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Vergleichende Uebersicht etc,, November 1885,
Gebiet zwischen 35° und 45° N-Br
durchzogen und von denen einige
wegen ihrer ungewöhnlichen Intensität
bemerkenswerth sind. Insbesondere
reranlafste eine Depression, welche
am 20. in West-Kansasg zuerst erschien,
am 25. den Ocean betrat und am
Monatsschlusse die KEuropäischen
Küsten erreichte, heftige Stürme von
Eastport, Maine, nach Wilmington,
North Carolina, und aufserordentlich
hohe Fluth an der Küste von New-
Jersey, Die Anzahl der barometrischen
Maxima war verhältnifsmäfsig gering.
reränderung der Depressionen im
Westen meist gegen ENE, im Osten
gegen ESE gerichtet war. Die größte
Ticfe, 726 mm, erreichte eine am 26.
längs der Irischen Westküste nordnord-
>stwärts fortschreitende Cyklone.
Die Häußgkeit _barometrischer
Maxima im Innern Europas, besonders
ip den Tagen vom 2. bis 3., 7. bis 11,
and 16. bis 21., welche sich dann
auch in Centraleuropa durch trockenes
Wetter auszeichneten.
2. Der ungewöhnlich niedrige Luft-
druck über nahezu dem ganzen Ge-
biete, Die gröfsten negativen Ab-
weichungen von den Normalwerthen
entfallen auf die Nordpacifsche Küste,
wo dieselben 6,8 bis 9,5mm erreichten,
Ueber dem gröfseren Theile des Ge-
pietes östlich vom Felsengebirge lag
die negative Abweichung zwischen
2,7 und 66mm, Die Schwankungen des
Luftdruckes waren am gröfsten an der
nördlichen Pacifischen Küste, am ge-
ingsten in Arizona, Florida und Süd-
californien.
3. Das Vorherrschen der nordwest-
lichen Winde am oberen Mississippi-,
Missouri- und Ohio-Thale, in den öst-
lichen Golfstaaten und an der Atlan-
tischen Küste südlich von Neu-England,
der westlichen in der Seenregion, der
südlichen in den westlichen Golfstaaten
and an der Nordpaeifischen Küste.
2. Das im nördlichen Centraleuropa
um 3-—4mm zu hohe Monatsmittel des
Luftdruckes bei überall normaler
Monatsschwankung des letzteren.
3. Das Vorherrschen der Winde
aus E bis SW im gröfsten Theile
Centraleuropas, als unruhig auf größe-
rem Gebiete (in der Nordwesthälfte
des Erdtheils) sind nur die letzten
5 Tage des Monats zu bezeichnen.
4. Die ungewöhnlich grofsen Regen-
mengen an der Pacifischen Küste,
welche von Verwüstungen begleitete
Ueberschwemmungen herrorriefen; an
der mittleren Pacifischen Küste betrug
der Ueberschufs an 270mm. Ebenso
war in den mittleren Atlantischen
Staaten die Regenmenge erheblich zu
große, während die südwestlichen
jstrikte zu wenig Regen hatten.
4. Die zu geringe Niederschlags-
menge, welche in Süddeutschland %10,
in Norddeutschland nur ®/4 der Nor-
malen erreichte.
5. Das zu hohe Monatsmittel der
Temperatur auf dem ganzen Gebiete,
aufser in den südlichen Atlantischen
and den östlichen Golfstaaten, wo die
Temperatur etwas unter dem Mittel-
werthe lag. Die gröfsten positiven
Abweichungen hatten die Distrikte
des nördlichen und centralen Felsen-
yebirges, nämlich 3 bis 5%%° C. Die
Abweichungen betrugen für die einzel-
nen Distrikte:
5. Die bis zum 25. November vor-
wiegend zu niedrige und häufig unter
den Gefrierpunkt herabgehende Tem-
peratur, worauf am 27. und 28. ein
von ungewöhnlich intensiver Gewitter-
bildung begleiteter Umschlag des
Wetters sich vollzog; am 30. lag die
Morgentemperatur in Süd- und Mittel-
deutschland um 10° bis 15° über der
normalen, Die Abweichungen betrugen
für die einzelnen Distrikte: