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Kleine Notizen.
ich im Zusammenhange mit den von mir gemachten Wahrnehmungen mich zu
der Ansicht hinneige, dafs das Aufstellen eines NE-Monsuns für den Bengalischen
Meerbusen und für den östlichen Theil des Arabischen Meeres mehr eine theo-
retische Registrirung, als eine den Thatsacheo entsprechende Bezeichnung ist.
Haben doch die Schiffe „Albatros“ und „Saida“ in zwei aufeinander-
folgenden Jahren in der sogenannten besten Monsun-Zeit, d. i, Ende Dezember,
erst auf 350 bezw. 450 Sm von der Küste nordöstliche Winde angetroffen,
Dafs diese nordöstlichen Winde von Ende November bis Anfang März
überwiegend sein mögen, ist wahrscheinlich, deshalb ist jedoch die Bezeichnung
derselben als NE-Monsun nicht stichhaltig.
Ich fand auch das Wetter durchaus micht so hell und heiter, wie solches
beschrieben wird; im Gegentheil wurde starke, rasch wechselnde Bewölkung,
aber ohne Niederschläge, verzeichnet.
Stromrichtung und Stärke erwiesen sich als ungemein veränderlich.
An der Küste von Arabien scheinen Ebbe und Fluth einen ablenkenden
Einflufs auf die im Allgemeinen westliche Richtung des Stromes zu üben.
7. Strömungs- und Windverhältnisse in der Malacca-Strafse,
bei den Nicobaren und an der Süd- und Westküste von Ceylonr.
(„Hydrographische Nachricht“ No, 6/45. Pola 1886.) Nach einem Berichte
des Kommandanten der Oostr.-Ung, Korv. „Saida“, Linienschiffs-Kapt. Heinrich
Fayenz, über die Reise von Singapore nach Colombo zn November 1885
sind folgende Bemerkungen über die Strömungs- und Windverhältnisse ent-
nommen:
Beim Auslaufen von Singapore wurden in der Main-Stralse starke Strö-
mungen von sehr rasch wechselnder Richtung beobachtet, und zeigten sich
solche auch im Aussehen der See, welche einem rasch strömenden Flusse mit
vielen Wirbeln ähnlich war.
In der Malacca-Strafse herrschte ein NW-Strom von 0,3 bis 0,5 Sm Ge-
schwindigkeit pro Stunde, welcher oberhalb der One Fathom-Bank eine mehr
nördliche, unter der Insel Penang wieder eine westnordwestliche Richtung an-
nahm. Auch südlich dieser Insel hatte die See das Aussehen eines Flusses mit
ölglatten nahezu kreisförmigen Stellen inmitten des sonst leicht bewegten
Wassers.
Vom NE-Monsun war noch nicht das Mindeste zu fühlen; Windstillen
wechselten mit ganz leichten sehr veränderlichen Winden, welche letzteren meist
einen schweren, nur kurz andauernden Regen mit sich brachten.
Im Kanal zwischen der Malayischen Halbinsel und der Insel Penang
(Prince of Wales) setzte der Ebbestrom von Süd nach Nord, der Fluthstrom
von Nord nach Süd mit einer durchschuittlichen Geschwindigkeit von 1,5 bis
2 Sm stündlich. Zur Zeit der entwickelten Monsune erreicht der in der Wind-
richtung laufende Strom mitunter auch 4 bis 5 Sm.
Die zwischen dem Festlande und den Nicobaren verzeichneten Kabbelungen
(Tide rips) wurden wiederholt beobachtet und ein zwischen NNE und NW,
54 Sm die Stunde, setzender Strom festgestelll. Auch hier war zu Ende No-
vember noch keine Spur eines NE-Monsuns, und hatte das Wetter denselben
unbeständigen Charakter, wie in der Malacca-Strafse.
Beim Passiren der Insel Car Nicobar setzte ein von SzW bis WSW
drehender Wind von Stärke 2 bis 5 ein, welcher auf 50 Sm West der genannten
Insel abflaute und in Windstille und ganz flaue SW- bis SzW-Winde mit heiterem
irockenem Wetter überging. Diese Windstillen hielten fünf Tage an, dann
setzten am 28. November leichte Nordwinde ein, die allmählich auf NE und
ENE drehten und immer stetiger und frischer wurden: der NE-Monsun hatte
sich mithin eingestellt. Anfangs war er sehr veränderlich, doch von 88° O-Lg
an hatte er die Stärke eines Passats.
Gleich mit dem Einsetzen des Monsuns machten sich folgende Strom-
versetzungen bemerkbar:
‘) „Indian Ocean Directory“. 1882, pag. 62, und „China Sea Directory“, Vol, I, 1878, pag. 4.