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Kleine Notizen.
Aus der Tabelle über die Häufigkeit der Winde ist ersichtlich, dafs
erstens während des ganzen Zeitraumes häufige Stillen beobachtet wurden, und
dafs demnächst in den Monaten November bis März einschlielslich die Winde
zus NNW—NzE die vorherrschenden sind, während im August und September
Winde aus dem südöstlichen Viertel des Horizonts am meisten vorkommen.
Der Monat Oktober bildet die Uebergangsperiode des Windes aus der südlichen
Richtung in die nördliche der Wintermonate, Abgesehen von ganz geringen
Ausnahmen, sind die Winde aus dem südlichen Halbkreise des Horizontes leicht
gewesen, und wurde eine Windstärke 6 nie überschritten, Dagegen begannen
zogen Mitte des Monats Oktober die nördlichen Winde zuweilen mit größerer
Stärke zu wehen und nahmen vom November bis in den März hinein oft einen
stürmischen Charakter an. Auch sind, ebenfalls in den obengenannten Monaten,
in einigen Fällen stürmische NE- und E-Winde beobachtet worden. Die in
der Tabelle im Monat September unter der Rubrik NNE—NEzE als Ausnahme
vorkommende Windstärke 7 ist nur ein Mal in einer Gewitterböe beobachtet,
Was die Dauer des stürmischen und böigen meist aus NzW wehenden Windes
anbetrifft, so nahm diese mit dem Fortschreiten der Jahreszeit zu, und im No-
vember, Dezember, auch im März hielt dieses Wetter manchmal 24 Stunden an.
Diese stürmischen Winde ans Nord führten zuweilen grofse Mengen Staub
mit sich, was sich durch Aufsteigen braungelber Staubwolken am nördlichen
Horizonte ankündigte. Bei solchem Staubsturm wurden, trotz des das Schiff
nach oben abschliefsenden Mattendaches, die Decke und selbst die Gegenstände
in verschlossenen Räumen des Schiffes in kurzer Zeit mit einer Schicht feinsten
Staubes bedeckt.
Die aus Nord einsetzenden stürmischen Winde führten meist ein starkes
Steigen des Barometers, am 13. November z. B. von 6,3 mm in vier Stunden,
and grofse Trockenheit der Luft herbei,
Während die im August und September gemachten Beobachtungen auf
ein heifses und trockenes Klima in diesen Monaten schliefsen lassen, muls das
Herbst- und Winter-Klima Trenteins als ein sehr mäfsiges und ebenfalls trockenes
bezeichnet werden. Im Oktober und November wurde nur Nachtfrost beob-
achtet, auch während des gröfsten Theiles des Dezember stand in den Mittag-
and Nachmittagstunden das Thermometer über Null, und erst gegen Ende dieses
Monats trat andauernde Kälte ein, jedoch fiel die mittlere Temperatur im
Dezember bis Februar nur wenige Grade unter den Gefrierpunkt, da auch in
diesen Monaten die Tagestemperatur durch die Sonne bedeutend gemildert
wurde, Der Fluls fror am 16. Dezember in der Umgebung von Tüentein zu,
und am 3. März kam das Eis wieder ins Treiben.
Kleine Notizen.)
4. Taifun-Bahn von Ostasien bis nach Europa. (D.S.) In der
am 18. November 1885 in London stattgefundenen Versammlung der Royal
Meteorological Society hielt Herr Henry Harries einen Vortrag über den
Verlauf eines von ihm untersuchten Taifuns, dessen Bahn sich von den Küsten
Ostasiens, quer über den Grofsen Ocean, Nordamerika und den Atlantischen
Ocean bis nach Europa hin verfolgen läfst, Dieser Taifun entstand wahr-
zcheinlich in einiger Entfernung östlich von den Philippinen, Die erste Nach-
eicht über sein dortiges Auftreten datirt vom 27, September 1882. Er bewegte
sich anfänglich nach einer etwas westlich von Nord liegenden Richtung mit einer
geringen, in diesem betreffenden Meerestheil anscheinend nicht seltenen, Schnellig-
keit von etwa 5 Sm in der Stunde, Am 30. September wurde die Richtung
der Bahn eine nordöstliche und nahm die Geschwindigkeit dann zugleich in
% Die mit (D. $) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Secwarte eingesendet.