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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Kleine Notizen, 
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Kapt. Nares Beobachtungen gemacht und einen starken Strom gefunden haben. 
Während des Aufenthaltes des Geschwaders war in der Bucht mitunter eine 
nicht meßbare Strömung längs dem Ufer herumlaufend, hauptsächlich daran 
wahrnehmbar, dafs die Schiffe derselben entsprechend lagen, die im südlichen 
Theile nordwestwärte, die im nördlichen Theile südostwärts; von irgend 
welchem sonstigen Einflufs war diese Strömung sonst nicht. Die Anker der 
vier Schiffe blieben ohne Warp die Zeit über klar. 
Handelsdampfer, welche sehr zahlreich verkehren, und Segelschiffe ankern 
im nordöstlichen und östlichen Theile der Bucht. Das Schulgeschwader lag 
gut und ungestört im südlichen Theilo bei der 10 Fad.-Linie, das Flaggschiff 
in der Peilung: das Fort Ost, Bird’s-I. N'420. Dieser Platz ist für Kriegs- 
schiffe zu empfehlen. 
Der gesunkene Deutsche Dampfer „Denderah“ liegt noch au der Stelle, 
wo er auf dem Plan eingetragen ist; die beiden Stengen stehen getakelt über 
dem Wasser hervor. An der Vorstenge werden Abends zwei weifse Laternen 
geheifst, die obere viel heller als die untere. Das Heifsen der Laterne auf dem 
bei dem Wrack verankerten Fahrzeuge findet nicht mehr statt. 
In der Bucht steht immer mehr oder weniger Dünung, in der die Schiffe 
schlingern, und die den Bootsverkehr erschwert; der Wind ist bei lebhafter 
Briese immer böig, wodurch das Bootssegeln beeinträchtigt wird; das Ufer ist 
überall, ausgenommen bei den Kohlenbrücken und eine kleine Stelle bei dem 
Kabelhaus nördlich vom Fort, felsig, so dafs das Landen mit Booten nicht mög- 
lich oder doch erschwert ist. Die Bucht ist reich an Fischen der verschiedensten 
Arten; das Fischen mit dem Netze ist des felsigen Strandes wegen beschwerlich, 
der Fang mit der Angel ist, besonders bei Bird’s-I., lohnend, 
Die Luftwärme, an Bord S, M.S, „Stein“ gemessen, betrug für die Zeit 
vom 13. bis 30. November im Mittel -{-24,1° C., die höchste beobachtete 
Temperatur war 27,2° am 13. November Mittags, die niedrigste 22,6° am 27. 
Mitternacht. Eine allmähliche Abnahme der Temperatur machte sich in diesem 
Zeitraume merklich; der mittlere Betrag in der ersten Hälfte war 24,5°, in der 
zweiten 23,7°. Im Ganzen war die Temperatur an Bord eine angenehme zu 
nennen: auch am Lande beim Schiefsen war sie nicht drückend, 
5. A von Port of Spain (Espaiäo). Insel Trinidad. 
Kleine Antillen. („Hydrographische Nachricht“ No. 4/16. Pola 1886.) Ueber 
das Anlaufen von Port of Spain!) und über die Hafenzeiten an einigen Orten 
der Küste der Insel Trinidad hat der Kommandant der Oestr.-Ung. Korvette 
„Zrinyi“, Freg.-Kapt. Vincenz Edler von Rosenzweig, Folgendes berichtet: 
Die auf der Br. Adm.-K. 483a (Tit. VII: 334) angegebene Richtungslinie 
für das Anlaufen von Port of Spain „Flaggenmast und Kathedrale“ kann nicht 
mehr benutzt werden, da man beide Objekte erst dann erkennt, wenn man, vor 
Anker liegend, mit Mufse daran geht, dieselben aufzusuchen, ganz abgesehen 
davon, dafs der Flaggenmast nicht auf dem im Plane angegebenen Platze steht. 
Die im Segelhandbuche „West India Pilot“, Part I, 1883, pag. 100, an- 
gegebene Segelanweisung mag seiner Zeit recht gut gewesen sein, houte ist sie 
unausführbar. 
Von allen Dampfern wird heute der St. Davids-Thurm, der östlich der 
Stadt auf dem ersten Bergrücken liegt, zum Anlaufen benutzt. Um das Er- 
kennen desselben zu erleichtern, wird er vom Hafenamte stets weifs angestrichen 
erhalten. 
Mit Hülfe dieses Thurmes ist das Anlaufen um Vieles vereinfacht, da 
man, von Dragons Mouth (Bocas de Dragos) kommend, sich zuerst der Stadt 
nähert, bis man den Thurm rw. ONO peilt, worauf man gegen denselben abhält. 
Etwas östlich vom St. Davids-Thurme steht auf demselben Bergrücken 
eine kleine hübsche, in gothischem Style erbaute Kapelle, welche den Thurm 
an Höhe überragt, leicht und sicher erkannt werden kann und deshalb gleich. 
falls als Ansegelungsmarke benutzt wird, wobei die Peilung dieselbe bleibt, wie 
beim Thurm. 
Das Hafenamt empfiehlt die Kapelle als viel geeigneter zum Anlaufen, 
als den St. Davids-Thurm. 
ı „West India Pilot“, Vol. I, 1883, pag. 
100.
	        
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