löschte,
atrandete um 10 Uhr Abends und kam erst am Nachmittage des 5. Juni wieder
Aott, nachdem er einen Theil der Ladung über Bord geworfen hatte. Das Schiff
hat aufser sonstigem Schaden einen Leck im hinteren Ballasttank erhalten.
Der Französische Aviso „Renard“, welcher beim Herannahen des Sturmes
die Rhede von Obock verliefs, um nach Aden zu gehen, ist spurlos verschwunden.
Kin ausführlicher Bericht über das Auftreten des Sturmes zu Obock findet
sich in den „Annales Aydrographiques“ (2. sem. 1885, S. 249), vom Kapitän
des Französischen Kriegsfahrzeuges „/ingouin“, M. Baudet.
Am 2. Juni herrschte den Tag über schr schönes Wetter mit leichter
Briese aus SSW und ruhiger Seo; das Barometer zeigte zwischen 758 und
759 mm, das Thermometer zwischen 29° und 32°C. Inu der Nacht darauf
herrschte bis 4" am. trübes Wetter mit Regenböen; der Wind ging von SSW
durch E nach ENE; Blitzen im SSW. Von 4" bis 8 a, m. bedeckter Himmel,
schwache ENE-Briese, ruhiges Meer.
Von 8 a. m. bis Mittag am 3. Juni blieb das Wetter anhaltend trübe,
äcer Wind geht wieder von E nach SSW zurück und frischt auf; das Meer wird
unruhig; um 10 Uhr findet der Kommandant des „Renard“, dafs der „Pingowin®
zu nahe dem Lande vor Anker liegt, lälst dessen Kapitän holen und sagt ihm,
das Wetter sei drobend, und er werde gut thun, sich auf eine Stelle mit 12 m
Tiefe zu verlegen. Von Mittag bis 4* p.m. trübes Wetter mit zwischen Ost
und WSW schwankender Briese von wechselnder Stärke. Um 1* wünscht der
„Fingowin“ seinen Ort zu ändern, wird aber vom Kommandanten des „Renard“
angewiesen, zu warten, bis dieser segelfortig sei, um ihn nicht zu stören. Um
22 20” dampft der „Renard“ ab, und wechselt der „Pingowin“ den Ankerplatz
mit Hülfe des Schleppers „Domkali“. Bis zum Moment, wo der „Renard“
hinter Ras al Bir verschwand, hatte er keine Segel gesetzt,
Von 4" bis 8 Abends trübes regnerisches Weiter, der Wind flaut voll-
ständig ab nach einer heftigen Böe aus Osten; die See geht hoch. Von 8 bis
Mitternacht trübe, strömender Regen, fast windstill, hohle See; um 9 tritt
Wind aus S auf, der plötzlich auffrischt und nach SW holt, aus welcher Rich-
kung er einige Zeit mit grofser Kraft weht; grobe See, Gegen 11* 30” flaut
der Wind ab zur frischen Briese,
Am 4. Juni herrschte von Mitternacht bis 8* Morgens bei trübem Wetter
und beständigem Regen und abnehmendem Seepange allmählich abflauender
SSW-Wind; um 8 tritt Windstille ein, um 9* 30” hört auch der Regen auf,
das Wetter wird schön, und das Barometer niwwt wieder den Stand an, den
es an den Tagen vor dem Sturme hatte. Die Angaben des Aneroide auf dem