Ueber Port of Spain auf Trinidad und den Golf von Parla,
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Ueber Port of Spain auf Trinidad und den Golf von Paria.
Nach dem Bericht des Schulgeschwader-Kommandos, Geschwader-Chef Kommodore Stenzel.
Das Schulgeschwader lief unter Segel durch die Boca de Huevos in den
Golf von Pari@ ein; die Angaben des „West India Pilot“, Vol. I, pag. 92,
über diese Einfahrt sind zutreffend; nur wäre noch zu erwähnen, dafs der Wind
in der Strafse flau und es unter der Insel Mono still wird, auch wenn draufsen
zine frische Briese weht, sowie ferner, dafs man darauf vorbereitet sein muls,
zelbst bei ganz leichtem Winde am südlichen Ausgange der Strafe im Golf von
Paria unvermittelt in eine steifo Kühlte zu kommen. Vorsicht hierbei — das
Geschwader mulste die Marssegel reffen, S.M.S. „Vineta“ soll an derselben
Stelle einmal Klüverbaum u. a. w. verloren haben — ist um so mehr erforder-
lich, als in dor Strafe wegen der Strömung alle Segel geführt werden müssen.
Zu erkennen ist die Windstärke an dem Zustande der Wasseroberfläche; in der
Straße war dieselbe ganz leicht bewegt, nach dem Ausgange zu und namentlich
unter Mono glatt, im Golf stark bewegt mit weißgsen Wellenkämmen, und zwar
ganz ohne Uebergang.
Die steife Kühlte ließ bald nach, Abends wurde es flau, die Briese
reichte gerade noch aus, um die Schiffe des Geschwaders in der Nacht nach
der Rhede von Port of Spain zu bringen. Der Wind im Golf, und namentlich
auf der Rhede, war fast immer leicht oder still.
Zum Aufkreuzen nach der Rhede empfiehlt es sich deshalb besonders,
die Strömung zu benutzen. Der Fluthstrom, obgleich schwach doch merklich,
getzt vom Drachenschlund (Boca de Dragos), der Gestalt der Küste folgend,
östlich nach der Rhede zu; die Ebbe stärker und in entgegengesetzter Richtung.
Daher thut man gut, bei Fluth unter Gaspar Grande und den Five /slande in
kurzen Schlägen aufzukreuzen, bei Ebbe sollte man südostwärts bis nahe der
Küste liegen und dann an dieser entlang aufkreuzen.
Die besten Marken zur Erkennung von Port of Spain aus der Ferne
sind zwei blendend weiße, 122—152 m (400—500 Fuls) Hoch über der Stadt
auf einem Hügelrücken liegende Gebäude, der St, Davids Tower und eine
Wallfahrts-Kapelle mit Thurm nördlich davon; sie heben sich von den dahinter
liegenden bewaldeten Bergen deutlich ab.
Für das Ansegeln bei Nacht fehlen sichere Merkmale, denn das Leucht-
feuer, eine einfache Petroleum-Lampe mit Reflektoren, brennt zwar und ist auch
10 Sm weit sichtbar, kann aber beim Näherkommen von Ankerlaternen der
Schiffe n. 8. w. garnicht unterschieden werden.?)
Das rothe Feuer auf dem Kohlenhulk „Ripon“ ist so schlecht zu erkennen,
dafs es von keinem der Schiffe des Geschwaders beim Aufkreuzen trotz an-
gestrengter Aufmerksamkeit bemerkt wurde; nach Mittheilung des Hafenmeisters
soll es auch nur als Distanzmarke beim Ankern für die mit der Oertlichkeit
genau bekannten Postdampfer dienen.
An Tonnen liegen auf der Rhede aus:
1. Eine Tonne vor dem Flusse Caront, roth gestrichen, aber infolge
von Beschmutzung durch Pelikane ete. von weilsem Aussehen, wie sämmtliche
anderen Tonnen. ‚Dieselbe liegt westlich von der Caroni-Bank in 8,2m
(4!/a Fad.) Wasser. Der Boden soll in dieser Gegend durch den vom Caroni
mitgeführten Schlamın von Jahr zu Jahr mehr aufschlicken, so dals dann und
wann eine Verlegung der Tonne nach Westen nöthig wird; ihre jetzige Lago
ist in:
2. Eine kleine stumpfe
oben. in:
10° 37‘ 0” N-Br
61° 31‘ 29 W-Lg.
(Hoeckentonne vor dem Maraval-Fluls, Farbe wie
10° 39‘ 2“ N-Br
61° 32‘ 30“ W-Lg. . .
Die Glocke, an sich klein, ist bei dem fast immer stillen Wasser nicht
oder nur aus nächster Nähe zu hören.
1) „West India Pilot“, Part I, 1883, 8. 92, 99 u.f. — „Mer des Antilles“, 1876, S. 75, 82 n.£
= Ueber die Ansegelung von Port of Spain siehe auch diese Annalen 1886, S. 331.
%) Vgl, Annalen 1886, 8. 132,
Ann. 4. Hrydr. ato., 1888, Haft. Y.