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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Aus dem Bericht über die Expedition der Oestr.-Ung, Korv. „Frundsberg“, 111 
auf Mayotta eine große Kohlenstation und Vorrathsmagazine zu errichten. Be- 
festigungen besitzt Mayotta nicht, einige leichte Geschütze sind in Magazinen 
deponirt. Der Hafen ist ein von Inseln und Riffen eingeschlossenes Bassin, in 
dem ein ganzes Geschwader unter allen Wetterrerhältnissen sicher vor Anker 
liegen kann. Von den Einfahrten zwischen den Riffen ist die Bandeli-Passage 
für die gröfsten Pauzerschiffe zugänglich und sehr gut betonnt. Der beste 
Aukerplatz liegt zu beiden Seiten der Insel Zaudzi; die Wahl der Seite ist 
von dem herrschenden Monsun abhängig. Auf Bandelz befindet sich eine 
Lotsenstation; während die Signalstation auf dem höchsten Punkte der Insel 
Pamanzi errichtet ist. Der Sitz der Französischen Behörden, sowie die Marine- 
magazine befinden sich auf Zaudzti, welche durch einen Damm mit der gröfseren 
Insel Pamanzı verbunden ist. 
Die Insel ist gebirgig, dicht bewaldet und ziemlich gut bewässert, Unter 
der 6000 Seelen zählenden Bevölkerung sind 2000 Eingeborene und 100 Weise, 
der Rest Afrikaner, Makuns aus Mozambique, 
Der Seevrerkehr wird monatlich eiomal durch einen Dampfer der Com- 
pagnie maritime de Madagascar hergestellt. 
10. Johanna-L,') auch Anjouwan genannt, steht unter dem unab- 
hängigen Sultan Abdalah, welcher in der auf der NW-Seite der Insel ge- 
legenen Stadt Johanna residirt, Der Ankerplatz bei Johanna kann blofs 
während des SW-Monsuns benutzt werden; während des NE-Monsuns muß man 
pei Pomony auf der Südseite der Insel ankern, 
Der Hafen von Pomony®) ist durch Korallenriffe, welche unter Wasser 
liegen, gebildet, hat eine sehr schmale Einfahrt und wird gewöhnlich nur von 
Küstenfahrern und Kauffahrteischiffen, welche jährlich mehrmals Zucker von 
der bei Pomony gelegenen Faktorei Suuley abholen, benutzt, Der bessere Anker- 
platz für Schitte, welche kurze Zeit im Hafen bleiben, ist auf einer durch 
Korallenriffe begrenzten Schlammbank bei der Mündung eines Gebirgsbaches, 
gegenüber der genannten Faktorei, in 24m Wasser, 3 Kblilg vom Lande ent- 
fernt. Dort ankern gewöhnlich alle gröfseren Schiffe während des NE-Monsuns. 
Die Insel wird von ca 12000 Seelen bewohnt, wovon 7000 Comorianer und 
5000 Sklaven (Malkuns) sind; sie ist gebirgig mit Bodenerhebungen bis zu 
1550 m, besitzt üppige Vegetation und ist überhaupt die fruchtbarste der vier 
Comoren. Der Sultan verfügt über eine kleine Anzahl von Soldaten, die mit 
altartigen Gewehren bewaffnet sind, und deren Hauptbeschäftigung das Bin- 
fangen entwichener Sklaven zu sein scheint. Die Flagge des Sultanats Johanna 
ist weils mit einem rothen Rhombus in der Mitte. 
IV. NW-Küste von Madagascar, 
11. Majunga,% in dem nördlichen Theile der Bembatuka-Bai gelegen, 
kann als der wichtigste Küstenpunkt Madagascars betrachtet werden, da die 
Verbindung desselben mit der Hauptstadt Tananarivo durch den Fluls Böteibuka 
möglich ist, während von Tamatave zehn Tagemärsche auf unwegsamen Pfaden 
erforderlich sind, um die Hauptstadt zu erreichen, 
Die in der Bembatuka-Bai auf den Britischen Admiralitätskarten eoinge- 
tragenen Lothungen sind nicht mehr richtig, wahrscheinlich infolge Ver- 
schlammuug der Bai durch die in dieselbe mündenden Flüsse; seit der Be- 
zetzung durch die Franzosen ist dort kein Hafenlotse mehr zu bekommen. Kin 
hervorragender Markirungspunkt für das Anlaufen ist das an der nördlichen 
Spitze der Bai befindliche Fort, auf welchem eine Signalstation errichtet ist, 
Die ehemals blühende 8000 bis 10000 Einwohner zählende Stadt hat 
nach Auswanderung der Hovas jetzt nur noch 2000 Bewohner. In der Stadt 
sind viele Steinhäuser, Arabischen und Indischen Ursprungs, sowie die 
Faktoreien der Europäer, Die landesüblichen Boote sind sehr leicht gebaute 
Kanoes mit Balancirvorrichtung, welche sebr gut die See halten. In Madagascar 
kursirt gröfstentheils Französisches Geld, hauptsächlich Fünffrankstücke, welche 
für den kleinen Verkehr in 24 gleiche Theile (Vouamen) zerschnitten werden, 
3 „Africa Pilot“ Part III 1884, S. 423, 
3) „Africa Pilot“ Part II 1884, S. 428. 
3 Findlay’s „Indian Ocean“ 1882, S, 429,
	        
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