Kleine hydrographische Notizen,
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Jahrganges 1879 dor „Ann. d. Hydr. etc.“ angegebene rothe Tonne mit langer
weißer Bake in der Einfahrt nach Papeete war nicht vorhanden, und am öst-
lichen Riff lag nur eine kleine weilse Tonne ohne Stange. Auf dem Soaotoi-Riff
steht jetzt eine ganz aus Steinen gemauerte Pyramide von derselben Höhe, wie
diejenige am Lande bei dem 70 Kanonen-Fort. Die beiden rothen Leitfeuer am
Eingange wurden, während „Atlantic“ 6 Tage bei der Einfahrt vor Anker lag,
jede Nacht vom Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang brennend gesehen.
Es befanden sich drei französische Lotsen am Platz. Für Kalfatern war täglich
pro Mann 3,50 Doll. zu zahlen.)
7. Aufsergewöhnliche Dämmerungserscheinung. Nach dem Be-
richt des Kommandanten S, M. S. „Prinz Adalbert“, Kapt. z. S. Mensing I,
vom 6. November 1884 wurden von genanntem Schiffe am 31. Oktober 1884 in
25° 21‘ N-Br und 157° 34‘ W.Lg bei Sonnenuntergang ähnliche auffallende
Lichterscheinungen ‘beobachtet, wie sie im vorigen Herbst und Winter aller
Orten wahrgenommen und berichtet worden sind. Auch am 29, Oktober zeigten
sich gleiche, aber nicht so intensive Erscheinungen,
8. Flaschenpost. a) Von S. M. S. „Leipzig“, Kapt, z. S. Herbig,
wurde am 18. März 1883 um 12'/ Uhr Mittags auf der Reise von Valparaiso
nach Honolulu in 11° 51‘ 6“ S-Br und 106° 43‘ 36“ W-Lg eine Flasche über
Bord geworfen; diese Flasche ist am 24. Juni 1884 am Strande der Insel
Nengonengo (Prince William Henry) in 18° 46‘ S-Br und 141° 39‘ 45“ W-Lg
gefunden worden, Durch Vermittelung des Hydrographischen Amtes der Ver-
einigten Staaten ist der Flaschenpostzettel dem Hydrographischen Amte zu-
gesandt worden.
Wenn diese Flasche sogleich nach dem Antreiben an den Strand auf-
gefunden wurde, so hätte die Flasche in ca 463 Tagen 2064 Sm in der Rich-
tung rw. S78° 24,2‘ W zurückgelegt, mithin ca 412 Sm den Tag.
b) (D.S.) Durch den Herrn Josef Graf in St. Lucia (Westindien) ist
der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von der deutschen
Bark „Zize“, Kapt. J. B. Jorjan, auf der Reise von Guayaquil nach Hamburg
am 14. Oktober 1883 auf 0° 33’ N-Br und 31° 15‘ W-Lg über Bord geworfen
und am 3. Mai 1884 in der Nähe der Insel St. Lucia auf 14° 0‘ N-Br und
61° 4‘ W-Lg durch den Herrn Nicholas Benale aufgefunden wurde. ;
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 202 Tagen
1950 Sm nach NWzW"/sW zurückgelegt.
c) (D. S.) Durch den Herrn S. Schmuck in Larauah, Liberia (West-
Afrika), ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von der
deutschen Bark „Amanda & Elisabeth“, Kapt. F. Föh, auf der Reise von
Hamburg nach Zanzibar am 4, September 1884 auf 0° 9‘N-Br und 16° 26‘ W-Lg
über Bord geworfen und am 11. November 1884 an der Küste von Liberia bei
dem Orte Larauah, 80 Sm von der Mündung des Flusses Shebar, auf etwa
6° 50‘ N-Br und 11° 25‘ W-Lg durch den oben genannten Herrn aufgefunden
wurde.
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 68 Tagen
500 Sm nach NO%AN zurückgelegt.
d) (D.S.) Durch Vermittelung der Behörde und des Deutschen Konsulats
in Freetown ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von
der deutschen Bark „KErato“, Kapt. C. W. Beckmann, auf der Reise von
Shields nach Iquique am 21. Juli 1884 auf 4° 23‘ N-Br und 19° 35‘ W-Lg
über Bord geworfen und am 17. November 1884 unter .der Küste von Sierra
Leone auf ungefähr 8° 25‘ N-Br und 13° 15‘ W-Lg durch den englischen
Matrosen Paul H. Graham treibend aufgefunden wurde.
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 119 Tagen
450 Sm nach NO0z0'%0 zurückgelegt.
1) S, „Ann. d. Hydr. ete,“, 1879, S, 647.