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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Ueber Port of Spain auf Trinidad und den Golf von Parla, 
900 
Ueber Port of Spain auf Trinidad und den Golf von Paria. 
Nach dem Bericht des Schulgeschwader-Kommandos, Geschwader-Chef Kommodore Stenzel. 
Das Schulgeschwader lief unter Segel durch die Boca de Huevos in den 
Golf von Pari@ ein; die Angaben des „West India Pilot“, Vol. I, pag. 92, 
über diese Einfahrt sind zutreffend; nur wäre noch zu erwähnen, dafs der Wind 
in der Strafse flau und es unter der Insel Mono still wird, auch wenn draufsen 
zine frische Briese weht, sowie ferner, dafs man darauf vorbereitet sein muls, 
zelbst bei ganz leichtem Winde am südlichen Ausgange der Strafe im Golf von 
Paria unvermittelt in eine steifo Kühlte zu kommen. Vorsicht hierbei — das 
Geschwader mulste die Marssegel reffen, S.M.S. „Vineta“ soll an derselben 
Stelle einmal Klüverbaum u. a. w. verloren haben — ist um so mehr erforder- 
lich, als in dor Strafe wegen der Strömung alle Segel geführt werden müssen. 
Zu erkennen ist die Windstärke an dem Zustande der Wasseroberfläche; in der 
Straße war dieselbe ganz leicht bewegt, nach dem Ausgange zu und namentlich 
unter Mono glatt, im Golf stark bewegt mit weißgsen Wellenkämmen, und zwar 
ganz ohne Uebergang. 
Die steife Kühlte ließ bald nach, Abends wurde es flau, die Briese 
reichte gerade noch aus, um die Schiffe des Geschwaders in der Nacht nach 
der Rhede von Port of Spain zu bringen. Der Wind im Golf, und namentlich 
auf der Rhede, war fast immer leicht oder still. 
Zum Aufkreuzen nach der Rhede empfiehlt es sich deshalb besonders, 
die Strömung zu benutzen. Der Fluthstrom, obgleich schwach doch merklich, 
getzt vom Drachenschlund (Boca de Dragos), der Gestalt der Küste folgend, 
östlich nach der Rhede zu; die Ebbe stärker und in entgegengesetzter Richtung. 
Daher thut man gut, bei Fluth unter Gaspar Grande und den Five /slande in 
kurzen Schlägen aufzukreuzen, bei Ebbe sollte man südostwärts bis nahe der 
Küste liegen und dann an dieser entlang aufkreuzen. 
Die besten Marken zur Erkennung von Port of Spain aus der Ferne 
sind zwei blendend weiße, 122—152 m (400—500 Fuls) Hoch über der Stadt 
auf einem Hügelrücken liegende Gebäude, der St, Davids Tower und eine 
Wallfahrts-Kapelle mit Thurm nördlich davon; sie heben sich von den dahinter 
liegenden bewaldeten Bergen deutlich ab. 
Für das Ansegeln bei Nacht fehlen sichere Merkmale, denn das Leucht- 
feuer, eine einfache Petroleum-Lampe mit Reflektoren, brennt zwar und ist auch 
10 Sm weit sichtbar, kann aber beim Näherkommen von Ankerlaternen der 
Schiffe n. 8. w. garnicht unterschieden werden.?) 
Das rothe Feuer auf dem Kohlenhulk „Ripon“ ist so schlecht zu erkennen, 
dafs es von keinem der Schiffe des Geschwaders beim Aufkreuzen trotz an- 
gestrengter Aufmerksamkeit bemerkt wurde; nach Mittheilung des Hafenmeisters 
soll es auch nur als Distanzmarke beim Ankern für die mit der Oertlichkeit 
genau bekannten Postdampfer dienen. 
An Tonnen liegen auf der Rhede aus: 
1. Eine Tonne vor dem Flusse Caront, roth gestrichen, aber infolge 
von Beschmutzung durch Pelikane ete. von weilsem Aussehen, wie sämmtliche 
anderen Tonnen. ‚Dieselbe liegt westlich von der Caroni-Bank in 8,2m 
(4!/a Fad.) Wasser. Der Boden soll in dieser Gegend durch den vom Caroni 
mitgeführten Schlamın von Jahr zu Jahr mehr aufschlicken, so dals dann und 
wann eine Verlegung der Tonne nach Westen nöthig wird; ihre jetzige Lago 
ist in: 
2. Eine kleine stumpfe 
oben. in: 
10° 37‘ 0” N-Br 
61° 31‘ 29 W-Lg. 
(Hoeckentonne vor dem Maraval-Fluls, Farbe wie 
10° 39‘ 2“ N-Br 
61° 32‘ 30“ W-Lg. . . 
Die Glocke, an sich klein, ist bei dem fast immer stillen Wasser nicht 
oder nur aus nächster Nähe zu hören. 
1) „West India Pilot“, Part I, 1883, 8. 92, 99 u.f. — „Mer des Antilles“, 1876, S. 75, 82 n.£ 
= Ueber die Ansegelung von Port of Spain siehe auch diese Annalen 1886, S. 331. 
%) Vgl, Annalen 1886, 8. 132, 
Ann. 4. Hrydr. ato., 1888, Haft. Y.
	        
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