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Cyklone im‘ Golf von Aden im Anfang Juni 1885.
Centrums südwärts weisen würde, wenn es nicht . wahrscheinlicher wäre, dafs
die Gradienten bei diesen Winden gar nicht mehr nach dem Orkancentrum
hinwiesen. . . ;
Vom weiteren Schicksal des Orkanwirbels über dem Binnenlande von
Afrika ist nichts bekannt, .
Nach den Berichten der ostwärts bestimmten Dampfer „Feronia“ und
„La France“ zu schlielsen, die in der Nacht vom 3. zum 4. Juni durch die
Straße gingen und für dies Etmal stürmischen östlichen Wind mit hoher See
votirten, muß im innersten Theile des Golfes das stürmische Wetter, wenn
auch mit bedeutend ‚verminderter Stärke, noch einige Zeit angehalten haben.
In das Rothe Meer scheint der Orkan nicht eingedrungen zu sein, wenigstens
bicht weit.‘ Das Journal des Kapt. W. A. Tyndall vom Dampfer „International“,
der um diese Zeit auf der Rhede von Swakin lag, zeigt keine wesentliche
Aenderung des Windes — derselbe war beständig NNW bis NNE, leicht —
sondern nur eine unerhebliche Depression des Barometers, die schon am 1. Juni
begann und am 3. ihren gröfsten Betrag mit etwa 3,5mm erreichte. In den
48 Stunden, während deren wir die Cyklone aus der Nähe von Sokotra bis
Obock verfolgen können, legte ihr Contrum fast 600 Sm zurück, durchschnittlich
also 12% Sm in der Stunde, Rechnet man aber, ohne die Krümmungen der
Bahn zu. beachten, nur die gerade Entfernung zwischen beiden Endpositionen,
so betrug‘ diese ca 540 Sm und also die Geschwindigkeit 11'/ Sm. Im Anfang
and am Ende des Zeitraumes scheint die Geschwindigkeit viel gröfßser gewesen
zu sein, als in der Mitto desselben, wie die folgende aus der Karte, Tafel 6,
abgeleitete ungefähre Uebersicht zeigt:
Aw 1, Juni 9p.—12p. 60 Sm in % Stunden = 20 Sm in der Stunde
; 2 „ 122p— 6a. 60 „ = 10 wm
Sa—l2a. 72. = 12
12a—12p. % » le. = SB Zr
12p.—128. 126 „ „12 » = 10% »
28— 3p. MM „ „ 3 =D . m B ®
3p.—9p. % „ » 6 = 16 »% » »
Während des 2. Juni und am Vormittage des 3. betrug also die durch-
schnittliche Geschwindigkeit nur 9,8 Sm in der Stunde.
Mit dem Fortschreiten nach Westen gingen, wie es scheint, auch mehr-
[ache Aenderungen in der Ausdehnung des Orkanfeldes und der Form der
Depression vor sich, welche wir versucht haben, auf der Karte durch die un-
gefähre Lage der Isobaren von 750mm darzustellen. Wenigstens läfst der
verschiedene Verlauf des Wetters bei den Schiffen, welche zuerst, und denen,
welche später hineingeriethen, darauf schliefsen, Dampfer „Asia“ erhielt am
1, Juni in ungefähr 50° O-Lg den der Depression angehörigen NW-Wind schon
in etwa 240 Sm Abstand vom Minimum; der Wind nahm allmählich zu und
wurde schon in etwa 160 Sm Abstand vom Minimum stürmisch, 10 Stunden
bevor dieses am Schiffe vorüberging, obschon das letztere anfänglich noch unter
vollem Dampf - ihm entgegenfuhr. Dagegen erhielt Dampfer „Inchulva“, der
das Wetter am 3. Juni etwa 60 Sm östlich vom Meridian von Aden durch-
machte, obgleich er recht in der Bahn des Centrums stand, den Sturm nur
3—4 Stunden vor dem Eintritt des barometrischen Minimums. Der Wind aus
NzE setzte um 9* a. m. plötzlich ein, nachdem er bis zum letzten Augenblicke
noch flau und veränderlich aus verschiedenen Richtungen gekommen war, und
wuchs, dann sehr rasch, in Zeit einer halben Stunde, zum vollen Orkan an,
Vielleicht wurde diese Veränderung im Auftreten auch durch die geographische
(Gestalt des Meeresstriches, welcher gleichsam das Bett des Orkans bildete,
hervorgerufen. Das eigentliche Orkanfeld, d. h. das Gebiet im Umkreise des
Minimums, wo der Wind mit voller Orkanstärke auftrat, hatte auch im Aufsen-
ende des Golfes nur eine geringe Ausdehnung. Sein Durchmesser kann höchstens
100 Sm betragen haben. Zur Ermittelung der Größe des windstillen Central-
raumes liefern die Berichte keinen genügenden Anhalt, obschon ‚einige Schiffe,
insbesondere der Dampfer „Tritos“, demselben sehr nahe kamen, Die Form
der Depression war anscheinend ziemlich symmetrisch. Sie hatte auf allen
Seiten so steile Gradienten, dafs rund um das Centrum Winde von Orkanstärke
wehten, doch war, wie bei tropischen Orkanen wohl gewöhnlich der Fall, der