Kleine Notizen,
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Die Lotsen halten sich beim Einsegeln genau in der Mitte der beiden
ersten Tonnen und dann dicht an den an St-B, liegenden Tonnen.
Als gut in die Augen fallende Punkte sind zu erwähnen das Fort nebst
dem Flaggenmast auf der Insel Cochons und die auf der Spitze Fouwillale be-
fndliche 23m hohe Leuchtbake!) mit Ball aus Korbgeflecht.
Die gewöhnlich vorherrschende Stromrichtung unter der Südküste von
Grande Terre, der östlichen Inselhälfte von Guadeloupe, ist WzN. Beim
Passiren dieser Gegend wurde das Schiff '/2a Sm pro Stunde nach dem Lande
zu versetzt.
7. Ueber das Anlaufen der Rhede von Roseau, Insel Dominica.
(„Hydrographische Nachricht“ No. 5/30, Pola 1886.) Derselbe Kommandant
berichtet ferner, dafs die auf der Br. Adm.-K. 728 (V1I: 307) verzeichnete
steinerne Mole auf der Rhede von Roseaw®*) schon vor zehn Jahren durch die
See zerstört worden ist; gegenwärtig ist von derselben nur das äufserste Ende,
welches auf Korallenfelsen erbaut ist, vorhanden, und dieses hat viel Aehnlich-
keit mit einem mächtigen, aus der See emporragenden Steinpfeiler.
Etwas nördlich der früheren Steinmole ist eine Holzmole erbaut, an
deren Wurzel dicht am Strande ein hoher Flaggenmast mit Sahling und Stenge,
aber ohne Ras, steht, au welchem, im Falle der Postdampfer erwartet wird,
sin rothes festes Feuer?) aufgeheifßst wird,
Der auf der Karte angegebene Flaggenmast neben dem Gouvernements-
Gebäude ist von Bäumen so verdeckt, dafs er nur schwer aufzufinden ist,
Zum Anlaufen eignet sich das im Segelhandbuch angegebene Court-Haus
oder der zuerst erwähnte Flaggenmast, welcher unter den 4 bis 5 sichtbaren
Flaggenmasten der höchste und dadurch leicht zu erkennen ist.
Da die Sand- und Korallenbank auf der Rhede, anf welcher man ankern
mufs, nur eine sehr geringe Breite von kaum 2 Kabllg. hat und auch nach See
zu rasch abfällt, so ist es zu empfehlen, eines der erwähnten Anlanfsobjekte
mit dem Lothe direkt anzustcuern,
8. Ueber die Insel Diego Garcia, zum Chagos-Archipel gehörig,
berichtet der Kommandant S. M.S, „Marie“, Kapt. z. See Krokisius:
Die Insel Diego Gareia, welche früher drei Besitzer hatte, deren Nieder-
lassungen Point Marianne, East Point und Minni-Minny waren, ist jetzt in den
Besitz einer Gesellschaft übergegangen, deren Sitz in London ist. Nur die
beiden vor der Bucht liegenden Inseln, Zast-I. und Middle-I., sind von der
Gesellschaft der Orient-Dampferlinie auf 99 Jahre gekauft, um hier für ihre
Dampfer einen eigenen Kohlenplatz zu haben. Auf Kast-I. wohnt der Agent
der ebengenannten Gesellschaft mit einem Theil seiner Arbeiter, während die
übrigen auf dem Kohlenhulk und den Kohlenprähmen wohnen. In der Nieder-
lassung Minni-Minny ist seit einiger Zeit ein Beamter der Regierung von
Mauritius, welcher die Regierungsgeschäfte leitet; zu seiner Unterstützung und
zur Ausübung der polizeilichen Aufsicht hat er 10 farbige Polizisten von Mau-
ritiue. Das einzige Erzeugnifs der Insel besteht in Kopra, die gleich geprefst
and als Oel in Fässern zum Versandt kommt. Rindrvieh und Schafe gedeihen
nicht auf der Insel, Schweine und Hühner dagegen sind vorhanden. Für eigenen
Gebrauch wird etwas Gemüse gepflanzt, Auf irgend welche Verproviantirung mit
den eben genannten Artikeln seitens einlaufender Schiffe ist nicht zu rechnen.
Im Uebrigen werden sämmtliche Bedürfnisse für die dort wohnenden Menschen
importirt, theils von Mauritius, theils mittelst der von Europa und Australien
anlaufenden Dampfer. Wasser ist auf der Iusel nicht vorhanden, nur Regen-
wasser wird in eisernen Wasserkasten aufgefangen. Es lagerten dort zur Zeit
sa 3700 Tons Kohlen, von denen 1700 Tons der Orient-Dampferlinie gehören,
rährend die übrigen, in der inneren Bucht lagernden, der Gesellschaft der
Insel zu eigen sind.
Es soll in der Absicht der Gesellschaft der „Messageries maritimes“
liegen, auch für ihre Dampfer der Australischen Linie hier einen Kohlenplatz
zu errichten und die Dampfer, statt wie bisher über Mauritius, direkt über
1) Vgl. Br. Adm.-K. 804 (VII: 302) und „Nachr, f. Seef.“ 1884, No. 904.
}) Vgl. „West India Pilot*, Vol. II, 1876, pag. 59.
3) Lcht£.-Verz. 1881, VII, No. 128.