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Reiseberichte der deutschen Bark „Jupiter“,
ENE-Winde in die Bai von Manila ein und passirten um 1* p. m. die Insel
Corregidor. Gegen Abend wurde es still und unbeständig.
Januar 25. Bis Mittag war es windstill, worauf frischer ENE-Wind
durchkam, mit dem wir aufkreuzend um 2'/2* p. m. unsern Ankerplatz auf der
Rhede von Manila, nach einer 49tägigen Reise von Newcastle (N.-S.-W.),
erreichten.
Das Minto-Riff, welches in meiner Karte als unwahrscheinlich eingetragen
ist, passirten wir, wie schon gesagt, am 14. Januar, Dasselbe erstreckt sich
in der Richtung von NNO nach SSW etwa in einer Länge von 1 bis 1'% Sm
und ist halbmondförmig gestaltet. Die Lage des Riffes bestimmte ich zu
8° 9‘ N-Br und 154° 20‘ O-Lg. Mein Chronometer war richtig.')
Am Schluls seines Berichtes macht Kapt. Ringe, als Ergänzung zu den
Tabellen, die folgende Mittheilung:
„Anfang Januar 1884 war der NE-Passat zwischen den Carolinen und
östlich von denselben bis zu der Breite von 13° Nord gestört, während er im
Westen dieser Inseln bis nach 7° N-Br hinunter reichte. In der erst angeführten
Gegond waren westliche Winde mit Böen und Regen vorherrschend. „Jupiter“
passirte den Aequator am 23. Dezember 1883 in 165,3° O-Lg, „Highflyer“,
welcher 14 Tage später als „Jupiter“ Newcastle verlassen hatte, schnitt die
Linie am 3, Januar 1884 in 162,5° O-Lg. „Jupiter“ traf erst am 9. Januar auf
13° N-Br in 152,5° O-Lg einen beständigen NE-Wind; „Highfiyer“ aber schon
auf 6° N-Br in 158° O-Lg am 12. Januar. „Prudencia“, von Hamburg kommend,
passirte die Linie am 23, Dezember in 129° O-Lg und traf den NE-Passat in
7° N-Br und 141,5° O-Lg am 9. Januar. Das Bremer Schiff „Else“, Kapitän
H. Bremers, von Cardiff in Manila angekommen, fand ähnliche Verhältnisse
als „Prudencia“. Ale vier Schiffe trafen zwischen 1 bis 2° und 7 bis 8° N-Br
starken Aequatorial-Gegenstrom. „Jupiter“ hatte in der Nähe der Ladronen
einen starken Weststrom, dessen Stärke an drei aufeinander folgenden Tagen
42, 41 und 50 Sm betrug.
„Prudencia“ und „Else“ kamen zusammen am 22. Januar in Manila
binnen. Beide Schiffe hatten die Route Nord um Luzon genommen, während
„Jupiter“ und „Highfiyer“ durch die San Bernardino-Stralfse segelten. In der
Nacht vom 12. zum 13. Januar standen „Prudencia“ und „Jupiter“ nahezu in
derselben Breite, nämlich 13,5° Nord, ersteres aber 5,7° westlicher, also um
eben so viel näher bei Manila. Trotzdem erreichte „Jupiter“ den Hafen noch
fast drei Tage früher.,?)
Das Journal des Schiffes „K/se“ hat mir nicht vorgelegen, so dafs ich
nichts Ausführlicheres über die Reise derselben mittheilen kann. Die ganze
Dauer seiner Reise von Cardiff nach Manila betrug 133 Tage.“
Uebersicht der Reisedauer der Schiffe „Jupiter‘, „Highflyer‘‘ und „Prudeneia®.
Schiff
„Jupiter“
„Highfiyer“
„Prudencia‘
Abgangshafen
Reiseantritt
1883
Newcastle (N.-S.-W.) | 23. Nov.
Newcastle (N.-S.-W.) 7. Dez,
Elbe 6. Aug.
Reisedauer
bis zur | Linie bis
Linie Manila
830 Tage !
27 » |
138
27 Tage
22
30
Ankunft
in Manila
Ganze
Reise-
dauer
1884
19. Januar | 57 Tage
25. 49
22, 168
1) In der englischen Admiralitäts-Karte No. 980 ist das Minto-Riff als „doubtful“ aufgeführt.
Im „North Pacific Directory“ by G. A. Findlay, London 1879, ist auf Seite 754 und 755 die
Position desselben fast in genauer Uebereinstimmung mit den Angaben von Kapt. Schliemann.
2) Die Passage durch die San Bernardino-Strafse auf dem Wege nach Manila zur Zeit des
NE-Monsuns wird des engen Fahrwassers und der berichteten starken Strömungen wegen von vielen
Schiffsführern gescheut, und hat deshalb auch die Seewarte bisher Anstand genommen, in ihren
Segelanweisungen diese Passage zu sehr zu empfehlen. Wie das hier gegebene Beispiel zeigt, ver-
dient jedoch der Vortheil, den der kürzere Weg durch die Strafse bietet, wohl beachtet zu werden.