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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Auflösungen für das Zweihöhenproblem., 
1) 9 = 23°45,0’8, d = 20°81‘40"8S, h = 86° 82, 
59 
M. O0. Z. Länge 
giebt £ = — 015”31,3° 0 5” 9,7° 2% 43"58,3° 
2) = 23°43,0‘8S, d’= 20°31‘34”8S, h'’= 86° 32‘, 
giebt ‘= +0 5 513 016324 2 43 55,6 
tut = 11 22,6 Mittel = 2 43 57,0. 
1 (+) = + 10,0 = 40° 59,3‘ W 
von Paris. 
Ist einmal der Werth !/ (t+t) = + 10,0* für die Gruppe der Beob- 
achtungen gefunden, so wird das Mittel aus den Chronometerzeiten — 2 26" 18,8°, 
vermindert um diese 10,0° schon 2* 26" 8,8* für die Chronometerzeit des wahren 
Ortsmittags aus allen Beobachtungen und damit die Länge == 2b 43” 57,8° 
= 40° 59,5‘ West von Paris, welche also genauer sein mufs, als sie aus dem 
einzelnen Höhenpaare bestimmt werden konnte. 
UVebrigens‘ hätte sich hier auch die Littrow’sche oder eigentlich 
Douwes’sche Formel der Zeitbestimmung in der Form 
3 fr — Ah cos !/a (h +hı)__ 
A (F-+8) = "a(h—*‘) cos © cos d sin !/ (t‘—t) 
bequem anwenden lassen, wenn die Ortsveränderung des Schiffes auf die Höhen 
übertragen und die Verbesserung wegen der Deklinationsveränderung hinzu- 
gefügt würde. 
Als besonderen Fall einer sehr guten Breitenbestimmung, welche 
unabhängig ist von den Fehlern des Instruments und der Refraktion, hat man 
die Methode von Horrebow (1732) und Hell (1771) aus den Beobachtungen 
der wenig verschiedenen Meridianhöhen zweier Sterne, deren einer im Süden, 
der andere im Norden kulminirt, wonach also: 
= 90—h-d = bh’ — (90—0°), daher im Mittel op = 1 (d-+d0') + !a(h‘—h) 
oder wenn der eine Stern sich in seiner unteren Kulmination befand: 
= 90—h-d=h +90, . . .. . = !h(d—0) + Ya(h‘—h) + 90°. 
Borda suchte dies Verfahren noch genauer zu machen, indem er die 
kleinen Stundenwinkel in der Nähe des Meridians benutzte, wodurch die Höhen 
der beiden Sterne einander völlig gleichgemacht werden können. Er verschaffte 
sich diese Stundenwinkel, indem er am Horizontalfaden eines Fernrohrs bei 
gleicher Höhenstellung desselben (am Lande), die Durchgangszeiten der Sterne 
vor und nach ihrer Kulmination beobachtete, so dafs der jedesmalige halbe 
Zeitunterschied (als Sternzeitintervall) ®%) den Stundenwinkel ergab. Man hat 
dann nach den früheren kurzen Bezeichnungen mittelst der Kulminationssekunden 
S und $‘ die Meridianhöhen H und H‘: 
H =h +15 ats 90—0-+d30 =h AS | 20—0'—d=h‘-—h--t2S— 8 
H'=-h‘-+t38‘ | H=—=g-+90—0* | o-4+90—d'=h‘-+t?S‘ | h‘—h=0 
o=—=1(d+0)-+ Yet 2S— 1428, 
Das ist also eine Breitenbestimmung mittelst der gleichen aber ‘unbekannten 
Höhe zweier Sterne in der Nähe des Meridians und auf verschiedenen Seiten 
des Zeniths, mit genügend bekannten Stundenwinkeln und ungefähr bekannter 
reite, 
Beispiel. Am 4. April 1772, als sich die Expedition®*) bei der Insel 
Martinique befand, wollte man die damals nur ungefähr zu 14° 40‘ N geschätzte 
Breite des Fort royal daselbst recht genau auf diese Weise bestimmen und 
benutzte dazu die Gelegenheit, dafs die Sterne Spica und y Bootis gegen Mitter- 
nacht innerhalb einer guten Stunde beide durch den Meridian kommen mufsten, 
Die Fadenantritte gaben bei Spica 25 Min. 48!/s Sek. Zeitunterschied und bei 
y Bootis 16 Min. 1%4 Sek. (Eine Schätzung nach Zehntelsekunden war damals 
63) Obgleich Borda es „temps solaire moyen“ nennt und in seinem Zahlenbeispiel für Sterne 
den Ausdruck „temps moyen“ wiederholt. . 
61) Borda, Voyage de la Flore, I, pag. 356. Bohnenberger (Anleit. z, geogr. Ortsbest., 
Göttingen 1795, pag. 284) hat nachher dieselbe Aufgabe ohne Zahlenbeispiel behandelt. Unter 
Voraussetzung der genau bekannten Stundenwinkel wurde dabei die genäherte Breite entbehrlich.
	        
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