Aus dem Bericht über die Expedition der Oestr.-Ung. Korv. „Frundsberg“. 105
In der Allas-Strafse setzte der Strom während unserer Anwesenheit vom
28. bis 30. Januar 1884 am Tage nach NzE 1,5 Kn die Stunde und in der
Nacht nach SzW mit einer Geschwindigkeit von 1,0 Kn die Stunde. Gegen
Abend wurde es gewöhnlich windstill, worauf um 10* p. m. leichter Landwind
durchkam,
Am 30. Januar verliefsen wir um 8* a. m. bei leichter südöstlicher Briese
die Rhede von Bally, um unsere Reise fortzusetzen. Um 12 Uhr Mittags peilte
die Westspitzo der Insel Pandyang ONO'/2O und Point Soelat (Tweeling-Insel)
NNW*°AW mw. Bei flauem SE-Winde setzte der Strom nach NzE mit etwa
1 Kn Geschwindigkeit, Hier passirten wir ganze Felder treibenden Bimssteins,
Im folgenden Etmal waren mälsige bis frische nord westliche Winde vorherrschend.
Die beobachtete Stromversetzung betrug am Mittag des 31. Januar 25 Sm nach
0S0’'/40 in 24 Stunden. Um 8 Uhr Morgens den 1. Februar peilte die Süd-
spitze der Insel Salayer SO*/40, Bonthain Pik (Celebes) NzW',W mifsweisend,
Wir steuerten Kurs nach der Salayer-Strafse, welche am Nachmittag um 4!/2 Uhr
bei schwachem Westwiude passirt wurde. In der Strafse fanden starke Strom-
kabbelungen statt, wir fanden mit 72m (40 Fad.) Leine keinen Grund. Die
Reise wurdo durch Prtts- und Djilolo-Passage fortgesetzt, Am 9, März 1884
erreichte „Teutonza“ den Hafen von Hongkong nach einer Reise von 128 Tagen
vom Kanal,
Auf der Strecke von der Salayer-Strafse bis zur Boeton-Passage wurden
zweimal grofse Felder von Bimsstein angetroffen.“
Etwa ein Jahr früher, am 3./4. Februar 1883, passirte die Deutsche Bark
„Papa“ die Allas-Strafßse in der Absicht, von dort durch die Salayer-Strafse zu
gehen, wurde aber durch die starke östliche Strömung daran verhindert und
nach den Tonin-Inseln versetzt. Aebnlich erging es der Deutschen Bark „Adele“,1)
Einige Hauptplätze an den Küsten des Rothen Meeres, der Ostküste
Afrikas, der NW-Küste von Madagaskar, der Comoren- und
Seychellen-Gruppe.
Die Oestr.-Ung. Korvette „Frundsberg“ wurde im Herbst 1884 zu einer
Expedition hauptsächlich handelspolitischer Natur in das Rothe Meer und nach
der Ostküste Afrikas enteendet, von welcher das Schiff nach Lösung seiner
Aufgabe Ende April 1885 zurückkehrte. Die Berichte des Schiffskowmandos
sind, zu einem Gesammtbericht verarbeitet, in einer besonderen Beilage zu
Heft IX, 1885, der Mittheilungen aus dem Gebiete des Seewesens veröffentlicht.
Dieser ausführliche und sehr interessante Bericht enthält, besonders in kom-
merzieller und handelspolitischer Beziehung, ein reiches und werthvolles Ma-
terial. Wir entnehmen demselben diejenigen Angaben, welche für den jene
Gewässer und Küsten besuchenden Seefahrer besonders wissenswerth sind, und
die theilweise auch ein allgemeines Interesse in Anspruch nehmen dürfen.
I. Rothes Meer,
1. Jiddah.?*) Der Hafen von Jiddah, von mehreren Reihen Riffen um-
geben, ist als sicher zu bezeichnen; doch sind die schmale Einfahrt, der enge
Raum im Innern, der infolge der Versandung des inneren Hafens äußerst
schwierige Verkehr mit dem Lande, der Mangel eines Leuchtfeuers und die
ungenügende Instandhaltung der Baken grofse Uebelstände. Seeproviaut und
Kohlen sind stets dort zu haben; doch variirt die Menge der vorräthigen Kohle
und der Preis derselben, besonders zur Zeit der Pilgerfahrten, während welcher
ein reger Dampferverkehr herrscht, recht bedeutend. Kleine Reparaturen am
ij Vgl. diese Annalen 1884, S. 208 £.
®) „Red Sea Pilot“ 1883, S. 174.
Ann. a. Hydr. ot6., 1896, Hoft II.