a
48
Auflösungen für das Zweihöhenproblem,
Es verdient noch untersucht zu werden, ob die Beobachtungen hier nicht
auch eine genügende Breitenbestimmung gestattet haben würden. Dazu könnte
die andere Formel von Douwes dienen:
cos (g—d) = sinh -} 2 cos cos d ein? 5 = sinh‘-+20cosgp cos d sin? 5
und es findet sich mit
t = —0h 29" 57° und hı — 78° 6’ 19“ die Breite # = 20° 0‘ 25“ N
= -—0 14 51...h= 79 52 49 ....... 20 0 24
Die Kulminationssekunden hätten sich hier nicht anwenden lassen, weil
sin (g—d) zu verschieden von cos !a (H+h) und cos '/ (H+h‘) ist.
Die Azimuthe sind
Az —38°32 A'= —21° 28° AA = 417° 4
und die Resultate ergeben sich damit so:
Breite = = 20° 0/24“N + 1,247. dh — 2,123 , dh‘ — 0,009 . de‘
Länge — 1 = 59 5915 W — 3,374 , dh + 2.836 . dh’ + 0,036 . de‘
übereinstimmend in der Länge, nebst ihren Differentialformeln, mit der Rech-
nung von Faye, bis auf kleine Unterschiede in den beiden ersten Differential-
koöffieienten, welche bei Faye ein wenig gröfser sind, weil er sie durch
Differenzirung der Dou wes’schen Formel berechnete, während sie hier, mit
den Azimuthen berechnet, für jede genaue Auflösung gültig bleiben. Es war
übrigens Grund genug, ebenfalls die Breitenbestimmung mit denselben Beobach-
tungen vorzunehmen, um sonach beide Koordinaten bequem für die Zeit nahe
am Mittage zu erhalten, und zwar unabhängig von der Mittagshöhe, die noch
bevorstand und vielleicht mifslingen konnte. Ueberhaupt hätte aber die ganze
Rechnung, übereinstimmend mit obigen Resultaten, sich nach der gewöhnlichen
Form von Douwes’ Methode ausführen lassen, und unter solchen Umständen
muß die Abwehr von Faye gegen die alte Methode von Douwes, in welche
die neue Methode von Littrow nicht verfalle, wenig angemessen erscheinen,
wenn der benutzte Theil jener alten Methode die Länge nicht einmal so genau
giebt, wie der weggelassene Theil derselben die Breite gegeben haben würde.
— In dieser Rechnung für die Zeit der Mitte der Beobachtungen ist voraus-
gesetzt, dafs die Höhen schon um den halben Betrag der Deklinationsänderung
= +65“ verbessert sind, sonst wären noch die Korrektionen de = —22”
und di — +40“ hinzuzufügen.
In der Nähe eines beliebigen anderen Vertikalkreises (aufser dem Meridian)
kann die kombinirte Bestimmung von Breite und Zeit aus zwei benachbarten
Höhen nur zu unsichern Resultaten führen. Zwei Versuche der Art sind schon
in der vorigen Abhandlung („Ann. d. Hydr. ete.“, 1883, pag. 223) angeführt
worden, ohne auf ihre Näherungsformeln einzugehen. In dem ersten, vom
Jahre 1826, bestimmte man den parallaktischen Winkel p genähert durch die
schon aus der Figur unmittelbar abzulesende Formel sinp == V=0 0088 Ö 5 Sn + und hatte
damit nur noch das einzige sphärische Dreieck mit zwei Seiten und dem ein-
geschlossenen Winkel p zu berechnen. Da aber der berechnete Näherungswerth
von p so gut für die eine Höhe, wie für die andere gelten kann, so hätte nur
statt der einen Höhe h das Mittel !/a (h-+h‘) aus beiden Höhen angewandt
werden müssen, womit dann die dritte Seite als Breitenkomplement und der
Winkel am Pol = !%4 (t‘-+t) zu finden war. Nach den Beobachtungen in Ham-
burg am 12. Mai 1826 waren gegeben:
Uhrzeiten Wahre Höhen Deklination
8h 49” 0® h =— 38° 58‘ d = 18° 1 55% N
9 29 h‘= 40 44 ö= 1 2 4
t*—t = 13 9 h—h‘=— — 1° 46° dd — AL 9
WOTAaUsS