accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Ann. d, Hydr. efe,, XI, Jahrg. (1886), Heft I. 
Die wahrscheinlichste geographische Ortsbestimmung aus beliebig 
vielen Höhen.) 
Von Prof. Dr. 6. D. E, Weyer in Kid, 
Obgleich die bisherigen, allgemein bekannt gewordenen Anleitungen zur 
geographischen Ortsbestimmung noch nichts Näheres über die obige nützliche 
Aufgabe enthalten, hat sich doch die „neue astronomische Navigation“ dorselben 
schon für ihre Zwecke bedient,?) und es dürfte wohl allgemein genug interessiren, 
Jen Gang übersichtlich zu verfolgen, wie sie die Aufgabe nach den einfachsten 
Voraussetzungen behandelt hat, resp. behandeln könnte, wenn sich auch später 
noch manche Ergänzungen dazu darbieten mögen. 
Es seien g und 2 die geschätzte Breite und Länge des Beobachtungs- 
ortes, zu welcher die erforderlichen Verbesserungen dg und di gesucht 
werden, um allen beobachteten Höhen aufs beste zu genügen, So dafs die Summe 
der Quadrate der Unterschiede zwischen den schließlich mit #-+ de und 4-+ dA 
berechneten Höhen, verglichen mit den beobachteten, ein Minimum ist. Voraus- 
gesetzt wird, dafs ein Chronometer die Zeit des ersten Meridians bei jeder 
Beobachtung genügend angiebt, welches für die „neue astronomische Navigation“ 
eine der Grundlagen ausmacht, die freilich immer bestand, seitdem es Chrono- 
meter giebt, aber nicht in derjenigen Ausdehnung benutzt wurde, deren sie 
[ähig ist. Eine zweite Grundlage bildet die bekannte, aber ebenfalls nicht aus- 
giebig benutzte Thatsache, dafs e8 zu jeder beobachteten Gestirnshöhe einen 
bestimmten geometrischen Ort in der Form eines Kreises auf der Erdoberfläche 
zjebt, wo nur diese Höhe stattfinden kann, also der Beobachter sich irgendwo 
auf dem Umfange desselben Kreises befinden muß, ÜUeberhaupt besteht das 
Eigenthümliche der „neuen astronomischen Navigation“ darin, dafs sie die Be- 
obachtung einer einzigen Höhe vollständiger ausnutzt, nämlich auch in den 
Fällen anwendet, wo man früher darauf verzichten zu müssen glaubte, ferner 
das Zweihöhenproblem nach demselben Prineip auflöst, und in gleicher Weise 
auch endlich die Anwendung von mehr als zwei Höhen für die Ortsbestimmung 
aufgenommen hat, Eine ganz davon unabhängige und den Umständen nach 
immer noch sehr werthrolle Längenbestimmung aus Monddistanzen wird aber 
auch schon zur „alten astronomischen Navigation“ gezählt, da sie jetzt gewöhn- 
lich durch die bequeme und meistens genauere Längenbestimmung mittelst der 
sehr vervollkommneten Chronometer erseizt werden kann. 
Bezeichnet nun E den geschätzten Punkt (le point estime), dessen Breite 
and Länge also @ und A ist, P aber. den gesuchten wahrscheinlichsten Punkt 
1y Derselbe Gegenstand, im Oktober 1884 in den „Astron, Nachr.“, Bd. 110, pag 17—34, 
behandelt, wovon die Sonderabdrücke num vergriffen sind, erscheint hier, @uf den Wunsch der 
Redaktion dieser Annalen, in einer, mit Rücksicht auf nautische Zwecke etwas erweiterten Form und 
mit neuen Beispielen vermehrt. 
*) Dieselbe Aufgabe ist bereits In den letzten Heften dieser Annalen 18835, S. 605 und 661, 
behandelt; dort wurde der won der „Nouvelle Navigation“ angewandten französischen Methode eine 
andere neue an die Seite gestellt, welche mit Hülfe der analytischen Geometrie dem bisher in der 
Deutschen Kriegs- wie Handels-M gebräuchlichen Rechnungsverfahren sich mehr anschliessen 
sollte; in der vorliegenden Arbr” ..ırd nur die erstere (französische) Methode, aber im ausführlicherer 
Weise als dort, behandelt, und erst am Schlufs auch die andere Methode berücksichtigt, 
. Die Redaktion. 
% Nouvelle Navigation astronomique. Thöorie, par M. Yvon Villareeau, Astronome de 
PObservatoire de Paris ete. Pratique, par M. Aved de Magnac. Lieutenant de vaissean. Paris 
[877, 200 ung 2838 8, in 4°.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.