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Aus den Reiseberichten der Deutschen Bark „Teutonia“.
Man sollte vermeiden, Ladung frachtfrei von Makassar nach Manadoe an
der Nordspitze von Celebes mitzunehmen, weil dieses oftmals einen bedeutenden
Verlust au Zeit und Geld für das Schiff in sich schliefst. Freilich suchen die
Kaufleute die Kapitäne dazu zu bewegen und drohen allenfalls auch, ohne diese
Klausel die Fracht von der Sangir-Insel nicht abschließen zu wollen. Indessen
braucht man sich darüber nicht sonderlich zu beunruhigen, denn gewöhnlich
freuen sich die Kaufleute, wenn ihnen nur ein Schiff für diese Reise zu Gebote
gestellt wird, denn Alles in Allem sind die Sangir-Insel und anliegeuden Inseln
als Ladeplätze nicht zu empfehlen.“
Aus den Reiseberichten des Kapt, A. Spieske, Führer der
Deutschen Bark „Teutonia“.
(Mittbeilung von der Deutschen Seewarte,)
„Auf unserer Reise von Hamburg nach Hongkong standen wir am
28. Januar 1884 um 12 Uhr Mittags auf 8° 54‘ S-Br und 116° 40 O-Lg im
südlichen Eingange der Allas-Strafse, Ringiet Point peilte ınw. NWzW '/2W
3 Sm entfernt. Bei mäßsigem W- bis SW-Winde setzte der Strom mit der
Geschwindigkeit von 1'/ Kn nach N. Um unseren Wasservorrath zu ergänzen
und Erfrischungen an Bord zu nehmen, ankerten wir um 2%" p.m. in 18m
‘10 Fad.) Tiefe auf der Rhede von Bally, etwa 1'/s Sm vom Dorfe entfernt,‘)
Von unserem Ankerplatze, dessen geographische Lage wir durch astronomische
Beobachtungen zu 8° 42‘ S-Br und 116° 39‘ O-Lg bestimmten, peilte Lombok
Pik mw. NNW'4AW. Um die Wassertiefen nach dem Lande hin näher zu
untersuchen, setzten wir ein Boot aus und lotheten die nächste Umgebung ab.
Kaum zwei Schiffslängen hinter dem Schiff fanden wir die Tiefe zu 10,8 m
U und noch eine Schiffslänge weiter betrug dieselbe nur 6,3m (3,5 Fad.).
er Boden besteht aus Korallen. Mit Niedrigwasser kommen mehrere der
Korallenriffe trocken und sind dann infolge der Brandung weit sichtbar. Da
aber bei Hochwasser weder eine Brandung noch Verfärbung des Wassers
wahrnehmbar ist, so können die Riffe zu dieser Zeit für Schiffe, welche der
Rhede von Bally zusteuern, gefährlich werden, besonders noch infolge des Um-
etandes, dafs hinter ihnen kleine Küstenfahrer vor Anker liegen, Da diese
Riffe in den Karten nicht verzeichnet sind und der Meeresboden bei Bally steil
abfällt, so muß man bei der Annäherung an das Land fleilsig das Loth ge-
brauchen.
Etwa einen Monat vor meiner Ankunft hier segelte das 1787 Register-
tonnen große Amerikanische Schiff „Paul Riviere“, Kapt, Mullens, mit einer
Ladung Petroleum von New-York nach Nagasakt bestimmt, auf eines dieser
gefährlichen Riffle, kam aber später bei Hochwasser mit Hülfe von Malayen
and unter großen Anstrengungen wieder ab. Weil das Schiff durch diese
Strandung stark leck geworden war, mußte es am 29. Januar 1884 Hongkong
als Nothhafen anlaufen, um zu repariren. Am letztgenannten Tage ankerte die
abenfalls von New- York mit Petroleum nach Nagasakt bestimmte Amerikanische
Bark „B. D. Wedson“, zur Beschaffung von Wasser und Erfrischungen, nach
giner Reise von 120 Tagen auf der Rhede von Bally.
Trinkwasser ist in Bally in genügender Menge vorhanden; doch ist der
Transport desselben ziemlich schwierig und umständlich, Die Wasserfässer
müssen nämlich 400 bis 600 Schritt vom Strande nach einer Quelle gerollt
werden. Außerdem ist die Quelle geicht und klein und mufß durch Ausgrabung
erweitert werden, bevor man mittelat eines Eimers Wasser schöpfen kann.
Dieses ist indessen von einer guten Qualität, Sülse Kartoffeln and Reis, sowie
Früchte, Geflügel und Bier sind in Bally zu verhältnifsmäfsig billigen Preisen
zu haben. Die Bewohner von Bally waren in jeder Weise freundlich und
dienstfertig,
Vgl, diese Annalen 1883, S. 324.