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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Cyklone im Golf von Aden im Anfang Juni 1885. 
„Nach Aussage der Eingeboreneu pflegt in der Nähe der Khurta-Muria- 
Inseln (an der SO-Küste von Arabien) der SW-Monsun in einem Sturme einzu- 
getzen, der von Donner, Blitz und Regen begleitet ist.“ 
„Im Mai 1503 erlitt der Befehlshaber der Portugiesischen Flotte auf 
den Khuria Muria-Inseln während eines Sturmes Schiffbruch.!) Im Jahre 1853 
wurde I. Br. M.S. „Juno“ in einem heftigen Sturme in der Nähe der Inseln 
nahezu entmastet.“ 
„Im April 1856 hatten der P. & 0. Co’s. Dampfer „Malta“ und das Segel- 
schiff „Haddington“ südlich von Khurian Murian-Bai einen schweren Orkan 
durchzumachen, und der E, I. Co’s, Dampfer „Queen“ ging um dieselbe Zeit bei- 
nahe verloren.“ 
„Im Juni 1811 hatte das E, I. Co’s. Schiff „Zssez“ einen Orkan nördlich 
von den Laccadiven. Derselbe zog anscheinend nach NNW.“ . 
Am 8. und 9. Juni 1836 wehte ein Orkan etwa 100 Sm südlich von der 
Küste von Beludschistan. Die E.I Co’s, Korvette „Ternate“, welche 180 Sm 
OzN von Ras al Hadd stand, wurde theilweise entmastet und mufste ihre Ge- 
schütze über Bord werfen.“ 
„Am 15. Juni 1837 wurde Bombay von einem Orkan heimgesucht.“ 
„Am 20. April 1847 trat an der Westküste von Indien ein sehr schwerer 
Wirbelsturm auf. Derselbe wüthete längs der ganzen Küste bis Bombay hinauf 
und verursachte den Schiffen einen sehr erheblichen Schaden. Um dieselbe 
Zeit, nicht mehr als zwei Tage, nachdem die Cyklone über Bombay hinweg- 
gegangen war, wurde Maskat von einem sehr heftigen Sturme ähnlicher Art 
heimgesucht. Die Schiffe in der Bucht litten sehr, und mehrere wurden auf die 
Klippen geworfen. Auch die Stadt hatte schwer zu leiden. Die Strafsen wurden 
von dem in Strömen herabgiefsenden Regen überfluthet, Bäume wurden ent- 
wurzelt und in die See geschwemmt, und eine grofse Menge Vieh ertrank. Ob 
dieser Sturm mit dem an der Küste von Indien identisch war, hat mit Sicher- 
heit nicht festgestellt werden können. Das Schiff „Buckinghamshire“, welches 
unweit der Malabar-Küste in diesen Orkan gerieth, beobachtete einen niedrigsten 
Barometerstand von 713 mm (28,08 Zoll).“ 
„Auf der Rhede von Surat kommen, nach Horsburgh mitunter Orkane 
im AP und Mai vor. Ihre Vorläufer sind schwache veränderliche Briesen 
und dunkles, wolkiges Wetter. Bei ihrem Herannahen zeigt sich im Südosten 
Blitzen und eine drohende schwarze Luft.“ . 
„Am 3. Juni 1859 hatte das Schiff „Typhoon“ auf der Reise von Aden 
nach Bombay in 15° 30° N-Br und 66° O-Lgx einen schweren Sturm durch- 
zumachen.“*) 
Im verflossenen Jahre trat kurz nach der Cyklone, welche den Gegen- 
stand dieser Abhandlung ausmacht, eine zweite Cyklone im Arabischen Meere 
auf, in welcher am 8, Juni der aus jener ersten glücklich entkommene Dampfer 
„Seraglio“ in 14° 54’ N-Br und 67° 15‘ O-Lg unterging, bei von NW nach. SW 
drehendem Orkan, und in welcher am 9.—10. Juni die Bark „Sir Lancelot“ 
schweren Schaden erlitt (vgl. weiter unten Meldrum’s Mittheilung). Se 
I. Verlauf und Bewegung der Cyklone., . 
Das Beobachtungsmaterial bezüglich des Orkans vom 1.—3. Juni 1885, 
welches bei der vorliegenden Bearbeitung benutzt werden konnte, findet man 
weiter unten, im dritton Abschnitt, auszugsweise wiecdergegeben.*) Dasselbe ist 
1) Nach De Barros war es das auf einer Kreuzfahrt an der Arabischen Küste ‚begriffene 
Geschwader des Vicente Sodre, Letzterer verlor mit dem gröfsten Theile der Mannschaft bei 
dem Sturme sein Leben, und alle Schiffe bis auf 3 gingen unter (Geschichte der Entdeckungen und 
Eroberungen der Portugiesen im Orient, nach Anleitung der Asia des Joän de Barros, von Diedr. 
Wilh, Soltan, 1. Theil, Braunschweig 1831) . 
; 2% Die früheren Stürme in Adern sind bereits erwähnt worden. Von diesen fiel einer in den 
Oktober, zwei fielen in die Jahreszeit vor dem Einsetzen des SW-Monsuns, und zwar der eine au£ 
den 3. Mai, der andere auf den 20, Mai. ; W 
3) Der Direktion ist aufßser von den beständig mit ihr in Verbindung stehenden Kapitänen 
theils direkt, theils durch gefällige Vermittelung des Hydrographischen Amtes Material über diesen 
Orkan zugegangen von Herrn Kapt. Henry Toynbee vom Meteorological Office und von Herrn 
Capt, R. N. Wharton, R. Hydrographer in London, sodann von den Herren D. H, Wätjen & Co 
in Bremen, der Direktion der Flensburger Damnpfschiffahrts-Gesellschaft, der Direktion der Deutschen
	        
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