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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Norder im Golf von Mexico am 5 April 1884.

81

Es ergiebt sich daraus, daß auf dem hier zur Darstellung gebrachten
Gebiete diesigen Wetter am häufigsten stets in der Umgebung der Kapverden-Gruppe
 ist; dem Auftreten des Passats entsprechend, im Winter und Frühling
etwas südlich, im Sommer und Herbst etwas nördlich davon. Von hier aus
nimmt die Häufigkeit sowohl nach Norden als nach Westen ab, Das Verhalten
ist also gerade so, wie es unter der Voraussetzung, dafs der Ursprung des
Nebels in der Sahara liegt und der NE-Passat der Verbreiter desselben ist,
yon vornherein angenommen werden muls.
(Schlufs folgt.)

Norder im Golf von Mexico am 5. April 1884.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Kapt. C. Scheibe vom Schiffe „Öberbürgermeister von Winter* berichtet
in seinem meteorologischen Journal über einen Norder, welchen er auf der
Reise von Pensacola nach Liverpool am 5. April 1884, einen Tag, nachdem er
den erstgenanten Hafen verlassen, zu bestehen hatte, Der Verlauf desselben
ergiebt sich aus den in nachstehender Tabelle verzeichneten meteorologischen
Beobachtungen.

Datum

Stunde

h

1884
April 4 | 4 p.m.
5 x
22
$ am.
8
2 MM.
2pm

0? |
2 7
4 am,
Bw
% M.
a

Breite

Nord |!

30,3°
30,2
30,0
29,8
29,6
29,3
29,2

29,2
29,1
29,0
28,9
28,8
85
KU
“7,9 |
76 |
1A
12

— Länge

West

37,2°
87,1
87.1
87,0
37,0
37,0
870

CA
86,9
86,9
36,8
36,5
86,7
86,6
36,5
86,2
85,0
835,7
RA.€

Wind

SSW 2
SWzW 3
W 4
3 1
NNE 6
EzS 7
BzS 8

N 5—8
6) NE 7
N 10
NNE £
w ©
) +
1
5 1
ANW 5
NNW f#
NW

ı Luftdruck

Ma

763,5
764,0
763,9
761,4
761,5
757,4
154,4
752,9 (8b;
154,9
152,6
151,4
752,0
751,7
158,8
757,2
759,1
759,7
761,7
761,8

Temp.
der Luft

Relative
‚ Feuchtigkeit

Ha

Bewölkung

(0— 10)

DER

18,4
18,7
18,9
141
16,4
19,3

47 ei—s 10
57 ei—s 10
64 ei—s 10
70 str 16
36 str 10
CE str 10

17,1
18,4

IR

str 9

97

nistr 10
klar €
cum}
u—8 5
en— 8 ©
au 1
klar |
klar
Klar

19,9 88
16,9 en
17,9 78
18,9 64
20,1 63
20,1 59
20,1 6?

Wetter
nach
Beaufort

© m
oO
9 m
Q
a
2]
r+]

4

o1r
3
b
&
> m
Ü m
b m
b m
b m

Secgang
(0—9)

SSW
SW
vw

NNE
E

}
£

Eu NE 6
SW u. NE F
N »
SW e. N
>
. 4
NW u. NE =
Nu W z

|

Temp. dd,
Meeresoberfl,

oft

19,5
19,5
20,0
19,5
19,5
19,5

20,0
21,0

21,0
20,5
21,5
22,5
22,3
22,0
20 0

In der ersten Wache am Abend des 4, April bokam die Luft ein
schmieriges Aussehen, und im Laufe der Nacht, von 2'/* bis 3'/2" @. m, den
5. September, fiel ein feiner Regen. Um dieso Zeit holte der Wind, der vorher
von SSW nach W gegangen war, wieder auf S zurück und wurde fast ganz
still. Um 5a, m, ging der Wind auf N und frischte gegen 7*a, m, aus dieser
Richtung auf, drehte sich aber im Laufe des Vormittags bei zunehmender Stärke
allmählich östlich, um dann eivige Stunden auf EzS stehen zu bleiben. Dabei
ging das Barometer stetig und rasch herunter, Von 1* bis 2" p. m. fiel
starker Regen, und es fand ein heftiges Gewitter statt; ungefähr alle 5—10 Minuten
 erfolgte ein Blitzschlag. Von 2'/* bis 3" p. m. fiol wieder starker Regen.
Um 3% hatte der Luftdruck mit 752,9mm ein erstes Minimum erreicht. Der
Wind, der zuletzt aus ESE mit der Stärke 7—8 geweht hatte, wurde während
einiger Minuten ganz still; dann fiel er plötzlich von N mit Stärke 9 ein und
wuchs nach einigen Minuten bei wolkenbruchartigem Regen bis zur Stärke 12
(voller Orkan) au. Nach etwa 5 Minuten wurde es wieder ganz windstill,
            
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