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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Zum Klima von Tienteln, 
ression rorüberkommen kann. In letzterem Falle kommt es von dem gefähr. 
chen nach dem schiffbaren Halbkreis des Sturmes. Dieses unter den vielen 
möglichen Fällen herausgegriffene Beispiel zeigt zur Genüge, wie viel für einen 
Schiffsführer, der bei Kap Horn Gefahr für Schiff und Mannschaft vermeiden 
will, darauf ankommt, sich mit den meteorologischen Verhältnissen möglichst 
vertraut zu machen. Es würde zu weit führen, alle Hauptfälle aufzuführen, 
welche bei der Navigation in diesen Gewässern mit Bezug auf das Wind- und 
Sturmsystem vorkommen können; es wird genügen, den gewöhnlichsten Fall; 
die Route eines vom Atlantic nach dem Pacific bestimmten Segelschiffes, etwas 
genauer zu erörtern, und zwar für die Sommer- und Winterzeit besonders. Im 
Sommer liegt infolge allgemeiner und dauernder Ursachen über den ungeheuren 
Ebenen von Patagonien und der Argentinischen Republik ein barometrisches 
Minimum, und es werden durch den beständigen Einflufs dieses atmosphärischen 
Systems die vom Pacific nach dem Atlantic fortschreitenden Depressionscentren 
nach Norden abgelenkt, wodurch in den Regionen des Kap Horn und des 
Feuerlandes heftige Stürme entstehen, Unter diesen Umständen sollte ein 
Schiff, wenn es die Le Maire-Stralso passirt oder Staten-/. umsegelt hat, 
5SW steuern, wodurch es, vorausgesetzt, dafs die Eisverhältnisse dies gestatten, 
30 rasch wie möglich nach dem 59. oder 60. Breitengrade gelangt, wo der 
£influßs des schiffbaren Halbkreises der atmosphärischen Wirbelströmung sich 
in verhältnilsmäfsig leichten nordöstlichen bis südöstlichen für die Fahrt nach 
dem Pacific günstigen Winden geltend macht. In der genannten Breite ver- 
mögen die Schiffe trotz des Eises unter weniger Arbeit für Mannschaft und 
Schiff mehr Raum nach West zu gewinnen, als auf 57° und 58° Breite, wo die 
Schiffe oft Tage lang bei Stürmen aus WNW bis SW beiliegen müssen. In 
der Zeit wäre es leicht gewesen, zwei oder drei Grade weiter nach Süden zu 
segeln und dann nach Westen, um den Pacific zu erreichen und die Fahrt nach 
Norden fortzusetzen. 
Diese auf eine einfache Betrachtung der atmosphärischen Verhältnisse 
gestützte Ansicht wird durch erfahrene Seoleute, wie Weddel und J. C. Ross, 
bestätigt, weiche angeben, dafs man auf 60—62° mehr Aussicht hat, gutes 
Wetter und östlichen Wind zu treffen, als in der Nähe von Kap Horn. Im 
Winter und selbst im Herbst, wenn über den Pampas ein System hohen Druckes 
ist und die Depressionen weniger zahlreich und häufig 8ind, ist es weniger 
angebracht, so weit südlich wie im Sommer zu gehen. Die niedrige Temperatur, 
die kürzeren Tage, welche, je weiter man sich dem Polarkreis nähert, immer 
mehr abnehmen, und die nördlichen und nordöstlichen Winde, welche sehr häufig 
an den Küsten des Feuerlandes vorherrschen, sind Gründe genug, dafs man 
sich auf dem 57. Breitengrade oder noch näher am Kap Horn hält, namentlich 
wenn nach dem Passiren der Le Maire-Strafse oder von Staten-I. Aussicht auf 
stetige nördliche bis nordöstliche Winde vorhanden ist. 
Eine dritte Route ist Schiffen mit sehr schwachen Hülfsmaschinen, wie 
solchen, denen in Kriegszeiten der Weg durch die Straße verschlossen ist, zu 
jeder Zeit offen, Dieselbe führt von Nassau-Bai durch die Strafse zwischen 
der Hardy-Halbinsel und den Wallaston- und Hermite-Inseln. Durch Passiren der 
Le Maire-Strafse und dann sofortige Annäherung an die Küste von Grofsfeuer- 
land kann solches Schiff, ohne viel Feuerung zu verbrennen, vermittelst Kreuzens 
und Ankerns nach Orange-Bai oder Lort-Bai an der Ostseite der Hardy-Halb- 
insel gelangen, wo es in völliger Sicherheit eine günstige Gelegenheit abwarten 
kann, um False Cape Horn zu umsegeln und in kurzen Schlägen unter den Inseln 
St. HUdefonso oder Diego Ramirez aufzukreuzen, wodurch es in wenigen Stunden 
im Stande sein wird, den Kurs nordwärts in den Pacific zu richten. 
Zum Klima von Tientsin, 
Während seines achtmonatlichen Aufenthaltes in 7ientsin von August 1884 
bis April 1885 hat S. M. Kr. „Nautilus“ unter Kommando des Korv.-Kapt. 
Aschenborn mit den an Bord zu Gebote stehenden Instrumenten regelmälsige 
meteorologische Beobachtungen angestellt. Die Resultate derselben sind in 
aachfolgender Tabelle auszugsweise zusammengestellt.
	        
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