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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Kleine Notizen, 
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die Kommandantur auf dem Gazellen-Plateau angelegt. Obok ist kein un- 
fruchtbarer Felsen wie Aden, es verleiht weuigstens das Gefühl eines bewohn- 
baren Landes; es giebt dort Wasser, Grün und einzelne Bäume, Mimosen von 
2 bis 3m Höhe. Der Fluß tritt im Winter infolge der heftigen Regengüsse 
über, im Sommer trocknet er dagegen ganz aus; wenn man jedoch 1m tief 
gräbt, findet man ringsum Wasser, und zwar ist das Wasser frisch und ange- 
nehm zu trinken. Der Kommandant hat Brunnen angelegt und sich dadurch in 
den Stand gesetzt, einen grofsen Gemüsegarten zu unterhalten, wo alle Euro- 
päischen Gemüse wachsen. Die Eingeborenen sind nicht bösartig, vielmehr 
scheu und furchtsam; sie flüchten und verstecken sich vor Europäern. Die 
einzigen Menschen, von denen man zuweilen beunruhigt wird. sind Räuber, 
welche, wenn sie kein Hindernifs finden, bis zu .den Wohnungen vorzudringen 
wagen. Durch Anlage von Gräben und Pallisaden kann man sich aber genügend 
vor ihnen schützen, . . 
3. (D. S.) Bower Shoal (Karimata-Strafse). Die Existenz dieser 
Untiefe wird durch folgenden Bericht des Kapt. Förster vom Schiffe „Minna“ 
bestätigt: . . 
in der Karimata-Strafse gerieth. ich für kurze Zeit auf einer Sandbank 
fest, die in keiner von meinen beiden Karten, die eine Englisch, die andere 
Holländisch, angegeben war. Am 29. Juli 1884, Abends 8% Uhr, während ich 
beständig das Loth werfen liefs und selbst die Leine in der Hand hatte, wurde 
die Fahrt des Schiffes plötzlich geringer und hörte mit einem Male ganz auf, 
ohne dafs wir einen merklichen Stofs verspürt hatten. Beim Lothen fand ich 
hinten am Schiffe 25 Fufs, vorne 24 Fufs, mittschiffs luvwärts 17!%, leewärts 
18% Fuß. Glücklicherweise war die See nicht grob, doch genug See vor- 
handen, um das Schiff in beständiger Bewegung zu halten, und gelang es uns 
deshalb, durch Backlegen sämmtlicher Segel das Schiff nach etwa 10 Minuten 
wieder in tiefes Wasser zu bringen. Beim Peilen der Pumpen fanden wir das 
Schiff dicht. Die Nacht über blieben wir in der Nähe vor Anker liegen. Mit 
Tagwerden stellten wir durch Peilung der Schaarvogel-Insel und später durch 
Beobachtungen fest, dafs in der That in der: erhaltenen Position in unsern 
Karten keine Untiefe angegeben war. Die Lage der letzteren fanden wir zu 
3° 29‘ S-Br und 108° 36‘ O-Lg. In einer halben Seemeile Entfernung machte 
sich dieselbe nur als eine entfärbte Stelle im Wasser bemerklich, 
Anm, Die von Kapt. Förster angegebene Position ist fast genau 
übereinstimmend mit der vom Kommandanten des Niederländischen Vermessungs- 
schiffes „Hydrograaf“ berichtigten Lage von Bower Shoal, Letztere befindet 
sich diesen Angaben zufolge nämlich in 3° 28‘ 30“ S-Br und 108° 36’38“ O-Lg. 
(S. „Nachr. f. Seef.“ 1884, No. 998.) 
4. Zusätze zu der Segelanleitung für die Torres-Stralse. 
(„Hydrographische Mittheilung“ No. 39. Pola 1885.) Nach einem Bericht des 
Kommandanten der Oesterreich-Ungarischen Korvette „Saida“, Linienschiffs-Kapt. 
Heinrich Fayenz, ist beim Einlaufen in den Golf von Papua auf die Cou- 
tance- und Kastern Field-Riffe besonders zu achten; die Position der ersteren 
ist noch nicht ganz genau bestimmt, gegen die letzteren setzt ein Strom von 
3 Sm pro Stunde. . ; 
Das Anlaufen des Bramble Cay!) als Marke des NO- oder Bligh-Fahrwassers 
erfordert grofse Aufmerksamkeit. Ohne einen sichern Abfahrtspunkt ist das An- 
segeln dieser Insel, welche ca !ı Sm Umfang, eine Höhe von kaum 3m hat 
und nur durch eine schlecht sichtbare Spiere gekennzeichnet ist, sehr gewagt. 
Das Anlaufen auf dem Breitenparallel ist hier nicht anzuempfehlen, da man 
weder durch das Loth, noch durch umliegende Inseln vor der Anuväherung an 
Bramble Cay gewarnt wird und bei Nacht trotz des besten Ausgucks sehr 
leicht auf die Insel gerathen kann. Das Anlaufen auf dem Parallel hat aufser- 
dem auch noch den Nachtheil, dafs man sich hierbei dem Boot Anchor Cay zu 
sehr nähert. Man halte sich daher nördlich der anempfohlenen Route, wobei 
man frei von allen Riffen und Bänken bleibt; bei schlechtem Besteck kann 
man eine Annäherung an die Küste von Neu-Guinea leicht durch öftere 
Lothungen erkennen. 
) Vgl. „Australia Directory,“ Vol. II. 1879, pay. 368,
	        
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