Kleine Notizen,
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Kapt. Nares Beobachtungen gemacht und einen starken Strom gefunden haben.
Während des Aufenthaltes des Geschwaders war in der Bucht mitunter eine
nicht meßbare Strömung längs dem Ufer herumlaufend, hauptsächlich daran
wahrnehmbar, dafs die Schiffe derselben entsprechend lagen, die im südlichen
Theile nordwestwärte, die im nördlichen Theile südostwärts; von irgend
welchem sonstigen Einflufs war diese Strömung sonst nicht. Die Anker der
vier Schiffe blieben ohne Warp die Zeit über klar.
Handelsdampfer, welche sehr zahlreich verkehren, und Segelschiffe ankern
im nordöstlichen und östlichen Theile der Bucht. Das Schulgeschwader lag
gut und ungestört im südlichen Theilo bei der 10 Fad.-Linie, das Flaggschiff
in der Peilung: das Fort Ost, Bird’s-I. N'420. Dieser Platz ist für Kriegs-
schiffe zu empfehlen.
Der gesunkene Deutsche Dampfer „Denderah“ liegt noch au der Stelle,
wo er auf dem Plan eingetragen ist; die beiden Stengen stehen getakelt über
dem Wasser hervor. An der Vorstenge werden Abends zwei weifse Laternen
geheifst, die obere viel heller als die untere. Das Heifsen der Laterne auf dem
bei dem Wrack verankerten Fahrzeuge findet nicht mehr statt.
In der Bucht steht immer mehr oder weniger Dünung, in der die Schiffe
schlingern, und die den Bootsverkehr erschwert; der Wind ist bei lebhafter
Briese immer böig, wodurch das Bootssegeln beeinträchtigt wird; das Ufer ist
überall, ausgenommen bei den Kohlenbrücken und eine kleine Stelle bei dem
Kabelhaus nördlich vom Fort, felsig, so dafs das Landen mit Booten nicht mög-
lich oder doch erschwert ist. Die Bucht ist reich an Fischen der verschiedensten
Arten; das Fischen mit dem Netze ist des felsigen Strandes wegen beschwerlich,
der Fang mit der Angel ist, besonders bei Bird’s-I., lohnend,
Die Luftwärme, an Bord S, M.S, „Stein“ gemessen, betrug für die Zeit
vom 13. bis 30. November im Mittel -{-24,1° C., die höchste beobachtete
Temperatur war 27,2° am 13. November Mittags, die niedrigste 22,6° am 27.
Mitternacht. Eine allmähliche Abnahme der Temperatur machte sich in diesem
Zeitraume merklich; der mittlere Betrag in der ersten Hälfte war 24,5°, in der
zweiten 23,7°. Im Ganzen war die Temperatur an Bord eine angenehme zu
nennen: auch am Lande beim Schiefsen war sie nicht drückend,
5. A von Port of Spain (Espaiäo). Insel Trinidad.
Kleine Antillen. („Hydrographische Nachricht“ No. 4/16. Pola 1886.) Ueber
das Anlaufen von Port of Spain!) und über die Hafenzeiten an einigen Orten
der Küste der Insel Trinidad hat der Kommandant der Oestr.-Ung. Korvette
„Zrinyi“, Freg.-Kapt. Vincenz Edler von Rosenzweig, Folgendes berichtet:
Die auf der Br. Adm.-K. 483a (Tit. VII: 334) angegebene Richtungslinie
für das Anlaufen von Port of Spain „Flaggenmast und Kathedrale“ kann nicht
mehr benutzt werden, da man beide Objekte erst dann erkennt, wenn man, vor
Anker liegend, mit Mufse daran geht, dieselben aufzusuchen, ganz abgesehen
davon, dafs der Flaggenmast nicht auf dem im Plane angegebenen Platze steht.
Die im Segelhandbuche „West India Pilot“, Part I, 1883, pag. 100, an-
gegebene Segelanweisung mag seiner Zeit recht gut gewesen sein, houte ist sie
unausführbar.
Von allen Dampfern wird heute der St. Davids-Thurm, der östlich der
Stadt auf dem ersten Bergrücken liegt, zum Anlaufen benutzt. Um das Er-
kennen desselben zu erleichtern, wird er vom Hafenamte stets weifs angestrichen
erhalten.
Mit Hülfe dieses Thurmes ist das Anlaufen um Vieles vereinfacht, da
man, von Dragons Mouth (Bocas de Dragos) kommend, sich zuerst der Stadt
nähert, bis man den Thurm rw. ONO peilt, worauf man gegen denselben abhält.
Etwas östlich vom St. Davids-Thurme steht auf demselben Bergrücken
eine kleine hübsche, in gothischem Style erbaute Kapelle, welche den Thurm
an Höhe überragt, leicht und sicher erkannt werden kann und deshalb gleich.
falls als Ansegelungsmarke benutzt wird, wobei die Peilung dieselbe bleibt, wie
beim Thurm.
Das Hafenamt empfiehlt die Kapelle als viel geeigneter zum Anlaufen,
als den St. Davids-Thurm.
ı „West India Pilot“, Vol. I, 1883, pag.
100.