119
Kleine Notizen.
3l. 8. M. S. „Stein“,
14/4. Wilhelmshaven 23/4, — 25/4. Kiel. — 30/5, Danzig 2/6. — 8/6.
Kiel 15/6. — 17/6. Christiansand 21/6. — 22/6. Wilhelmshaven 3/7. —
8/7. Arendal 12/7. — Fahrten in der Ostsee. Kiel, Eckernförde, Memel,
Danzig. — 28/8. Wilhelmshaven. Weiter siehe Schulgeschwader,
32. 8. M. S. „Stosch“,
1884 11/8. Shanghai 3/12. — 6/12, Amoy 15/12. — 17/12. Hongkong 1885 3/1.
— 4/1. Swatow 5/1. — 6/1. Amoy 12/1. — 17/1. Shanghai 17/2. —
21/2. Hongkong 1/3. — 25/3. Cooktown. — 11/4. Sydney 20/4. —
25/4. Keppel-Bai 26/4. — 6/5, Sydney 20/5, — 5/7. Port Louis 31/7. —
7/8. Zanzibar 23/9. — 26/9. Mozambique 29/9. — 11/10. Kapstadt 26/10.
— 28/11. Porto Grande 1/12. — 16/12, Plymouth 17/12. — 20/12. Wil-
helmshaven,
33. Das Schulgeschwader, bestehend aus S. M. Schiffen „Stein“,
„Moltke“, „Sophie“, „Ariadne“,
Wilhelmshaven 11/10. — 14/10. Plymouth 20/10. — 29/10. Madeira 4/11.
— 13/11. Porto Grande 30/11. — 15/12. Barbados,
Kleine Notizen. ?
l. (D. S.) Ungewöhnlich niedriger Wasserstand an der Küste
von Labrador. Der Beobachter der Meteorologischen Station der Seewarte
zu Hebron (Labrador), Herr Missionar Ad. Hlawatscheck, schreibt der
Direktion der Seewarte, was folgt: In diesem Jahre ist es mir und ebenso
den anderen Herren Kollegen auffällig gewesen, dal wir gestern (am
9. August 1885) zum zweiten Male eine aufsergewöhnlich tiefe Ebbe hatten,
wie ich sie, seitdem ich hier in Hebron angestellt bin, mich nicht erinnere
gesehen zu haben. Es kamen mit Seegras bewachsene Steine zum Vorschein,
die sonst bei Ebbe nicht zu sehen sind. Ein zuverlässiger Eskimo berichtete
mir, dafs er als Kind diese ungewöhnliche Ebbe noch tiefer gesehen habe. Wo
gestern noch eine Wassertiefe von etwa 0,30 m stehen blieb, wären er und
Andere damals auf dem feuchten Sande gegangen. Das bestimmte Jahr, wann
dieses sich ereignete, anzugeben, bin ich aufßser Stande, aber dem Berichte nach
muf es in den vierziger oder Anfang der fünfziger Jahre gewesen sein.
2. Obok.?) Ueber den kleinen an der Ostafrikanischen Küste gelegenen
Französischen Kolonial-Hafen Obok enthalten die Segelanweisungen nur sehr
dürftige Angaben; folgende aus dem Bericht des Herrn H. Menier, welcher
den Platz mit der Dampfjacht „Velleda“ im Juni 1885 besuchte, stammenden
Notizen®*) mögen daher, wenn auch kurz, doch immer zur Vervollständigung
derselben beitragen.
In den Hafen von Obok führen 2 Einfahrten, eine im Süden, die andere
im Osten. Die erstere ist gut und tief, die Kennzeichnung derselben nur durch
2 kleine Tonnen jedoch ungenügend, denn sie wird zu beiden Seiten durch
2 unter Wasser liegende Korallenbänke begrenzt, welche für Schiffe, die ihre
Lage nicht genau kennen, gefährlich sind. Die östliche Einfahrt ist schwierig.
Der Hafen ist sicher und wird durch die beiden Korallenbänke, an denen sich
die Wellen brechen, geschützt. Der gröfste Fehler des Hafens ist sein enger
Raum; 10 grofse Schiffe können kaum darin Platz finden, er liefse sich durch
Aushebungen und Baggern längs der Küste jedoch leicht erweitern. Das Klima
von Obok ist, wenn auch heil, doch nicht ungesund; an einzelnen Punkten wird
die Hitze durch den Wind und die Nachbarschaft des Meeres gemildert; des-
halb und um sich den ungesunden Ausdünstungen des Flusses zu entziehen, ist
1) Die mit (D. S.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet,
2) „Gulf of Aden, Pilot“ London 1882, 8. 738.
3) L’Avenir des Colonies, No. 82.