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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

164 - Aus dem Reisebericht des Deutschen Dreimastschoners „Ventilia“®, 
welcher ihnen ihren hohen Lohn auszahlt und schliefslich allein für die Stauung 
der Ladung verantwortlich gemacht wird. Eine scharfe Ueberwachung der 
Stauer seitens des Kapitäns ist daher dringend erforderlich. 
Da Stehlen hier sowohl am hellen lichten Tage als bei Nacht zur Tages- 
ordnung gehört, so ist es dringend geboten, alle werthvollen und leicht mit- 
zunehmenden Sachen unter Verschlufs zu halten und alle zweifelhaften Personen, 
die an Deck umherlungern, au Land zu verweisen.“ 
Iquique.!) „In /quique liegen die Schiffe in der Richtung Ost— West 
vertäut, mit einem Buganker und 110m (60 Fad.) Kette westwärts voraus und 
einem Wurfanker mit 80 bis 110m (45 bis 60 Fad.) Kette ostwärts achteraus. 
Die Seebriese setzte während unseres Aufenthaltes, vom 11. bis zum 30. Juni 
1884, gewöhnlich zwischen 9 und 12 Uhr Vormittags ein, mitunter aber noch 
später, aus einer Richtung zwischen S und W, zuweilen mit der Stärke 5. 
Kurz vor oder nach Sonnenuntergang wurde es gewöhnlich windstill, welcher 
Zustand in der Regel die ganze Nacht anhielt. Mitunter drang aber nach 
Mitternacht eine flaue Landbriese von SE, E oder NE durch. Gelegentlich 
kam es auch vor, daß weder See- noch Landbriese auftrat, sondern dafs es 
stille blieb, und Schiffe einige Tage in Sicht von /quique umhertrieben, Lotsen 
sind in Zqwique vorhanden, und ist das Lotsgeld nicht eben sehr hoch; wohl 
aber erwachsen einem Schiffe bedeutende Unkosten für Vertäuen und Los- 
machen. Das Löschen der Steinkohlen geht sehr langsam, indem dieselben in 
Säcke geschüttet und, nachdem letztere zugenäht sind, gewogen werden müssen, 
Dieses ist natürlich sehr zeitraubend, aber wenn in der Chartepartie keine 
gegentheilige Bemerkung enthalten ist, läfst sich nichts daran ändern. Das 
Löschen von anderen Kaufmannsgütern vollzieht sich infolge der hinderlichen 
Zolleinrichtungen ebenfalls in einer schleppenden Weise.“ 
Guayaquil?) „Während unseres Aufenthaltes in Guayaquil, vom 
11. Juli bis zum 8. August 1884, war die Temperatur der Luft meistens recht 
angenehm, weil gewöhnlich, besonders aber in der Nacht, eine frische Briese 
von Westen — vom Meere — wehte. Die Morgen waren fast kühl zu nennen, 
Von 1 Uhr bis 4 Uhr Nachmittags war die Hitze grofs und wurde besonders 
deshalb oft lästig, weil um diese Zeit die Briese abflaute. In den Monaten 
Mai und Juni ist es fast immer windstill auf dem Guayaquil-Flusse, was zur 
Folge hat, dafs der Strom länger und stärker aus- als einläuft und das Flufs- 
wasser bei der Stadt frisch und trinkbar wird. Gegen das Ende des Monats 
Juli ändern sich jedoch die Verhältnisse wieder; das Wasser wird bei Guayaquil 
schlechter und später sogar salzig.“ 
Manta.®) „Die Klippe au(serhalb der Rhede von Manta, über welche 
berichtet wird, ist nicht vorhanden. Manta, ein kleines Dörfchen, besitzt eine 
kleine gute Rhede, woselbst die Schiffe während der trockenen Jahreszeit -— in 
unseren Sommermonaten — schr gut liegen; doch müssen sie sich soviel als 
möglich dem Lande nähern. „Ventilia“ lag auf einer Wassertiefe von 7,2 m 
(4 Fad.); das Leuchtthurmgerüst peilte mw. SSW!44W. Hier befindet man sich 
in einer günstigen Position, um den Leichterfahrzeugen zu in vom 
Lande nach dem Schiffe und zurück zu segeln. Ein Schiff wird hier ziemlich 
rasch beladen, obwohl nur drei Leichter von 4 bis 5 Tonnen Gröfse vorhanden 
sind, die den Agenten der „Pacific Steam Navigation Company“ gehören. Das 
Klima war im Monat August 1884 ausgezeichnet. Der Wind, welcher meistens 
aus SSW wehte, holte gegen Mittag etwas westlicher, aber gegen 3 oder 4 Uhr 
Nachmittags wieder zurück nach seiner ursprünglichen Richtung, Das Schiff 
lag daher recht gut.“ 
Bahia de Caraquez. „Um 4 Uhr Nachmittags den 21. August ver- 
liefsen wir Manta, um nach Bahia de Caraqwez (die auch gebräuchliche Schreib- 
weise Caracas ist unrichtig) zu versegeln und ankerten um 9* p.m. 6 Sm süd- 
westlich von der Einfahrt zu diesem Hafen. In der Nacht wehte eine frische 
südwestliche Briese mit feinem Regen, begleitet von einer Düuung aus WSW. 
I) Vgl. diese Annalen 1883, Seite 425 ff. 
?) Vgl. diese Annalen 1881, Seite 444. 
3) Vgl. diese Annalen 1880, Seite 329 ff.
	        
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