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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Porto Praya auf St. Jago. 
Küsten hindurch führende Wasserstraße brachte die Pinnasse nach einigen 
Biegungen in südöstlicher Richtung in eine grofse Bucht, die sich von Osten 
im das vielfach gegliederte Land erstreckt. 
Dureh die am östlichen Ende nach Süden sich öffnende Ausfahrt wurden 
die äufseren Küsteninseln erreicht, und aus der Karte erkannt, da(s die letzt- 
erwähnte lange Bucht sich nördlich der Insel /nsult befindet. Längs der Küste 
wurde dann nach dem Schiff zurückgedampft. 
Am nächsten Tage dampfte der „ANautilus“ durch die rekognosecirte 
westliche Strafse in den oben erwähnten, zwischen den Inseln /usult und Selby 
gelegenen Hafon, welchem die Bezeichnung „Nautilus-Hafen“ beigelegt 
wurde, und wurde derselbe mit den an Bord befindlichen Mitteln ausgelothet 
und vermessen. Die Resultate der Arbeiten sind in der beigefügten Tafel 4 
niedergelegt. 
Die Position des an der Westseite der südlichen Einfahrt zum Hafen 
gelegenen „Observrations-Punktes“ wurde mit Hülfe eines sechszölligen Prismen- 
kreises durch Beobachtungen an drei Tagen bestimmt. Die Verbindungslinie 
zwischen diesem Punkte und dem Schiff wurde den Vermessungen als Basis zu 
Grunde gelegt, Die Tiefen sind auf den am ersten Tage nach Neumond beob- 
achteten niedrigsten Wasserstand reducirt. Stärke und Richtung des Stromes 
wurden an Bord des „Nautilus“ durch Logg und Lage des Schiffes bestimmt. 
Der Nautilus- Hafen ist sehr geräumig und nach allen Seiten gegen Wind 
und Seegang geschützt. Die zahlreichen in denselben einmündenden Bäche 
liefern frisches Wasser; am leichtesten ist dasselbe aus den nördlich von dem 
Dorfe Tschanjadi auf der Insel Selby mündenden wasserreichen Gebirgsbach zu 
erlangen, wo es bei Hochwasser mittelst eines kurzen Schlauches ins Boot ge- 
leitet werden kann, Das Land ist an geeigneten Stellen sorgsam bebaut, und 
zwar mit Reis, Mais und Kartoffeln. Frisches Fleisch ist zu bekommen und 
zur Zeit noch recht billig. Anstatt des C}eldes wird gern buntes Zeug ge- 
nommen, Die im Norden Koreas gebräuchlichen grofsen Cash’s wollte man 
nicht nehmen, sondern verlangte die hier kursirenden kleinen Cash’s. Der 
Tauschhandel scheint beliebter, als der gegen baares Geld, Eine Mahlzeit frisch 
gefangener Fische für die Mannschaft wurde gegen 1l5kg Reis eingetauscht. 
Die Eingeborenen sind freundlich und schüchtern, wagten sich zuerst nicht au 
Bord, zeigten aber kindliches Interesse für alle die ihnen unbekannten Dinge. 
Die Temperatur im Juli war nicht höher, als in Deutschland zu derselben 
Jahreszeit; 24—26° C. war die Maximal-Temperatur des Tages, 
Vom Nautilus-Hafen aus suchte der Kommandant per Boot die nach der 
Koreanisch-Japanischen Karte am nördlichsten Ende der sich von Mado noch 
weiter nordwärts erstreckenden, aber hier verengenden Bucht liegende Stadt 
Kang-gihn auf, In der Mitte dieser Einbuchtung liegen hinter einander drei 
Inseln; sie wird abgeschlossen durch flaches Schilfufer, in welches ein von 
Osten kommender Fiufs einmündet, Es wurde am östlichen Ufer gelandet; die 
an der westlichen Seite gelegene Stadt, die sich nur durch einen nach Korea- 
nischen Begriffen palastartigen Gebäudekomplex in ihrer Mitte von den sonst 
gesehenen Dörfern auszeichnete, konnte des fallenden Wassers wegen nicht 
besucht werden. 
Porto Praya auf St. Jago.) 
Nach dem Bericht des Schulgeschwader-Kommandos, Geschwader-Chef Kommodore Stenzeh 
Die Stadt Porto Praya, der Sitz des General-Gourerneurs und der Re- 
gierung der Kap Verde’schen Inseln, nimmt die größere Hälfte eines etwa 30m 
hohen Felsplateaus ein, welches nach allen Seiten steil abfällt, im Süden von 
der See begrenzt und nach Osten und Westen je von einem Thal flankirt wird, 
welche letzteren sich im Norden der Stadt vereinigen. In dem westlichen Thale 
3} Findlav’s „North Atlantic Ocean“, 1879, S. 722. — „African Pilot“, Part I, 1880, S. 150,
	        
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