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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Hafen Isabela auf der Insel Basilan (Sulu-Archipel). 
Der Hafen Isabela auf der Insel Basilan (Sulu-Archipel). 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Kapitän H. Ahlers, Führer der deutschen Bark „Johanne“, hat der 
Seewarte folgenden Bericht erstattet: „Obgleich der spanische Hafen /sabela 
auf der Insel Basılan (Sulu-Archipel) der freien Schiffahrt nicht geöffnet ist, 
werden doch einzelne Schiffe gechartert, um Kohlen von einem englischen Hafen 
nach dort zu bringen, weshalb eine Beschreibung dieses Platzes von Interesse 
sein dürfte, 
Die Niederlassung /sabela liegt an der NW-Seite der Insel Basılan, an 
einem etwa 4 Sm langen und 260 bis 950m breiten Kanal, der in SW—NO- 
Richtung zwischen den Inseln Basilan und Malamaui hindurch führt. Die 
Wassertiefe beträgt 12,6 bis 18,0m (7 bis 10 Fad.). Der Fluthstrom läuft nach 
SW, die Ebbe nach NO, beide mit einer Geschwindigkeit von 1,0 bis 1,5 Kn 
bei gewöhnlichen Gezeiten, während zur Springzeit die Strömung bis zur Ge- 
schwindigkeit von 5 bis 6 Sm in der Stunde anwächst. Das Wasser steigt 
und fällt gewöhnlich 1,2m. 
Die nördliche Seite der Insel Basılan sowohl, als auch die Insel Malamaui 
sind dicht bewaldet, so dafs man, von Osten kommend, die nordöstliche Einfahrt 
zur Strafse nicht eher erkennen kann, bis man unmittelbar vor derselben an- 
gekommen ist. Die Stralse ist in ihrem nordöstlichen Theil anfangs !/ Sm 
breit, verengt sich aber, nachdem man etwa 1'/a Sm weit hinein gesegelt ist, 
bis auf 250m. Einige Untiefen in der Strafse sind durch Baken bezeichnet. 
Da vor und in der nordöstlichen Einfahrt zur Strafse schlechter felsiger Anker- 
grund ist und die Entfernung von derselben bis zur Rhede von /sabela 3 Sm 
beträgt, während die Einfahrt von Westen — an der Südseite der Insel Mala- 
mau: — sehr guten Ankergrund hat und die zu segelnde Distanz von hier bis 
zur Rhede von /Zsabela nur 1 Sm lang ist, so thut man am besten, von Osten 
kommend, bei der nordöstlichen Einfahrt vorbei, längs der Nord- und Westküste 
der Insel Malamaut nach dem westlichen Eingange zu steuern und hier ein- 
zusegeln. 
Die Insel Malamaut ist an ihrer Nord-, West- und Südwestseite von 
einem Korallenriff umgeben, dessen Südgrenze bei der Mündung der Stralse 
durch eine Bake bezeichnet ist. Auch an der gegenüberliegenden Seite steht 
auf einem vorspringenden Punkt der Insel Basılan eine Bake. 
In der westlichen Einfahrt liegt die kleine, von einem Korallenriff um- 
säumte Insel Moro. Fast in der Mitte der südlichen Hälfte der Strafse, un- 
gefähr zwischen der Insel Moro und der Küste von Basilan, befindet sich ein 
Korallenriff, dessen westliches Ende durch eine Bake bezeichnet ist. Mit Hoch- 
wasser ist dieses Riff überfluthet, jedoch auch dann an der Farbe des Wassers 
und der auf demselben stehenden Kabbelung leicht zu erkennen, Das freie 
Fahrwasser, sowohl nördlich als südlich von dem Riff, ist etwa 250m breit. 
Kommt ein Schiff vor der westlichen Einfahrt in Sicht, so geht ein Lotse 
hinaus, um dasselbe einzubringen. Das Lotsgeld beträgt einkommend und aus- 
gehend je 15 Doll. Schiffe, welche Kohlen nach /sabela bringen, löschen die- 
selben an der auf der Insel Malamaui belegenen Regierungswerft. Kapitän 
Ahlers rühmt das freundliche Entgegenkommen des Kommandanten und aller 
Beamten. Der Ballast mufste mit den Schiffsbooten geholt werden, weil Leichter- 
fahrzeuge nicht vorhanden waren, Sehr schönes Trinkwasser wurde vermittelst 
Kanoes an Bord gebracht. Fleisch und Vegetabilien waren sehr sparsam, 
sonstige für ein Schiff nöthige Ausrüstungsgegenstände in /sabela gar nicht zu 
haben, da der Platz hauptsächlich nur als Kohlenstation für die in der Sulu- 
See gegen die Piraten kreuzenden Regierungsdampfer dient. 
In den Monaten Februar und März 1883 waren in I/sabela bei schönem 
Wetter leichte nordwestliche Winde vorherrschend. Die Rhede ist gegen alle 
Winde und jeden Seegang geschützt und kann daher als ganz sicher bezeichnet 
werden, Das Klima ist gesund. 
Hafenunkosten hat ein Schiff in Zsabela nicht zu entrichten.“ 
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