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Reiseberichte der deutschen Bark „Jupiter“.
stattfindet, dem für die Dauer von wiederum 12%/s Sekunden das gewöhnliche
Licht folgt.') Am 1. November 1883 wurde auch auf Green Cape in der Nähe
(15 Sm nördlich) von Cape Howe ein Feuer angezündet. Der Thurm, von dem
dieses Feuer gezeigt wird, ist 20,7m (68 Fuls) hoch und aus Konkret gebaut.
Die Höhe des Feuers — ein weißes Drehfeuer, welches jede Minute sichtbar
ist — über der Hochwasserlinie beträgt 43,9m (144 Fufs) ”). Die Leuchtthürme
sind auf telegraphischem Wege mit Sydney verbunden und mit Signalvorrichtungen
versehen, um vorbeisegelnde Schiffe in Sydney anzumelden.
Alle in Sydney mit Ladung einlaufende Schiffe müssen an einer der
vorhandenen Werften löschen. Sie sind jedoch für eine bestimmte Zeit .von
der Entrichtung des Werftgeldes befreit. Es sind erlaubt
für ein Schiff von der Gröfse bis 100 Reg.-Ton 2 Tage, -
»” » ” 100 „ 200 ® 4
» » 2 7 200 „ 300 „ 6 %
» » » 300 „ 400 » 8
und für jede weiteren 100 Reg.-Ton 1 Tag mehr. Nach Ablauf dieser Frist
mufß !/4 d. für jede Reg.-Ton pro Tag bezahlt werden. Sonn- und Festtage
werden nicht mitgerechnet.
Alle Werften, mit Ausnahme des CÄircularquay, sind Privateigenthum.
Seit Juli 1883 haben alle Werfibesitzer (bis auf einen, Herrn Dalton) einen
sogenannten Ring gebildet und unter sich vereinbart, dafs alle an ihren Werften
Jöschenden und ladenden Schiffe sich eines Stauers bedienen müssen, der ihnen
von dem Besitzer derselben vorgeschrieben wird. MDemselben ist 2 d, per
Tonne mehr zu zahlen, als dem Privatstauer, den der Kapitän selbst annehmen
würde. Gewöhnlich geht das Löschen, wenn man einen Stauer hat, mit Hülfe
einer Dampfwinde rasch von statten; indefls kann man letztere auch zum eigenen
Gebrauch, für 3 sh. 6 d. bis 4 sh. die Stunde, miethen.
Der Ballast kostet frei längsseits 4 sh. die Tonne. Ist ein Schiff be-
stimmt, nach Newcastle zu versegeln, um dort Kohlen zu laden, und läfst es
sich von diesen als Ballast nach Sydney kommen, so hat es hierfür an Fracht
von 4 bis 5 sh. die Tonne zu zahlen, ohne die Kosten, die durch das Ueber-
nehmen verursacht werden. Mit den eigenen Leuten läfst sich dieses aber nicht
ausführen, da Niemand auf dem Dampfer, der die Kohlen gebracht hat, die-
selben einschaufelt. Alle dahin gehörenden Arbeiten werden von der sogenannten
Koalunion ausgeführt, die sie gewissermafsen als ihr Monopol betrachtet. Mit
Ausnahme des Sonntags wird an jedem Tage, sowie auch in der Nacht,
gearbeitet.
In Sydney sind grofse Veränderungen der Hafenanlagen geplant. Es
sollen nämlich, anstatt der jetzigen Werften oder Pieren, Kajen gebaut werden,
welche durch Schienenstränge längs des ganzen Ufers mit einander in Ver-
bindung stehen sollen. In der Börse war ein Modell derselben zur Ansicht
ausgestellt. Um diesen Plan zur Ausführung zu bringen, müssen eine ganze
Anzahl Häuser, ja selbst einige Strafsentheile niedergelegt und abgebrochen
werden. Es ist damit in der Nähe des Circular-Quais bereits der Anfang ge-
macht; es können aber vielleicht noch Jahre darüber vergehen, bevor das
Projekt auch anderweitig ausgeführt wird. Jedenfalls wird nach Fertigstellung
der geplanten Arbeiten Sydney die geräumigsten und bequemsten Hafenanlagen
der Erde besitzen, während es jetzt schon einen der schönsten und gröfsten
Naturhäfen besitzt.
1. Newcastle (N.-S.-W.), Ende 1883,
Hier ist in den letzten Jahren viel für die Schiffahrt gethan. Längs
Bullock Island bis zum Ballastplatz ist ein Deich fertiggestellt, an welchem sich
9 Anlegestellen für Schiffe, versehen mit Wasserdruck-Krähnen, befinden, die durch
Eisenbahnen mit einander verbunden sind und zum Laden der Kohlen benutzt
werden. Da die Tiefe des Hafens sich stellenweise bedeutend verringert hat,
so sind drei Dampfbagger fortwährend in 'Thätigkeit, das Fahrwasser wieder
zu vertiefen. Bei den Gouvernements-Krähnen, gegenüber dem Zollhause, wo
1) S. „Nachr, f, Seef.“, 1881, No. 1365.
2) S. _ Nachr. f. Seef.“. 1883. No. 1778.