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Kleine Notizen.
Für die Ankerpeilungen eignen sich das Fort George, die Signalstation
von Port of Spain, ein Haus mit Signalmast auf einem Bergrücken nordwestlich
der Stadt, oder noch viel besser ein hoher, einzeln stehender Schornstein
einer nordwestlich der Stadt am Strande gelegenen Zuckerraffinerie, welcher
in der Peilung rw. NNO die Stelle angiebt, an welcher die Postdampfer ge-
wöhnlich vor Anker gehen,
Der St. Davids-Thurm, die gothische Kapelle und letzterwähnter Schorn-
stein werden bei einer Neuauflage des Hafenplanes eingezeichnet werden.
Der Leuchtthurm*) ist schwer zu erkennen, da derselbe nur eine geringe
Höhe besitzt und von den Masten der vorliegenden Schiffe leicht völlig ver-
deckt wird.
Bei Nacht ist das Feuer, obwohl es roth ist, der Menge von anderen
Lichtern wegen schwer zu erkennen. Nach Aussage des Hafeumeisters besteht
die Absicht, dieses Feuer auf den östlich der Stadt gelegenen Bergrücken dicht
neben die Kapelle zu versetzen und den Leuchtapparat durch einen stärkeren
zu ersetzen,
Auf der Spitze Galera,*) der NO-Spitze der Insel Zrinidad, soll ein
neues Leuchtfeuer von 25 Sın Sichtweite angezündet werden, da der Verkehr
zwischen den Inseln Tabago und Trinidad stets im Zunehmen begriffen ist, und
da den von Südamerika kommenden Dampfern die Passage durch Serpents Mouth
ron den bezüglichen Gesellschaften wegen der schlechten Beleuchtung und der
infolge dessen häufig stattgebabten Unglücksfälle untersagt wurde, daher alle
Dampfer gehalten sind, Port of Spain durch Dragons Mouth anzulaufen.
Port of Spain ist eine Kohlenstation; man findet dort zu jeder Zeit bei
der Firma Steward Turnbuck & Comp. gegen 2000 Ton Kohlen vorräthig,
die Tonne zum Preise von 8 Dollars.
Ueber den Eintritt der Gezeiten sind vom Hafenamte zu Port of Spain
folgende Angaben gemacht worden:
Die Hafenzeit zu Port of Spain®) ist 4V4; die Fluthhöhe beträgt bei
Springzeit 1,2m und bei Nippzeit 0,75m.
In der Bocas de Monos ist die Hafenzeit 36 Minuten, in der Boca de
Navios 46 Minuten und bei der Spitze Gallos 22 Minuten früher als zu Port of
Spain; bei Couva und bei der Spitze Pierra ist die Hafenzeit 5 Minuten, bei
St. Fernando und bei La Brea 8 Minuten, bei Oropouche 13 Minuten später
und bei der Spitze /cacos um 16 Minuten und in der Mayaro-Bucht um
za 3/4 Stunden früher als zu Port of Spain.
Nach einer Mittheilung des Kommandanten des Brit. S. „Grifon“ liegt
25 Sm rw. S 42° 15‘ O0 von der Spitze Galera, in 10° 31‘30“ N-Br und 60° 37‘ W-Lg,
die Klippe Darien.*) Dieselbe besteht aus Korallen, wird von der See über-
spült und hat bei einer Länge von 46m eine Breite von 27m.
Ferner ist 30 Sm rw. S0z07%0 von der Spitze Galera eine Bank auf-
gefunden worden, welche sich 5 Sm in der Richtung Nord—Süd mit Wasser-
tiefen von 23,8 bis 47,5m und 4 Sm in der Richtung Ost— West mit der
geringsten Wassertiefe von 3l1,1m erstreckt.
6. Ueber das Anlaufen von Pointe ä Pitre. InselGuadeloupe.
(„Hydrographische Nachricht“ No. 5/29. Pola 1886.) Nach einem Berichte des
Kommandanten der Oestr.-Ung. Korv. „Zrinyi“, Freg.-Kapt. Vincenz Edler
von Rosenzweig, über das Anlaufen von Pointe & Pitre®) wird beim An-
segeln der Aufsenrhede von den einheimischen Lotsen nicht mehr die in der
Karte angegebene Richtung „Jary-Mühle und rothe Tonne in der Hafeneinfahrt“
eingehalten, da die Mühle so verwachsen ist, dafs man sie kaum mehr erkennen
kann, sondern dieselben laufen die Glockentonne südlich der Einfahrt®) an und
nehmen daun von derselben direkten Kurs gegen die beiden das Fahrwasser
kennzeichnenden Tonnen. Von der Glockentonne aus präsentiren sich die Stadt
sowie die anzusteueruden Tonnen viel vortheilhafter.
West India Pilot“, Vol. I, 1883, pag. 99.
} „West India Pilot“, Vol. I, 1883, pag. 88.
3) „West India Pilot“, Vol. X, 1883, pag. 101.
5) „West India Pilot“, Vol. I, 1883, pag. 102.
5) Vgl. „West India Pilot“, Vol. II, 1876, pag. 67.
5) Vgl. „Nachr. f, Seef,“ 1882, No. 55.