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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Aus dem Bericht über die Expedition der Oestr.-Ung. Korr. „Frundsberg“, 107 
zweimal von Aden, zweimal von Swuez kommend den Platz anlaufen; alle sechs 
Wochen kehrt ein Oestr.-Ung. Lloyddampfer auf der Reise Konstantinopel— 
Aden oder umgekehrt ein. Gröfsere Schiffe müssen auf der offenen Rhede, 
2 Sm von der Stadt in 8m Wassertiefe ankern. Die Süd- und Westwinde er- 
zeugen hohen Seegang, wodurch die Kommunikation mit dem Lande sehr er- 
schwert und besonders bei Südwinden meistens unmöglich wird. 
II. Ostküste Afrikas. 
5. Mombaza’!), von den Eingeborenen M’vita genannt, liegt im Lande 
der Suaheli, auf der gleichnamigen Insel, welche von einer nahezu ganz ge- 
schlossenen Bucht umgeben ist, Da die Insel durch einen Damm mit dem 
Festlande in Verbindung steht, entstehen zwei Einbuchtungen, welche beide 
wegen ihrer Tiefe, ihres guten Ankergrundes und des gegen alle Winde ge- 
botenen Schutzes ausgezeichnete Häfen auch für gröfsere Schiffe bilden. Be- 
treffs der Wahl des einen oder anderen Theiles als Ankerplatz ist die Richtung 
des herrschenden Monsuns malfsgebend. Während des SW-Monsuns ist der 
südliche Hafen vorzuziehen, da das Ein- und Auslaufen leichter und der See- 
gang hier weniger fühlbar ist. Bei sehr starkem SW-Monsun soll es übrigens 
vorkommen, dal es Segelschiffen unmöglich wird, den Hafen zu verlassen, da 
dieselben Gefahr laufen, durch den hohen Seegang und die starke Strömung 
beim Passiren der sehr engen Einfahrt auf die an der Nordseite derselben 
gelogene Sandbank oder auf eines der zahlreichen Riffe geworfen zu werden. 
ie unregelmäfsigen, an der Küste herrschenden Strömungen erschweren das 
Anlaufen des Hafens allen von See kommenden Schiffen und lassen es 
wünschenswerth erscheinen, die Küste wenn möglich des Morgens zu sichten 
und anzulaufen, um den Tag zur Berichtigung der Position, womöglich durch 
astronomische Beobachtungen, und zum Anlaufen des Hafens vor sich zu haben, 
Für Schiffe, die der Küste entlang kommen, ist das Anlaufen leichter, sie 
können einerseits Richtung und Stärke des Stromes besser beurtheilen, anderer- 
seits stehen ihnen Landmarken zur Verfügung, die nur auf geringe Entfernungen 
sichtbar sind. Für Schiffe, die von See kommen, ändert sich der Strom fort- 
während in Richtung und Stärke mit der Annäherung an die Küste, welche 
aufserdem noch oft in Nebel und Dunst eingehüllt ist, und daher auf gröfsere 
Entfernungen keinen Auhalt zur Orientirung bietet. Die Dampfer der British 
India Company, die einzigen, welche regelmäfsige Fahrten an dieser Küste 
unterhalten, dampfen deshalb auch an der Küste entlang; die Küstenfahrer, In- 
dische oder Arabische Sambuks und Dhaus, benutzen bei ihrer genauen Lokal- 
kenntnifs sogar meistens die Passagen innerhalb der Riffe, welche sich fast die 
ganze Küste entlang hinziehen, verkehren jedoch nur während des Monsuns, 
der ihren Fahrten günstig ist. 
Die Stadt Mombaza liegt im Nordosten der Insel, am nördlichen Hafen 
und besteht bis auf eine Strafse meist verfallener, gemauerter Häuser, die aus 
der Zeit der Portugiesischen Herrschaft stammen, fast durchweg aus eleuden Lehm- 
hütten, welche Dächer aus Palmenzweigen haben, und deren innere Einrichtung 
sich auf ein mit Strohmatten bedecktes Bettgestell und einige aus Thon oder 
Kalabassen erzeugte Gefälse beschränkt. Da der lehmige Boden eine 
Pflasterung ersetzt, die Strafen nicht unrein und zwischen den Häusern Mango- 
bäume, Kokospalmen und Bananen stehen, macht der Ort keinen unangenehmen 
Eindruck. Die Einfahrt in den Hafen wird von einer Citadelle beherrscht, 
welche durch zwei Fronten und Bastione gegen die Landseite geschützt ist. 
Dieselbe wurde von den Portugiesen 1594 auf einem das Plateau der Insel 
überragenden Felsen erbaut und ist, obwohl Residenz des Gouverneurs, halb 
verfallen. Die Lafettirungen der sehr alten Geschütze, theils Arabischer, theils 
Portugiesischer Herkunft, sind verfault und von Würmern zerfressen, Aufser 
der Citadelle bestehen auf der Insel noch einige gröfsere Steinruinen die 
Ruinen ‚eines größeren Forts und einer Batterie an der Ostspitze der Insel, 
weiter gegen SW die Ueberreste zweier kleinen Forts und einer Moschee, In 
der Stadt selbst stehen die Mauern dreier christlichen Kirchen, innerhalb 
welcher jetzt einige elende Wohnungen und Kramläden aufgeschlagen sind. Ein 
) ‚Africa Pilot“, Part III, 1884, S. 363. 
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