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‚Aus den Reiseberichten S. M. S. „Marie“,
werden konnte. Um 12* Mittags war Campbell-Riff passirt. Unter beständigem
Peilen und Winkelmessen, wozu Mt. Ernest, Double-I. und Travers-I., sowie
später die Bake auf dem Nordwest-Riff und Hammond Rock benutzt wurden,
steuerte S. M. S. „Marie“ in den Prince of Wales-Kanal hinein. NzO von der
Bake auf dem Nordwest-Riff safs ein Vollschiff hoch aufgelaufen; dasselbe hatte
noch Rasen oben und bildet eine gute Marke, da es namentlich bei diesigem
Wetter bedeutend besser und weiter gesehen werden kann, als die Bake selbst.
Nachmittags ankerte S. M. S. „Marie“, des vollständig uonsichtigen Weiters
wegen, unmittelbar bei dem in der Karte (Tit. XII, 262, Br. 691) verzeichneten
Aukerplatz in 12m Wasser, auf mit kleinen Muscheln besetztem Sandgrund, in
den Peilungen „Hammond Rock N 82° W, Bake auf dem NW-Riff N 3° W“,
Beim Ankerlichten, nachdem der Anker los war, berührte das Schiff den Grund,
und ist anzunehmen, dafs dasselbe durch den westlichen Strom auf die in der
Karte verzeichnete Im-Stelle gesetzt ist, und diese in Wirklichkeit weniger
Wassertiefe besitzt. Das auf beiden Seiten fortwährend gehrauchte Handloth
hat keine Wassertiefe unter 12m ergeben. Der starke Strom und Seegang
verhinderten eine Ablothung des Platzes,
Am 19. Oktober früh wurde die Reise nach Port Darwin fortgesetzt. Die
Boje bei dem Harrison Rock und die Bake auf dem Zpili-Riff sind gut sichtbar;
eine der besten Marken im Prince of Wales-Kanal, sowohl für die Ein- als Aus-
segelung, bildet aber entschieden der Hammond Rock, Um 7" 30“ wurde die
Harrison-Boje in etwa 3 Kabilg. Abstand und um 9'/4* die Insel Booby nördlich
passirt, und somit die Torres-Stra/ße verlassen. Es wurde Kurs auf Proudfoot-
Feuerschiff genommen, welches um 12* Mittags gesichtet und um 1'/,* passirt
wurde, worauf Westkurs aufgenommen wurde.
Bei schwachem südöstlichem Winde setzte der Strom in der Arafıura See
mit ziemlicher Regelmäfsigkeit nach nordöstlicher Richtung, 12 bis 17 Sm
im Etmal,
Am 24. Oktober stand das Schiff rw. SW?/4W 42 Sm von Kap Van Diemen
der Insel Melville der Kurs wurde 15 Sm frei von diesem Kap gesetzt. Als
30 Sın abgelaufen waren, wurden Handlothe in Gebrauch genommen. Das
Wasser hatte im Allgemeinen eine grüne, noch trübere Färbung, als in der
Torres-Strafse; mehrfach kamen gröfsere Strecken in Sicht, die schmutzig gelb
aussahen und Anfangs flaches Wasser vermuthen lieflsen. Die Untersuchung
ergab jedoch, dafs die gelbe Färbung von einer niederen Pflanzenart, die in
Mengen vorhanden war, herrührte.‘) Um 6° Abends kam eine auffallend helle
grüne Stelle voraus in Sicht, Da in der Karte nichts verzeichnet war, wurde
mit Jangsam gehender Maschine weitergedampft; auf dieser Stelle wurden 22m
and dann abnehmend bis 13,5m Wasser gelothet. Um wieder auf tieferes
Wasser zu kommen, wurde, da die Nacht angebrochen war, mit St-B.-Ruder
nach Nord ausgeschoren, Nach dem Passiren der Stelle nahmen die Tiefen
schneller zu. Die Ausdehnung der flachen Stelle schien 2 bis 3 Sm zu betragen
und erscheint es bis zur Vornahme einer genaueren Untersuchung rathsam, die-
selbe zu vermeiden. Das Besteck des Schiffes nach einer um 4* 50" p. m.
observirten Länge uud der Mittagsbreite ergab für 6* p. m. 10° 58,2‘ S-Br und
130° 5,0‘ O-Lg. Während der Nacht wurde langsam unter beständigem Lothen
in guter Entfernung um die Insel Melville gedampft und bei Tagwerden auf
Kap Fourcroy der Insel Bathurst zugehalten, welches Mittags um 12* passirt
wurde, und nun Kurs auf Port Darwin genommen, Um 4'/* kam Land und um
5b die Bake auf Charles-Spitze in Sicht. Letztere besteht aus einem Wweifsen
Obelisken von verhältnifsmäfsig grofßser Breitenausdehnung. Dieselbe wurde
von Bord aus auf ungefähr 10 Sm gut gesehen. Da die Dunkelheit das Hinauf-
gehen nach Port Darwin selbst verhinderte, so wurde in den Peilungen „Bake
auf Charles-Spitze S 49° W, Spitze Emery S 50° 0“, auf 21m Wasser und Sand-
grund, geankert.
Am folgenden Morgen dampfte das Schiff nach Port Darwin hinauf und
ankerte daselbst nach Anweisung des Hafenmeisters vor der Stadt Palmerston,
in den Peilungen: „Emery-Spitze N62° W, Kingshead S15° W“, in 17m
Wassertiefe,
X S. diese Annalen 1885, S. 439.