Aus den Reiseberichten S. M. 8. „Marie“,
Of
Aus den Reiseberichten S. M. S. „Marie“, Kommandant
Kapt. z. See Krokisius,
Fahrt durch die Torres-Strafse und Arafura-See. *)
Auf der Reise von Sydney nach Port Darwin stand S. M, S. „Marie“ am
14. Oktober 1885 Morgena vor dem östlichen Eingange in die Torres-Strafse
und nabm Kurs auf Bramble Cay. Nach dem Mittagsbesteck mufste diese Insel
in mw. WSW 30 Sın entfernt liegen, und kam die Bake auf derselben, nachdem
am Mittag 26 Sm abgelaufen waren, in Sz WW ca 8 Sm ab in Sicht; der
Strom mulste hiernach in drei Stunden ca 6 Sm nach NzW gesetzt haben. Es
wurde südlich gesteuert und dabei die im Jahre 1881 von S, M. Kr. „Nautzlus“
aufgefundene flache Stella auf 2 Sm passirt. Es konnte vom Topp aus nichts
von entlärbiem Wasser wahrgenommen werden. Die Dry Rocks waren recht
gut zu sehen, später auch die Black Kocks, letztere aber nicht so gut, da sie
nur wenig über den Wasserspiegel herrorragen, Zwischen beiden hindurch
wurde nach einem Ankerplatz nordwestlich von Bramble Cay gesteuert, da die
gintretende Dunkelheit eine Fortsetzung der Reise verhinderte, und dort in 38m
Wassertiefe auf grauem Sand- und Muschelgrund, in der Peilung Bramble Cay-
Bake mw. 536° 0 geankert.
Da diese Seite der Insel kein hervorspringendes Riff zeigte, wie es auf
den Karten angegeben, so wurde ein Kutter mit dem Navigations-Offzier an
Land geschickt, welcher konstatirte, dafs in dieser Richtung von der Bake kein
Riff vorhanden, sondern vielmehr bis auf 200—300m Ankergrund und ein
guter sandiger Anlegeplatz für Boote ist.
Auf der Insel selbst waren Tausende von Vögeln, deren Brutzeit eben
beendet sein mußte, da viele junge Vögel, die noch nicht fliegen konnten,
gefunden wurden,
Der Strom auf dem Aunkerplatze, wie auch auf den späteren Anker-
plätzen in der Torres-Strafse wurde regelmäfsig beobachtet, und sind die Beob-
achtungen in einer am Schluls beigefügten Tabelle zusammengestellt.
Am nächsten Morgen bei Hellwerden verliefs S, M, S, „Marie“ den
Ankerplatz bei Brambie Cay und setzte die Reise durch die Torres-Strafse unter
möglichster Innehaltung des in der Karte verzeichneten „recommended course“
fort. Die Insel Darnley bot zunächst als die höchste ein sehr gutes Peilobjekt;
auch die anderen Inseln waren gut zu sehen. Am Mittag befand sich das
Schiff 3,5 Sm NO0%40 von der Insel Dalrymple.
Da die im Westen niedrig stehende Sonne einer Weiterfahrt hinderlich
war, wurde in Lee der Insel Cocoanut, in den Peilungen „Vıllage-Insel NO340,
Nordspitze von Cocoanut S0z0%40*, in 26m Wassertiefe, auf mit kleinen Steinen
und Muscheln besetztem Grunde geankert, Da der Anker jedoch auf diesem
Grunde nicht hielt, wurde der Ankerplatz verlegt in die Peilungen „Insel
Cocoanut 0'2S, Insel Dove NNO“, wo die Wassertiefe 32 m betrug und der
Grund aus Sand, kleinen Muscheln und Steinen bestand; dieser Ankerplatz
bietet zwar besseren Grund, ist aber offen und den südöstlichen Winden aus-
gesetzt. Beim Einsegeln zwischen den Inseln Vülage und Dove schien, vom
Mars aus gesehen, das Riff südöstlich von Dove weiter in das Fahrwasser
hineinzuragen, als auf der Karte angegeben ist. Man wird jedenfalls gut thun,
Dove in gröfserer Entfernung zu passiren, als der „recommended course“
angiebt.
6 Am 16. Oktober wurde die Reise fortgesetzt. Grassy-Sundbank, die
Inseln Bet und Saddle wurden gut erkannt. Bald nach Passiren von Bet kam
ein zweimastiger Dampfeor in Sicht, der mit dem Vorschiff hoch herauslag und,
wie sich aus den Peilungen beim Passiren desselben ergab, auf Moresby Rock
aufgelaufen war. Derselbe war verlassen und nichts mehr zu retten; das Hinter-
schiff war unter Wasser, Ninepin Rock war ebenfalls gut zu sehen. Von hior
nach Double-I. setzte der Strom das Schiff lebhaft nach W aus dom Kurse, 80
dafs nur mit SSW der in der Karte verzeichnete SWzS-Kurs innegehalten
ıy Siehe auch diese Annalen 1885, S. 439, Bericht S. M. S, „SNosch“.