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Veber Port of Spal auf Trinidad und den Golf von Parts.
53, Eine Tonne zur Bezeichnung des Quarantäneplatzos, unweit der
vorigen, Farbe wie oben, liegt in: ;
10° 38“ 38” N-Br .
; 61° 32‘ 28” W.Lg. ;
Diese beiden Tonnen sind auf dem Plane der Englischen Karten nicht
angegeben, .
4. Die auf dem Plane verzeichnete Tonne unweit der Landebrücken und
des Leuchtthurms.
Sämmtliche Tonnen werden jährlich durch den Hafenmeister neu
ausgelegt.
Als Richtungs- und Distauzmarken auf der Rhede dienen der Leucht-
thurm, ein Kirchthurm und das allerdings nicht ganz leicht zu erkennende —
weil hoch und vor dunkelem Hintergrund gelegene -— Fort St. George.
An der Stelle, wo auf dem Plane COM: 337; Br. K. 2097) „Commissariat
Wharf“ mit F. 8. (Flag Staff} steht, befindet sich jetzt das Geschäft des Hauses
Turnbull, Stewart & Co., dessen Theilhaber der Deutsche Konsul Hoffmann
ist, und infolge dessen an dem betreffenden Hause die Deutsche Flaggenstange.
Die Rhede bietet durchweg guten Ankergrund; derselbe besteht aus einer
oberen Schicht losen Schlammes von eiwa 1m Dicke, darunter abgelagerter
Schlamm, der mit der Zeit immer fester wird. Die Wassertiefe soll namentlich
dach der Caroni-Bank zu allmählich geringer werden. Eine gute Peilung für
den Ankerplatz ist St. Davids Tower und Leuchtthurm in Linie mit ent.
sprechender Wassertiefe, Das Flaggschiff lag in dieser Peilung 2 Sm vom
Lande in 8,2 m (4% Fad.) Wasser. .
Während das Wasser im Golf von Pariax durchsichtig grün ist, nimmt
ö8 auf der Rhede von Port of Spain eine schmutzig-graue, nach starkem Regen
infolge des vom Caroni und Maraval mitgeführten Schlammes eine gelbliche
Farbe an.
Die Schiffe auf der Rhede liegen nicht auf dem Winde, sondern auf dem
Strome; ein Spring auf dem Anker hat daher wenig Nutzen. Die Strömung —
Fluth und Ebbe — ist zwar von kaum oder garnicht me/sbarer Stärke, immer-
hin aber von größerer Wirkung, als der während des Aufenthaltes des Ge-
schwaders meist ganz schwache Wind.
Der Wind auf der Rhede zeigte vom 20. Dezember 1885 bie 6. Januar
1886 gar keine Regelmäfsigkeit oder Beständigkeit; wenn er sich im Allgemeinen
anch zwischen SE und NE hielt, so kam er doch nicht selten auch aus allen
anderen Richtungen zwischen Süden durch Osten und Norden bis West, Seine
Stärke war nur ausnahmsweise 3—4, in der Regel war er ganz leicht, oft um-
springend, vielfach und fast täglich trat Windstille ein. Die Luftwärme betrug
während der Zeit 26,9° C. im Mittel; die gröfste an Bord beobachtete Wärme
war 31° C., die kleinste 24°C, Die mittlere Feuchtigkeit der Luft — durch
trockene und nasse Kugel nach Mohn’scher Tafel bestimmt — belief sich
im Mittel auf 85'/s °/o; das Maximum war 100%, das Minimum 66%, Die
Jährliche Regenmenge wird für Port of Spain zu 65,25 bis 70,20 engl. Zoll
angegeben {in dem Werke: Trinidad, its Geography etc. by de Verteuil,
24 edition, Cassell & Co,, London 1884), wovon auf den Monat Dezember 4,59“
bezw. 7,38” engl., auf den Januar 2,20“ bezw. 3,21“ engl. kommen, . Nach
einem von dem Schul-Inspektor Guppy in Port of Spain herausgegebenen
Kalender zählt der Monat Dezember im Mittel 18 Regentage mit 5,2“ engl,
Regenmenge, der Januar 15 Regentage mit 2,5“ engl. Rogeumenge; als trockene
Monate sind nur Februar, März und April anzusehen. ;
Hiernach sind die im „West India Pilot“, Vol. I, 1883, pag. 101, unter
Winds“, im „Mer des Antilies“, Vol. I, 1876, pag. 68—69, und im „Sailor’s
Handbook“, pag. 78, gemachten Angaben, dafs die trockene Jahreszeit von
November bis Juni dauert, und dafs jn dieser Zeit eine regelmäfsige östliche
Briese von 9 a. m. bis 5* p.m. weht, unrichtig und irreführend.
Während des Anfenthaltes des Geschwaders war die Hitze auf dor Rhede
infolge der grofsen Feuchtigkeit der Luft und der Windstille oder leichten
Winde fast immer drückend, namentlich bei westlicher Briese; an 13 von
18 Tagen fiel Regen, Die Rhede von Port of Spain kann daher als zweck-
mäfsig für Schulschiffe nicht angesehen werden.