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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Papa“. 179 
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dort eine Ladung Guano einzunehmen. Diese Insel wurde nach einer Reise 
von 102 Tagen, auf welcher die Route östlich zur Magellan-Strafse hinaus und 
um das Kap Horn herum genommen wurde, am 18. April gesichtet. Da der 
einzige vorhandene Liegeplatz von einem anderen Schiffe eingenommen wurde, 
so mufste „Papa“ vorläufig bei der Insel kreuzen, und auch als ersteres am 
23. April um 5 Uhr Nachmittags unter Segel gegangen war, gestatteten die 
Wind- und Witterungsverhältnisse der beiden folgenden Tage (nordwestliche 
Winde mit Regenböen und drohendes Aussehen der Luft) noch keine Annäherung 
an die Insel. Am Morgen des 26. April wehte ein leiser nordwestlicher Zug, 
und die See war ziemlich ruhig. Um 9 Uhr kam der Verwalter von Ba^r-Insel 
an Bord, worauf das Schiff durch dessen Boot und seine eigenen Boote nach 
der Boje bugsirt und an derselben vermittelst der Ankerkette befestigt wurde. 
BaX-er-Insel ist eine ungefähr 6 m (20 Fufs) hohe Koralleninsel und ganz 
mit niedrigen Kräutern bewachsen. Wegen der vorhandenen Häuser kommt 
sie aber schon in einem Abstande von 8 bis 10 Sm von Deck aus in Sicht. 
Sie wird von einem Riffe umgeben, welches sich an ihrer Nordwest- und Südwest 
spitze am weitesten ins Meer hinein erstreckt. Auf der Westseite der Insel 
liegt ungefähr 165 m (90 Fad.) vom Riffe die Festmacheboje, welche vermittelst 
einer Kette und eines Ankers, der auf dem Riffe liegt, gehalten wird. Ein 
zweiter Anker hängt mit einer Kettenlänge von 22G m (120 Fad.), ohne indefs 
den Boden zu berühren, unter der Boje und ist durch eine 146 in (80 Fad.) 
lauge Kette mit dem ersten Anker verbunden. 
Bei einem Winde östlich von N oder S liegt ein Schiff ganz sicher an 
der Boje. Bei einem solchen aus dem westlichen Halbkreise schwait dasselbe 
dem Lande zu, doch soll dann der in der Tiefe hängende Anker hinter das 
steil abfallende Riff haken und so ein Treiben des Schiffes auf den Strand 
verhindern. 1 ) In diesem Falle ist die Lage eines Schiffes indessen nur so lange 
gefahrlos, als der Wind leicht und das Wetter schön bleibt. Wenn letzteres 
böig aussieht, würde ich unter allen Umständen, wenn es noch möglich ist, die 
Boje verlassen und unter Segel gehen. 
Ebbe und Fluth wechseln auf dem Liegeplatz bei der Bafor-Insel regel- 
mäfsig. Die gewöhnliche Richtung derselben ist NO und SW, zuweilen indefs 
auch NW und SO. Die Geschwindigkeit der Strömung war eine ganz ver 
schiedene, zuweilen betrug dieselbe U/s bis 2 Kn, zu anderer Zeit war während 
mehrerer Tage gar kein Strom bemerkbar. 
Um die Insel anzulaufen, sollte man den Breitenparallel derselben gut 
östlich von ihr zu erreichen suchen und dann recht W steuern. Wenn — wie 
in unserem Fall —• bereits ein Schiff an der Boje liegt, welches man schon 
4 bis 5 Sm vor dem Insichtkommen der Insel entdecken wird, und man aus 
diesem oder einem anderen Grunde sein Schiff nicht gleich festmachen kann, 
so hat man nach Osten zu kreuzen, weil man sonst leicht durch die Strömung 
an der Insel vorbeigesetzt wird. Es soll vorgekommen sein, dafs ein Schiff, 
dem solches passirte, 14 Tage zu arbeiten hatte, bevor es die Insel wieder 
erreichte. Wie schon bemerkt, kreuzten wir mit „Papa“ vom 18. bis 26. April 
bei derselben und hatten, obwohl nur eine geringe Strömung — etwa 1 Kn — 
nach W lief, das Schiff stets unter vollen Segeln zu halten. Ist der Wind bei 
der Ansegolung nördlich von E, so passirt man am besten im Norden der Insel, 
wenn derselbe aber eine Richtung südlich von E hat, so ist es vorzuziehen, 
sich südlich von derselben zu halten, weil so in jedem Falle die Boje am 
leichtesten anzuholen ist. Ein Boot mit einer guten Trosse, wenn möglich 
Manila von 5 Zoll Stärke, mufs rechtzeitig vorausgeschickt werden, um letztere 
auf der Boje festzumachen und das andere Ende dem sich nähernden Schiffe 
entgegenzubringen. Kommt der Verwalter der Insel zeitig genug längsseits, so 
machen dessen Leute mit ihrem Boote die Trosse auf der Boje fest, was insofern 
von grofsem Vortheil ist, als man dann seine ganze Mannschaft zum Bergen 
der Segel und Einholen der Trosse zur Verfügung behält. Wenn der Wind 
westlich von N oder S ist, sollte man die Ausegelung an die Boje nicht unter- 
!) Ein weiterer Nutzen dieses Ankers besteht darin, dafs er durch sein eigenes Gewicht und 
dasjenige der Kette, die ihn trägt, ein plötzliches starkes Kinstofsen des Schiffes in die andere Kette 
bei böigen Winden abschwächt.
	        
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