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Auflösungen für das Zweihöhenproblem,
noch nicht allgemein üblich.) Hieraus folgte also t — 12 Min. 54,0 Sek. und
’ = 8 Min. 07/s Sek., womit denn t’S =— 6‘ 14“ und t*S‘ = 1‘ 54” wurde,
da die Deklinationen 9° 58‘ 3“ S und 39° 18‘ 37“ N waren, mithin die ge-
zuchte Breite:
= Ya (d+0) + 108 — 10S = 4 14° 4017” — 6‘ 14" +1‘ 54"
= 14° 35 57“ N-Br.
Das Resultat stimmt auch gut überein mit den neueren Angaben der
Breite dieses Beobachtungsortes — 14° 35,9‘ N (Raper 1842), 14° 36‘ 7“ N
(Rümker 1850) und ebenso 14° 36’ 7“ nach der Conn, d. T. 1884 mit der
Quellenangabe: Monnier. cor. 1839.
Bei den mannigfaltigen, im Vorhergehenden betrachteten Fällen der Auf-
gabe mufsten diejenigen verwandten Auflösungen ausgeschlossen werden, wo
drei oder mehrere Höhen als Bedingungen der Aufgabe zu benutzen sind, weil
sie nicht mehr zum Zweihöhenproblem gehören. Ferner wurden auch die Höhen-
kurven in der Mercator’schen Karte vorläufig nicht allgemeiner in Betracht
gezogen, als in gegebenen Fällen erforderlich war.
Zusätze.
1. Am Schlusse der Bearbeitung dieses reichhaltigen und nicht voll-
ständig zu erschöpfenden Gegenstandes habe ich zunächst meinen Dank auszu-
drücken für die bisherige freundliche Aufnahme derselben, sowie für die weitere
Anregung und gütige Unterstützung, welche mir dabei von Fachmännern aus
verschiedenen Orten zu Theil geworden ist. Sehr bestärkt in meinem Vorhaben
wurde ich auch besonders durch die beifällige Zustimmung von Mitgliedern
anserer deutschen Seefahrt, welche sich für die Geschichte ihrer Wissenschaft
interessiren, ohne selbst Zeit und Gelegenheit zu haben, sich mit dem Quellen-
studium derselben zu beschäftigen.
2. Dem Herrn Prof. Dr. H. Behrens in Delft verdanke ich die Mit-
Iheilung einer ausführlichen Behandlung desselben Gegenstandes in einer mir
früher unbekannt gebliebenen akademischen Schrift von der Universität Utrecht
aus dem Jahre 1823, welche ich denn wenigstens in dieser letzten Abhandlung
noch mehrfach zur Vergleichung benutzen konnte. Ihr vollständiger Titel ist:
Disputatio mathematica inauguralis de latitudine ex observatis duabus astrorum
altitudinibus computanda. Quam favente summo numine ex auctioritate rectoris
magnifiei J. F. L. Schröder, Math. et Phil. Nat. Doct. et Prof. . .. pro gradu
Doctoratus et Magisterii . . . eruditorum examini submittit R. C. van Tuyll van
Serooskerken, Rheno-Trajectinus. Die X. junii 1823, hora II, Trajecti ad
Rhenum 1823, 85 S. in 4. Man würde kaum eine sehr gründliche wissen-
schaftliche Behandlung gerade dieses Gegenstandes in dem Erstlingswerke eines
jungen Gelehrten erwartet haben, aber os genügt schon zu bemerken, dafs es
ihm gelang, das Verhältnifs der Aenderung der berechneten Breite zur Aenderung
der Deklination während der halben Zwischenzeit der Beobachtungen, auf den
unerwartet einfachen Ausdruck eines Sinus - Verhältnisses zweier bekannten
Größen zu bringen, nämlich des Sinus der Mittelzeit zum Sinus der halbver-
flossenen Zeit, Damit verband sich sogleich der praktische Vortheil, dafs nun
alle Auflösungen mit der gewöhnlichen Voraussetzung einer konstanten mittleren
Deklination der Sonne auf die leichteste Art im Resultat der Breite verbessert
werden konnten. Ferner urtheilte auch bereits Lobatto,°) der diesen Satz in
anderer Weise, durch Konstruktion, nachwies und überhaupt uns die Erinnerung
an jene schätzbare Arbeit erhalten hat, dafs sie mit vielem Scharfsinn fast alle
direkten und indirekten Auflösungen des Problems diskutirt habe.
3. Herrn Direktor Dr. Breusing in Bremen bin ich mehrfach dankbar
verbunden für die Mittheilung historischer Bemerkungen und für die gefällige
Uebersendung verschiedener älterer und zum Theil sehr seltener Werke, Es
ergab sich daraus u, a.:
4. dafs der specielle Fall von zwei Sternen gleichzeitig im Horizonte
sich schon in Apian’s Institutio geographica, Ingolstadt, fol. Probl. 48 findet.
65) Corresp. math. et phys. publ. par A. Quetelet, T. 3. Bruxelles 1827, pag. 294.